Neue Etiketten für Medikamente


Reinbek (pm) – Das Asklepios Institut für Notfallmedizin (IfN) und die Arbeitsgemeinschaft in Norddeutschland tätiger Notärzte (AGNN) führen in Kooperation mit der Firma Mediaform ein speziell für den Einsatz im Rettungsdienst konzipiertes Kennzeichnungsmodell für aufgezogene Medikamente ein. Der Name: RETTiketten. 

In deutschen Kliniken sind Medikationsetiketten für aufgezogene Medikamente auf der Grundlage der ISO 26825 bzw. der DIVI-Empfehlungen seit Jahren Standard. Denn nur so können im oft hektischen Klinik-Alltag eine eindeutige Bezeichnung von Inhalt und Konzentration der Spritzen gewährleistet und Fehlmedikationen vermieden werden.

Für die präklinische Notfallmedizin gab es bisher diverse Insellösungen, die für einzelne Rettungsdienste adäquat erscheinen. Erklärtes Ziel des Projektes „RETTiketten“ ist die Etablierung eines einheitlichen Etikettensets, das organisations- und bundeslandübergreifend nutzbar ist.

Unter der Leitung von Dr. Jochen Thiele (IfN) und Dr. Florian Reifferscheid (AGNN) erarbeitete eine Projektgruppe – in Kooperation mit der Mediaform Informationssysteme GmbH – eine Lösung, um die Patientensicherheit auch im Rettungsdienst zu erhöhen.

Der Einsatz von Etiketten auf Rolle, wie es in den meisten Krankenhäusern praktiziert wird, erwies sich dabei als unpraktisch. In den Notfalltaschen ist kein Platz für rund 30 verschiedene Etikettenrollen. „Wir standen vor der Herausforderung, die wichtigsten notfallmedizinischen Medikamente mit Verwendung verschiedener Substanzen sinnvoll auf einem DIN A5-Bogen unterzubringen“, so Dr. Thiele. Nicht nur die Vielzahl an benötigten Etiketten stellte sich als schwierig heraus. Zudem mussten auch die verschiedenen Szenarien eines Notfalleinsatzes sowie eine leichte Handhabung berücksichtigt werden. Im Vordergrund standen dabei die Reanimation, die präklinische Narkoseeinleitung sowie der Intensivtransport und weiterhin ausgewählte Medikamente, die nicht unmittelbar appliziert werden, sondern vorbereitet und im Laufe des Einsatzes verabreicht werden.

Gemeinsam mit Mediaform ist es gelungen, die Etiketten auf Bögen zu drucken. Seit kurzem sollen sie in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen auf Empfehlung der AGNN und des IfN eingesetzt werden.

(24.07.2014; Foto: Mediaform Informationssysteme GmbH)

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