Herz-Lungen-Maschine im Kleinformat


Hirrlingen (pr) – Eine Herz-Lungen-Maschine so groß wie ein Koffer – das war die Vision eines bedeutenden Intensivmediziners. Maquet hat diese Vision mit „Cardiohelp“ umgesetzt. Das System ist nicht nur die kleinste und leichteste Herz-Lungen-Maschine der Welt, sondern eine gesamttherapeutische Lösung für Herzchirurgie, Kardiologie, Intensiv- und Notfallmedizin.

Mit den spezifischen Betriebsmodi und Einmalprodukten ist Cardiohelp für alle Indikationen mit kardialer oder pulmonaler Unterstützung geeignet und damit im Operationssaal genauso einsatzfähig wie im Katheterlabor oder auf der Intensivstation. Damit kann das Prinzip des extrakorporalen Kreislaufs zur Sauerstoffversorgung von Herz und/oder Lunge in neuen Bereichen angewendet werden, um Leben zu erhalten und zu retten.

Aus der Vision ist ein komplettes System gewachsen. Das Herzstück von Cardiohelp ist eine integrierte Antriebs- und Steuereinheit. An diese kompakt (50 cm lang, 26 cm breit und 30 cm hoch) und funktionell gestaltete Box werden die unterschiedlichen Varianten der benötigten Einmalprodukte angedockt.

Cardiohelp zeichnet eine nahezu sofortige Einsatzfähigkeit und eine einfache Bedienung aus. Mit einem einzigen Dreh-Drück-Knopf und einem Touchscreen kann das Gerät von den Pflegekräften bedient werden. Maquet bietet für die unterschiedlichen Anwendungen ein modular aufgebautes Trainingsprogramm an.

Der benötigte Betriebsmodus wird bereits entsprechend der Anwendung konfiguriert. Über einen USB- und einen Ethernetanschluss ist Cardiohelp für den Datenaustausch vorbereitet. Das Gerät kann an eine Netzversorgung, aber auch an das Bordnetz eines Flugzeuges oder Hubschraubers angeschlossen werden.

Mit den integrierten Lithium-Ionen-Batterien ist zudem für 90 min eine netzunabhängige Versorgung garantiert. Dies ist besonders für den inter- und intrahospitalen Transport notwendig. Mit der universellen Halteraufnahme kann Cardiohelp an allen gängigen Trägersystemen sicher fixiert werden.

Genauso einfach ist der Anschluss der Einmalprodukte. Die Aufnahme ist direkt an der Rückseite des Gerätes angeflanscht. Ohne Schlauchverbindungen und Klemmen sind die verschiedenen Oxygenatoren- und Pumpeneinheiten sofort einsatzbereit. Das Cardiohelp-System kann in drei Betriebsmodi und mit drei Einmalprodukten den spezifischen Anforderungen im Operationssaal, der Intensivstation und dem Transport angepasst werden.

Maquet hat bei Cardiohelp die bereits mit dem Oxygenator Quadrox-i begonnene Integration von Kompo-nenten weiter vorangetrieben. Neben der Integration des arteriellen Filters ist in der neuen Einheit, Quadrox-iR genannt, erstmals eine Zentrifugalpumpe integriert. Zusätzlich können auf der Rückseite des Gerätes vier externe Drucksensoren, zwei Temperatursensoren sowie zwei Luftblasensensoren und ein Flusssensor angeschlossen werden.

Die Weiterentwicklung des millionenfach bewährten Quadrox-Systems ermöglicht dank der Integration und der kompakten Bauweise ein minimales Füllvolumen. Die Oxygenator-Pumpen-Einheit garantiert einen konstanten Blutfluss, einen niedrigen Druckabfall und damit in Verbindung mit einem geringen Oberflächenkontakt eine minimale Blutschädigung.

Maquet hat damit für die Herzchirurgie das Prinzip der miniaturisierten extrakorporalen Kreislaufunterstützung (MECC) weiter optimiert. Das MECC-System wurde Ende der 90er-Jahre von Maquet entwickelt. Die miniaturisierte extrakorporale Kreislaufunterstützung in Kombination mit minimalinvasiv ausgeführten herzchirurgischen Eingriffen bietet anerkannte Vorteile und wird von spezialisierten Zentren inzwischen routiniert durchgeführt.

Neben der Anwendung in der Herzchirurgie hat Maquet ein Produkt für die Langzeitanwendung in der Intensivmedizin entwickelt. Dieses integriert neben dem Oxygenator und der Zentrifugalpumpe auch die Sensorik für drei Blutdruckparameter und die Temperatur. Diese werden auf dem Display angezeigt und das Pflegepersonal kann das System einfach kontrollieren. Ausgestattet mit einer hochwertigen Diffusionsmembran und einer bio-kompatiblen blutschonenden Bioline-Beschichtung wird das Produkt mindestens eine 14-Tage-Zulassung erhalten.

Noch weiter geht die Integration bei der Premiumlinie des Produkts. Ergänzend zu der Druck- und Temperatursensorik können weltweit erstmalig in einem Einmalprodukt mit einem Hightech-Sensor die wesentlichen Parameter venöse Sättigung (SvO2), Hämatokrit- (Hct) und Hämoglobinwert (Hb) sowie die venöse Temperatur (Tv) bestimmt werden. Bislang konnten diese Parameter nur mit einem externen Blut-Analyse-Gerät gemessen werden. Das Produkt wird mit einer Transportzulassung und einer Zulassung für mindestens 14 Tage auch in der Notfallmedizin eingesetzt.

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