Rauchmeldertag 2008: Brandschutz ist Kopfsache


Düsseldorf (Ei) – Ein Blick auf die Brandstatistiken zeigt: Die meisten Brandopfer sterben zumeist nachts im Eigenheim. Nachweislich trägt die Installation von Rauchmeldern maßgeblich zum Schutz menschlichen Lebens bei. Trotzdem gibt es in Deutschland keine einheitlichen Brandschutzbestimmungen für den Privathaushalt.

 

Der Rauchmelderhersteller Ei Electronics ist Mitglied der Kampagne „Rauchmelder retten Leben“ und somit Mitinitiator des am Freitag, dem 13. Juni, stattfindenden Rauchmeldertags. Das Unternehmen setzt sich in diesem Rahmen für die Sensibilisierung der Bevölkerung hinsichtlich der Notwendigkeit funktionsbereiter Rauchmelder ein. Trotz Rauchmeldereinführungspflicht innerhalb der nächsten 3-6 Jahre in sieben Bundesländern haben heute nur ca. ein Drittel der deutschen Haushalte Rauchmelder installiert.

 

Mit dieser Zahl liegt Deutschland im internationalen Vergleich weit hinter anderen Industrienationen wie Großbritannien (80 Prozent) oder den USA (93 Prozent in 40 Bundesstaaten). Am Beispiel Norwegen (90 Prozent Abdeckung) zeigt sich deutlich die Wirksamkeit der „kleinen Lebensretter“: Seit 1990 sind sie dort Pflicht, wodurch ca. 70 Menschenleben pro Jahr gerettet werden.

 

Obwohl Rauchmelder seit den siebziger Jahren zum Einsatz kommen, ist die Verbreitung auch in vielen Nachbarländern Deutschlands wie Frankreich, den Niederlanden, Österreich oder Belgien ebenfalls noch sehr gering. Dabei ist die Überlebenschance bei einem Brand mit funktionsfähigen Meldern drei Mal höher als ohne.

 

Zurzeit besteht in Deutschland ein Sicherheitsgefälle zwischen den 16 Bundesländern, da erst sieben Länder diese Problematik in ihren Bauordnungen berücksichtigen. Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Hessen und seit 2008 auch Thüringen haben bereits Verordnungen zur Installation von Rauchmeldern in Neubauten sowie zur Nachrüstung in Bestandsbauten veranlasst. Damit sind jedoch weniger als ein Viertel der Gesamtbevölkerung betroffen.

 

Der private Wohnraum ist aufgrund der vielen leicht brennbaren Kunststoffe in Einrichtungsgegenständen stark brandgefährdet. Trotzdem existieren in diesem Sektor seitens des Gesetzgebers im Vergleich zu anderen Gebäudearten geringe Auflagen und Bestimmungen zur Brandvorbeugung. Die in den Medien erwähnten Brände in Mehrfamilienhäusern verdeutlichen, dass gerade auch in Altbauten eine akute Gefahr besteht. Im Rahmen des Rauchmeldertags soll daher die Bevölkerung für die Einrichtung eines wirksamen Brandschutzes in den eigenen vier Wänden sensibilisiert und motiviert werden. Hier sind es oft folgende wichtige Kenntnisse zum Thema Wohnungsbrand, die das Gefahrenbewusstsein erhöhen können:

 

– mehr als 90 Prozent der Brandopfer sterben an Rauchvergiftung

– 6o Prozent der Brände geschehen nachts, während die Bewohner schlafen und keine Gerüche wahrnehmen

– bereits wenige Atemzüge Kohlenmonoxids sind tödlich

– im Schnitt bleiben nur vier Minuten zur Flucht

– Mieter und Vermieter können im Nachhinein für fehlende Sicherheitsvorkehrungen haftbar gemacht werden

 

Informationen unter www.ei-electronics, www.vds.de, www.rauchmelder-lebensretter.de

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