Quadrocopter flickt Funklöcher


Illmenau (idw) – Die Technische Universität Ilmenau entwickelt Technologien, mit denen in Extremsituationen die Mobilfunkkommunikation wiederhergestellt werden kann. Quadrocopter fungieren als fliegende Funkzellen.

Insbesondere in Katastrophenfällen, etwa bei Naturkatastrophen wie Erdbeben, Sturm- oder Flutkatastrophen und bei terroristischen Anschlägen, ist es lebenswichtig, die zusammengebrochene Kommunikationsinfrastruktur für Handys und andere mobile Geräte schnell und effektiv wiederaufzubauen. Clou der neuen Technologie: Sie ist selbstorganisierend, das heißt, das System erkennt automatisch, ohne menschliches Zutun, dass die Mobilkommunikation zusammengebrochen ist, und repariert umgehend und ebenso eigenständig das schadhafte Kommunikationsnetz. Quadrocopter (Foto: TU Illmenau, Florian Liers)

Dazu wird eine Luftbrücke aus kleinen fliegenden Robotern aufgebaut. Sogenannte „Quadrocopter“, ca. 80cm große Hubschrauber mit vier Rotorblättern (s. Foto), werden in das Zielgebiet eingeflogen, um eine Kommunikationskette aufzubauen und so den unterbrochenen Handyempfang wieder zu ermöglichen.

Mit den Mini-Hubschraubern können im Katastrophengebiet auch Opfer geortet werden. Damit die Quadrocopter beispielsweise in Gebirgsgegenden oder Straßenschluchten eingesetzt werden können, müssen sie besonders wendig und leicht zu manövrieren sein. Prototypen, die an der TU Ilmenau entwickelt und gebaut wurden, sind, obwohl erst im Entwicklungsstadium, in der Lage, komplizierte Flugbewegungen wie Loopings zu vollführen. Um sie möglichst unabhängig vom Wetter einsetzen zu können, können die Quadrocopter selbst bei starkem Wind fliegen.

Zu dem beschriebenen Forschungszweck hat die Universität ein Graduiertenkolleg „Selbstorganisierende Mobilkommunikationssysteme für Katastrophenszenarien“ eingerichtet. Das Kolleg wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG mit 6,5 Millionen Euro über viereinhalb Jahre gefördert.

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