Motorola gewinnt Mecklenburg-Vorpommern


Idstein (pm) – Motorola Enterprise Mobility Solutions, wird die öffentlichen Sicherheitsorgane in Mecklenburg-Vorpommern mit TETRA-Digitalfunkgeräten ausstatten.

Das Unternehmen erhielt in der Ausschreibung der Abteilung Beschaffung des Landesamts für Innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommern den Zuschlag für die Lieferung von mehr als 10.000 TETRA-Digitalfunkgeräten.

Der Vertrag sieht vor, dass Motorola die öffentlichen Sicherheitsorgane in Mecklenburg-Vorpommern in den kommenden drei Jahren mit TETRA-Handfunkgeräten und Fahrzeugfunkgeräten sowie entsprechendem Zubehör für verschiedene Einsatzbereiche und Serviceaufgaben ausstattet. Geliefert werden Handfunkgeräte MTP850 FuG, Fahrzeugfunkgeräte und MTP850Ex ATEX-Handfunkgeräte sowie Funkgeräte des Typs TCR1000, die speziell für verdeckte Ermittlungen entwickelt wurden.

Das neue MTP850 FuG von Motorola ist ein leicht bedienbares und robustes Handfunkgerät für die sichere und zuverlässige Übertragung von Sprache und Daten. Es verfügt über zahlreiche Funktionen, die den speziellen Bedürfnissen deutscher Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) Rechnung tragen.

Ein weiterer Bestandteil des Rahmenvertrags ist die Bereitstellung maßgeschneiderter Fahrzeug-Lösungen von Motorola. Die entsprechenden TETRA-Fahrzeugfunkgeräte können parallel zu den bestehenden analogen Geräten installiert werden. Das erlaubt eine Kommunikation zwischen den analogen und digitalen Systemen – über nur eine Schnittstelle. Auf diese Weise wird Anwendern der Übergang von der analogen auf die TETRA-Digitalfunktechnologie erleichtert.

One Response to “Motorola gewinnt Mecklenburg-Vorpommern”

  1. Manuel on Juli 22nd, 2010 15:22

    Lt. vorliegener Meldung über 10.000 Tetra-Digitalfunkgeräte für Mecklenburg-Vorpommen bestellt. Keine bekannte Info darüber, wieviel Exemplare je Gerätetyp bestellt wurden.

    Deshalb folgende Beispiel-Aufschlüsselung mit Durchschnittspreis lt. Internetangaben ohne jegl. Zubehör, wofür noch ggfs. Zusatzkosten anfallen:

    2500 Exemplare Motorola MTP850 FuG: je Gerät rd. 477 Euro = 1.192.500 Euro

    2000 Exemplare Motorola MTP850Ex: je Gerät rd. 2000 Euro = 4 Mio Euro

    500 Exemplare Motorola TCR-1000 (für verdeckte Ermittlungen) keine konkrete Preisangabe im I-net auffindbar, deshalb fiktiver Preis/je Gerät 1000 Euro = 500.000 Euro

    6000 Fahrzeuggeräte (Typ in vorliegender Meldung nicht benannt). Preis/Gerät 2000 Euro = 12 Mio Euro

    Gesamtrechnung: mind. 11.000 Digital-Funkgeräte = VORLÄUFIGER Gesamtpreis 17.692.500 Euro OHNE Berücksichtigung jeglichen Zubehörs, wofür ggfs. teils erhebliche Zusatzkosten anfallen.

    Auch keine Berücksichtigung der jährlich anfallenden Betriebskosten für den Digitalfunk. Diese fallen „um einiges“ höher aus, als beim bisherigen Analogfunk. Beispiel Bayern: jährliche Analogfunkkosten rd. 10Mio Euro, Digitalfunkbetriebskosten pro Jahr lt. ersten vorsichtigen Schätzungen rd. 37 Mio Euro. Entspricht einer rd. 4-fachen Kostensteigerung. Ähnliche Kostensteigerungen in allen anderen Bundesländern.

    Auf den Punkt gebracht: Eine nach oben offene Kostenspirale beim Projekt Digitalfunk – Ende nicht absehbar.

    Spricht wohl für sich, dass Mecklenburg-Vorpommen einerseits wie fast alle anderen Bundesländer sinngemäss über eine prekäre Haushaltslage klagt, andererseits ungeachtet dessen kostenintensive Bestellungen ausgelöst werden, die im konkreten Fall alles andere als techn. ausgereift bzw. sicher erscheinen.

    Totmannschaltung bei Digitalfunkgeräten: Soll u.a. in Fällen längerem Nichtbewegtwerdens vom Handgerät und bei ungewöhnlichen Haltepositionen ausgelöst werden. Sofern die Totmannschaltung nicht abschaltbar, dürfte dies im Einsatzalltag zu diversen Fehlalarmen führen. Funkgeräte liegen im Einsatzalltag nunmal längere Zeit auf Sitzen der Einsatzfahrzeuge bzw. Armaturenbrettern oder sind ungewöhnlichen Halteposititionen z.B. beim Rettungsdienst, Feuerwehr, THW ausgesetzt.

    Auch die von Motorola u.a. versprochene GPS-Ortungsmöglichkeit auf wenige Meter dürfte zumindest innerhalb von Einsatzstellen ohne direkte Sicht zum Himmel z.B. innerhalb Gebäuden, Tunnelanlagen, etc.. schwer machbar sein.

    Stellvertr. für Motorola MTP 850 FuG: max. Sendeleistung 1,8W: Nur zutreffend wenn Akku voll geladen, somit also nur relativ kurze Zeit machbar. Somit die Motorola-eigene Aussage „auch im DMO-Betrieb bessere Reichweiten z.B. innerhalb von Gebäuden garantiert“ erscheint fragwürdig.

    Generelle Digitalfunk-Reichweiten im Vergleich zum bisherigen Analogfunk: Durch die Bank geringer, weil u.a.:

    1. physikalische Digitalfunk-Trägerfrequenz (380-400 MHZ) wesentlich höher als die bisherigen Analogfunkfrequenzen (rd. 170 MHZ bzw. 86 MHZ). Physikalisches Grundgesetz: je höher die physikalische Trägerfrequenz, desto geringer die optische Reichweite. Schon dieser Punkt stellt die Motorola-Aussage „mehr Reichweite innerhalb von Gebäuden im DMO-Betrieb“ im Vergleich zum Analogfunk ad absurdum.

    Führt u.a. auch dazu, dass bundesweit viel mehr Funkbasisstationen errichtet werden müssen, als ursprünglich geplant. Dies wiederrum mit erheblichen nicht eingeplanten Mehrkosten verbunden. Fällt darüber hinaus eine Basisstation aus, bzw. ist nur eingeschränkt verfügbar, besteht keine Garantie, dass wegen vorbeschriebener Reichweitenprobleme eine weiter entferntere Basisstation erreicht werden kann.

    U.a. äusserten mir gegenüber mehrere Polizisten im Sommer 2010 gravierende Digital-Funklöcher im gesamten Stadtgebiet. Diverse Messfahrten brachten keine nachhaltige Verbesserung der Gesamtsituation. Auf den Punkt gebracht, bevorzugen sie entweder den bisherigen Analogfunk, oder greifen gleich auf ihr Dienst-bzw. Privathandy zurück, soweit vorhanden. Der ehem. Vorsitzende der Berliner-GdP Schönberg sagte im März 2010 „das sei Digitalfunk für Arme und gefährdet die Einsatzkräfte aufs Höchste“.

    2. bei schlechten Empfangsverhältnissen: Analogfunk rauscht, dennoch ist im Regelfall durchaus noch der Gesprächspartner/Leitstelle verständlich. Beim Digitalfunk – sowohl beim TMO und DMO-Betrieb – sofortige Klötzchenbildung mit unverständlichen Fragmenten, oder gleich Totalabbruch bzw. Nichtzustandekommen der Funkverbindung.

    Auf den Punkt gebracht brauchen alle Digitalfunk-Verfahren durch die Bank wesentlich bessere effekt. Feldstärken (besseren Empfang) als der Analogfunk.

    3. bei Störungen/Ausfällen des Digitalfunks wären im Vergleich zum bisherigen Analogfunk ALLE Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste betroffen. Tetra-Digitalfunk ist ein sog. Bündelfunknetz. Beim Analogfunk grösstenteils jeweils völlig unabhängige Frequenzen/Kanäle. Deshalb merkt z.B. die Polizei nichts von Funkproblemen der Feuerwehr und umgekehrt.

    4. Motorola-EU-Patentschrift v. 26.1.2005 Seite 2, Satz 25-30 u.a. : Insbesondere im DMO Betrieb kommt es trotz unterschiedlicher Gesprächsgruppen auf Einsatzstellen zu erheblichen Funkproblemen. Grund lt. Motorola eine im DMO-Betrieb nicht gegebene Zeitschlitzsynchronisation im Vergleich zum TMO-Betrieb über Relaissationen. Im Analogfunk vergleichbar mit Zustopfeffekten wegen mangelhafter Empfangsteile (schlechte Trennschärfe bzw. schlechte Grossignalfestigkeit) Derartige Effekte sind zumindest mir bei BOS-Analogfunkgeräten bisher nicht bekannt.

    5. an meinen bereits früher geposteten Punkten änderte sich zwischenzeitlich nichts: In Holland allein 2009 graviererende Digitalfunkmängel (u.a. Attentat auf die holl. Königin, schwere Krawalle in Fussballstadien, Flugzeugabsturz in Amsterdam) und wegen offenkundigen Digitalfunkmängeln bereits 3 tote Feuerwehrleute zu beklagen. Insbesondere häufig überlastete und deshalb zusammenbrechende Digitalfunknetze sprechen wohl gänzlich für sich.

    Fehlbedienungen der Digitalfunkgeräte durch holl. Einsatzkräfte erscheinen wegen der Vielzahl der Vorfälle wenig glaubhaft. Lt. I-netforeneinträgen greift auch die holl. Polizei zumindest bei Grossveranstaltungen wieder vermehrt zum Analogfunk.

    Lt. mir vorliegenden Berichten der engl. BBC: Allein zwischen 2005 und 2008 mind. 93 schwerwiegende Störungen und Totalausfälle des brit. Tetra-Funksystems „Airwave“, insbes. bei Grosseinsatzlagen. Auch hier wegen der Vielzahl der Vorfälle wenig glaubhaft, dass etwaige Geräte-Fehlbedienung durch Einsatzkräfte die Hauptursache dieser Ereignisse sei.

    Schlussfazit: In der Wirtschaft würde jeder Arbeitgeber bei Überlassung mangelhafter Arbeits-bzw. Produktionsmittel spätestens im Havariefall wegen der Haftungs-und Regressansprüche einen guten Rechtsbeistand benötigen. Es ist unverständlich, warum hiervon staatliche Institutionen ausgenommen scheinen.

    Stellt sich auch die Frage, ob beim BOS-Funk generell Digitalfunk-Lobbyisten ungeachtet aller techn. Mängel und Risiken das Sagen haben, oder der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinnt.

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