Medizintechnik: Mit Optimismus in die Krise


Foto: BTLBerlin (rd.de) – Die deutschen Medizintechnik-Unternehmen haben sich trotz der Wirtschaftskrise erfolgreich behauptet, stellte der Branchenverband Spectaris mit einer gesunden Portion Zweckoptimismus bei einem Treffen gestern in Berlin fest.

Die 1.250 deutschen Unternehmen erzielten im vergangenen Jahr einen Umsatzzuwachs von 2,5 Prozent auf 17,8 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2009 ist der Umsatz nur geringfügig um ein Prozent gesunken. Für das laufende Jahr ist die Branche verhalten optimistisch. „Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wird der Markt leicht wachsen“, sagte Ulrich Krauss, Vorsitzender des Fachverbandes Medizintechnik bei Spectaris und prognostizierte ein Plus von einem Prozent.

Allerdings hoffte man letztes Jahr auf bis zu 6 Prozent Umsatzplus und die Wirkungen der Krise dürften erst nach und nach sichtbar werden. Für das laufende Jahr 2009 erwartet man kein nennenswertes Wachstum mehr.

Anlageexperten sehen die Lage der Medizintechnikanbieter hingegen mit gemischten Gefühlen. Kleine und mittelständische Unternehmen hätten schwer unter der Wirtschaftskrise zu leiden. Auch bei den großen Anbietern gibt es bekannte Marken, die schwächeln oder gar in der Existenz gefährdet sind.

Bei Dräger hat sich die Lage nach Prüfung der aktuellen Quartalszahlen verschlechtert. Trotz steigender Umsätze liegt der Erlös satte 77 Prozent unter Vorjahresniveau. Das Bankhaus Lampe stufte die Dräger Vorzugsaktien von „halten“ auf „verkaufen“ herunter. Die Bewerter des „Fuchsbrief“ glauben an einen Erfolg der Gegenmaßnahmen. Unter anderen soll Dräger versuchen seinen Anteil am Joint-Venture mit Siemens zurückzukaufen. Insgesamt liege Dräger spürbar über dem Branchenschnitt und der Fuchsbrief rät zum Kauf der Aktie.

Noch schlimmer sitzt Philips in der Tinte. Die Bereiche Beleuchtung, Unterhaltungstechnik und die Medizintechnik scheint sich im freien Fall zu befinden. 59 Millionen Euro Verlust in ersten Quartal und schlechte Geschäfte in der sonst so krisenfesten Medizintechnik treiben den Managern in den Niederlanden Sorgenfalten auf die Stirn. Bei Siemens zeigt sich die Medizintechnik hingegen als stabilisierender Faktor, ob das aber über 2009 hinweg so bleibt, lässt sich nicht voraussagen.

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