Interaktive medizinische Fallsimulation


München (pm) – Auf der „InSIM 2015“ (15. bis 17. Oktober 2015) in München präsentierte die Firma Skillqube erstmals in Deutschland „Body Interact“. Es handelt sich um eine interaktive medizinische Fallsimulation, die sowohl online als auch via PC oder Tablet verfügbar ist. Insbesondere im Hinblick auf die standardisierte Ausbildung künftiger Notfallsanitäter könnte das neue Gerät interessant sein.

Body Interact: eine interaktive medizinische Fallsimulation für Online-, PC- oder Tablet-Anwendung. Foto: Skillqube

Body Interact: eine interaktive medizinische Fallsimulation für Online-, PC- oder Tablet-Anwendung. Foto: Skillqube

Der Patient ist 57 Jahre alt und klagt über Schmerzen in der Brust, die jedoch zum Zeitpunkt der Befragung bereits wieder abgeklungen sind. Auch über seine letzte Mahlzeit, Vorerkrankungen und die aktuelle Medikation gibt er bereitwillig Auskunft. Ein 12-Kanal-EKG schreiben, die Lunge und das Herz abhören oder einen Zugang legen? Kein Problem. Die in „Body Interact“ hinterlegten Fallbeispiele bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten der Interaktion mit dem jeweiligen Patient – bis hin zur Defibrillation.

Auch für die Integration in den medizinischen Unterricht hat „Body Interact“ etwas zu bieten: „Der virtuelle Patient kann beispielsweise über einen Beamer an die Wand projiziert, das weitere Vorgehen gemeinsam beraten werden“, berichtet Georg Hirsch, Produktspezialist für Body Interact bei Skillqube. „Oder die Schüler üben online von zuhause aus die vom Dozenten vorgegebenen Fallbeispiele.“ Als zusätzliche Ausstattung ist „Body Interact“ mit einem Touch-Tabletop, einem Tischfernseher mit Touchscreen-Oberfläche, lieferbar.

Body Interact inklusive Nachbesprechung

Am Ende eines jeden Fallbeispiels wird der Anwender aufgefordert, eine Diagnose zu stellen. Ebenfalls hinterlegt ist das Debriefing, also die Nachbesprechung des gerade absolvierten Fallbeispiels. Zunächst werden alle getroffenen Maßnahmen in einer Zeitlinie dargestellt. Dem folgt – ebenfalls auf der Zeitlinie – die Kombination aus Maßnahmen und Zustand des Patienten. Wenn vom Dozenten gewünscht, können auch Lernmedien zu dem jeweiligen Fallbeispiel als PDF-Dokument, PPT-Präsentation oder Video hinterlegt werden.

Zum Abschluss zeigt ein Leistungsbericht dem Anwender, wie erfolgreich seine Maßnahmen im durchgeführten Szenario waren. „‘Body Interact‘ ermöglicht nicht nur spielerisches Lernen, sondern insbesondere eine ‚clinical reasoning education’, also evidenzbasiertes Lernen nach neuesten wissenschaftlichen Empfehlungen“, so Hirsch weiter. „Der Schüler lernt auf der Basis von Diagnostik und Algorithmen die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

Rein rettungsdienstliche Szenarien, die auf aktuellen und standardisierten Versorgungsrichtlinien basieren, wie sie etwa in Hessen und Rheinland-Pfalz gültig sind, werden aktuell gemeinsam mit der Firma Skillqube entwickelt. Diese sollen ab Januar 2016 erhältlich sein.

(27.10.2015; Foto: Skillqube)

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