Regelbetrieb des Digitalfunknetzes geht an Alcatel-Lucent


Stuttgart (pr) – Alcatel-Lucent wird am 1. April 2010 im Auftrag der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) den Technischen Netzbetrieb des neuen Digitalfunknetzes übernehmen. Mit dem BOS-Digitalfunknetz sollen Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte abhörsicher kommunizieren können. Gemäß Plan sollen voraussichtlich bis 2012 die alten analogen Netze für die Sicherheits- und Hilfskräfte in ganz Deutschland schrittweise abgelöst werden.

Der am Montag unterschriebene Vertrag umfasst die Übernahme des Netzbetriebs von der derzeitigen Interimsbetreiberin und die Sicherstellung des Betriebs über zehn Jahre. Das BOS-Digitalfunknetz ist mit 500.000 Nutzern das weltweit größte Sicherheitsnetz nach dem TETRA-Standard (Terrestrial Trunked Radio). Es soll die schnelle und sichere Kommunikation zwischen den Hilfs- und Sicherheitskräften im täglichen Einsatz und bei operativ-taktischen Maßnahmen bei Großereignissen und im Krisenfall gewährleistet . 

Für den Regelbetrieb hat die Alcatel-Lucent Deutschland AG eine Tochtergesellschaft, die Alcatel-Lucent Digitalfunk Betriebsgesellschaft mbH, mit Sitz in Berlin gegründet. Im Regelbetrieb wird die Gesellschaft mittelfristig rund 150 Mitarbeiter haben, die unter höchsten Sicherheitsanforderungen arbeiten werden.

Die Betriebsleistung wird aus zwei voll redundant ausgebauten Netzbetriebszentren heraus erbracht. Auch die Testplattform, die unter anderem als Zertifizierungsplattform für die vorgeschriebene Freigabe der digitalen Endgeräte nach dem TETRA-Standard dient, wird künftig von Alcatel-Lucent betrieben. Außerdem stellt Alcatel-Lucent den Autorisierten Stellen der Länder und des Bundes im Rahmen des Regelbetriebes IT-Systeme zur Verfügung mit denen die Sicherheits- und Hilfskräfte im Feld gesteuert werden.

Um einen reibungslosen Betriebsübergang von der derzeitigen Interimsbetreiberin sicherzustellen, wird Alcatel-Lucent am 1. April 2010 in einer Überleitungsphase den Netzbetrieb stufenweise übernehmen und zum 1. Juli den Regelbetrieb starten. Partner für den Technischen Netzbetrieb sind die IBM Deutschland GmbH, die die Verantwortung für die Lieferung und den Betrieb der IT-Systemumgebung übernimmt und die IABG (Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH), die für das Sicherheitsmanagement verantwortlich sein wird.

One Response to “Regelbetrieb des Digitalfunknetzes geht an Alcatel-Lucent”

  1. Manuel on März 24th, 2010 11:34

    2 Orignalberichte zum Thema: Alle diesbezüglichen Einwände, Reklamationen, Beschwerden dorthin richten. Dass die in den Artikeln erwähnten Einsatzkräfte ALLE die Unwahrheit sagen, erscheint unglaubwürdig.

    Aus vorangegangenen pers. Erfahrungen folgende Bemerkung an „gewisse User“: Persönliche Beleidigungen/Diffamierungen sind die Methoden derjenigen, denen die konstruktiven Argumente ausgingen.

    Originalmeldung aus „Berliner Morgenpost“ v. 25.2.10:
    Milliarden-Debakel für Digitalfunkprojekt. Hier u.a. dass mit
    Verzögerungen um mind. 3 Jahre gerechnet werden muss, und die
    bisherigen Kostenplanungen v. rd. 4.5 Mrd Euro auf rd. 10 Mrd Euro
    gestiegen sind – Ende offen. Der Bundesrechnungshof ist alarmiert.

    Hierzu Anmerkung: Bei den genannten Beiträgen sind noch keine laufenden jährlichen Betriebskosten berücksichtigt: z.B. in Bayern rd. 37 Mio pro Jahr, beim bisherigen Analogfunk rd. 10 Mio Euro pro Jahr. Ähnlich verhält es sich in allen anderen Bundesländern.

    Ein Landesinnenminister im Vertrauen wörtlich: „Es ist ganz schlimm“.
    Zitiert werden will er aber nur mit den Worten „es geht voran“. Soviel in
    Kurzform zu noch zukünftig weiteren „überraschenden
    Kostensteigerungen“ für den dt. Steuerzahler.

    Originalmeldung aus „Berliner Morgenpost“ v. 5.3.10: Arbeitsgruppe
    deckt gravierende Mängel beim Digitalfunk auf. Polizisten berichten
    unabhängig voneinander z.B. in Mehrfamilienhäusern regelmässig im
    digitalen Funkloch zu stehen. „Wir hofften durch den Digitalfunk
    besser vernetzt zu sein, leider ist das nicht der Fall“. Die
    bisherige Anzahl von 38 Sendemasten reichen lt. Berlins
    Polizeipräsident Glietsch nicht aus, es werden an bestehenden
    Standorten „Optimierungsmassnahmen“ durchgeführt. Welche das seien,
    sagte er nicht. Eine evtl. Verdoppelung der Standorte schloss
    Glietsch jedoch aus.

    Berlins GdP-Landesvorsitzender Schönberg beklagte u.a. gravierende
    Funklöcher z.B. in Einkaufspassagen. Bisher angeschaffte
    Digitalfunkgeräte könnten nicht in Einsatzwagen eingebaut werden,
    weil sie wegen Reichweitenmängeln nicht nutzbar seien. Auch könnten
    Polizeikräfte anderer Bundesländer bei ihren Einsätzen in Berlin
    nicht mit ihren Digitalfunkgeräten mit den Berliner Kollegen
    Verbindung aufnehmen.

    Hierzu Anmerkugng: Alle Funkteilnehmer müssen vorher auf den jeweiligen Endgeräten vorprogrammiert sein. Ist das nicht der Fall, kann eine nachträgliche
    Funkverbindungsaufnahme nur nach langwierigen Telefonaten z.B. mit
    Systemadministratoren getätigt werden. Ein einfaches Umschalten auf
    den Einsatzkanal wie beim Analogfunk ist nicht möglich. Dies bestätigten mehrere Einsatzkräfte unabhängig voneinander.

    Schönberg u.a. wörtlich: „Der Digitalfunk sei als grosse
    Erleichterung für Einsatzkräfte angekündigt worden – das Gegenteil
    ist der Fall. Das ist Digitalfunk für Arme!“

    Scheinen sich wohl meine bisherigen kritischen Anmerkungen wie z.B.
    der Erfahrungsbericht aus den Niederlanden ZUMINDEST teilweise zu
    bestätigen. Die weiteren Projektmängel werden sich auch noch zeigen.

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