Digitales Funknetz für Fußball-EM


Basel (Siemens) – In weiten Teilen der Schweiz hat Siemens IT Solutions and Services einen digitalen Bündelfunk eingeführt. Polizei, Feuerwehr, Krankentransporte und Zivilschutz kommunizieren dabei über ein einheitliches, verschlüsseltes und abhörsicheres Funknetz. Einsätze lassen sich so wesentlich einfacher koordinieren. Die Schweiz gehört beim Behördenfunk für Multiorganisationen damit zu den Vorreitern in Europa. Rechtzeitig zur Fußball-Europameisterschaft erhielt jetzt auch der Austragungsort Basel den Bündelfunk, Bern und Genf sind bereits dabei. Siemens hat dafür die Netz- und IT-Infrastrukturen geschaffen und die Hand- und Mobilfunkgeräte geliefert. Der Auftrag in Basel hat ein Volumen von knapp acht Millionen Euro.

„Erstmals können die verschiedenen Organisationen mit dem gleichen Funksystem arbeiten“, sagte Marcus Müller, Leiter des Amtes für Militär und Bevölkerungsschutz. „Die Kooperation zwischen den einzelnen Beteiligten wird durch die Siemens-Lösung deutlich vereinfacht. Eine schnelle und zuverlässige Kommunikation ist bei Großereignissen sehr wichtig.“

Die Siemens-Lösung verbindet zum ersten Mal alle Blaulicht-Organisationen miteinander, die im Bereich Rettung und Sicherheit arbeiten. Über einen Gruppenruf, eine definierte, dreistellige Zahl, lassen sich alle Beteiligten im Katastrophenfall zusammenschalten – egal, ob auf nationaler, regionaler oder kantonaler Ebene. Die Einsatzkräfte können sich dann direkt in eine Gruppe einwählen, mithören und antworten. Die Gespräche sind verschlüsselt; unerwünschte Zuhörer bleiben draußen.

Seit April 2008 ist die Stadt Basel über den digitalen Bündelfunk vernetzt und einsatzbereit für die Fußball-Europameisterschaft. 1.300 mobile Handfunkgeräte hat Siemens dafür geliefert. Im Basler Umland soll eine weitere Station im Mai für Fußball-Übertragungen an öffentlichen Plätzen hinzukommen – das so genannte Public Viewing.

Siemens IT Solutions and Services kümmert sich bei dem Projekt um die gesamte Planung, die Realisierung, die Inbetriebnahme sämtlicher Systeme sowie deren Infrastrukturen und liefert auch die Endgeräte für die Lösung. Die Schweiz koordiniert den landesweiten Aufbau, plant die Standorte der Basisstationen sowie die Frequenzen und verbindet die Teilnetze.

Als erste Region führte der Kanton Thurgau 2000 diese Lösung ein. Bis heute haben bereits mehr als die Hälfte der Schweizer Regionen und Städte vom analogen auf den digitalen Funk umgestellt. Die Stadt und der Kanton Zürich sollen bis 2009 folgen. Ende 2012 will die Schweiz alle 26 Kantone und über 50 Organisationen mit der neuen Lösung erschlossen haben: vom kantonalen und kommunalen Polizeikorps über Feuerwehren, Rettungsorganisationen und Zivilschutz bis hin zum Grenzwachtkorps und der Militärpolizei. Ungefähr 700 Basisstationen sollen dann bis zu 30.000 Hand- und Fahrzeuggeräte versorgen.

 

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