10.000 digitale Funkgeräte für Hamburg


Hamburg (pm) – Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus hat gestern, an der Davidwache auf St. Pauli symbolisch die ersten von rund 10.000 digitalen Funkgeräten für Polizei und Feuerwehr in Empfang genommen.

Die Firma Selectric Nachrichten-Systeme aus Münster übergab dem Innensenator Christoph Ahlhaus die ersten Geräte, mit denen Hamburgs Sicherheitsbehörden in den nächsten drei Jahren digital funken werden. Damit hat Hamburg einen bedeutenden Schritt zur Einführung des Digitalfunksystems für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben getan.

Innensenator Christoph Ahlhaus: „Bei der Einführung des Digitalfunks kommen wir in Hamburg gut voran. Unsere Feuerwehrleute, Polizisten und Katastrophenschützer haben in verschiedenen Praxistests hervorragende Erfahrungen mit dem Digitalfunk in Hamburg gemacht.“

Anfang des kommenden Jahres 2010 wird mit der Auslieferung der Geräte begonnen, und die ersten Polizei- und Feuerwehrbeamten werden im Umgang mit der neuen Technik geschult. Im Frühjahr 2010 soll der Netzabschnitt Hamburg der Bundesanstalt für den Digitalfunk (BDBOS) den notwendigen Ausbaustand für den Start des „erweiterten Probebetriebs“ erreicht haben und die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei angebunden sein. Mitte Oktober 2010 soll dieser Probebetrieb in den Regelbetrieb übergehen.

Der an die Firma Selectric Nachrichten-Systeme GmbH vergebene Auftrag beinhaltet Handfunkgeräte und Geräte der Marke „Sepura“ für den Einbau in Einsatzfahrzeuge und in die Gebäude von Feuerwehr und Polizei. Der Auftragswert für die rund 10.000 Geräte beträgt ca. 5,3 Mio. Euro. Für Hubschrauber, Motorräder und für die Einsätze in explosionsgefährlichen Umgebungen werden Spezial-Funkgeräte benötigt, die jetzt noch in kleiner Stückzahl beschafft werden müssen.

Anfang 2010 erfolgt für die Beschaffung des erforderlichen Zubehörs (Hör- und Sprechgarnituren für Helme oder Ladehalterungen in Fahrzeugen) eine weitere europaweite Ausschreibung.

3 Responses to “10.000 digitale Funkgeräte für Hamburg”

  1. Manuel on November 21st, 2009 16:50

    Teilzitat des Hambuger Innensenators: “ Unsere Feuerwehrleute, Polizisten und Katastrophenschützer haben in verschiedenen Praxistests hervorragende Erfahrungen mit dem Digitalfunk in Hamburg gemacht.“

    Wobei diese Praxistests wohl im sog. Nahbereich gemacht wurden,. wo bekanntermassen alle Funkverfahren – digital und analog – gleichermassen gut funktionieren.

    U.a. holländische Feuerwehrleute beklagen seit Jahren erhebliche Probleme – auch mit dem TETRA-Digitalfunk – welcher in Deutschland und somit in Hamburg kommen soll. Als Konsequenz dessen sind in Holland mind. 3 im Einsatz ums Leben gekommene Feuerwehrleute zu beklagen. Näheres jetzt in diesem Beitrag.

    Vorbemerkungen:

    – Sofern keine ausdrücklichen Querverweise auf Internetseiten enthalten sind, können die einzelnen Punkte z.B. nach Google-Eingabe mit der Suchmethode „Datum, Stichwort, Medienquelle, etc…“ selbst nachvollzogen werden.

    – Der Beitragsverfasser hatte div. Gespräche mit BOS-Funkanwendern. Diese sind u.a. wegen ihrem jeweiligen Dienstverhältnis (z.B. Beamtenstatus) zur Verschwiegenheit verpflichtet. Deshalb wird jegliche Auskunft bezüglich Ihrer jeweiliger Identität grundsätzlich verweigert. Das betrifft auch andere Personen, welche dem Beitragsverfasser unter Massgabe des Vertrauens „einiges“ aus dem beruflichen „Nähkästchen“ zu berichten wussten.

    – Ich selbst bin nicht gewillt, mit meinen Steuergeldern ein mehr als risikobehaftets Projekt mitzufinanzieren, wobei die letztendlichen Kosten nicht abschätzbar sind. Desweiteren ist bei Störungen/Ausfällen des Digitalfunks auch meine persönliche Sicherheit nicht mehr gewährleistet.

    Schwere Mängel und Risiken beim BOS-Digitalfunk
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    In der ZDF-Sendung „Frontal21“ v. 14.10.2008 mit dem Titel „zu teuer, zu spät, zu schlecht – sinnloser Behördenfunk“ wurden u.a. sowohl die niedrige
    Reichweite, als auch die sehr geringe Übertragungsrate von 3Kbit/sek erwähnt. Lt. einem Professor für Kommunikationstechnik befinden sich
    Verbrecher längst im Ruhestand bevor die nötigen Fahndungsdaten übertragen sind. Mit der Datenrate von 3kbit/sek seien bestenfalls Telefonate
    möglich.

    Nötige Erhöhungen der Übertragungsraten und weitere techn. Verbesserungen wären mit Mehrkosten von mind. 2-3 Mrd Euro verbunden.
    Die bisherigen Kostenplanungen gehen bundesweit von gut 5 Mrd Euro aus.

    Ein Berliner Polizist führte bezgl. der Reichweiten sehr praktisch die zu erwartenden Defizite vor: Im Hausflur nur 2m von der Haustür entfernt
    zeigte sich ein sehr schwacher Empfang auf seinem Digitalfunkgerät, welcher bei 3m von der Haustür entfernt völlig ausfiel. Lakonischer
    Kommentar des Beamten: Im Ernstfall wäre ich mit dem Digitalfunk verloren.

    Vorsitzende der Polizeigewerkschaften brachten es drastisch auf den Punkt:

    Mit dem neuen Digitalfunk sei auf Jahre hinaus keine professionelle Polizeiarbeit machbar. U.a. deswegen wurden im Zeitraum
    Sept.-Okt. 2008 an die Berliner Mitglieder der GdP Diensthandys verteilt, damit sie nicht auf ihre Privatkosten dienstliche Telefonate
    vom Einsatzort machen können.

    Wohl nicht ohne Grund verweigerten sowohl die zuständige Bundesanstalt für den BOS-Digitalfunk BDBOS, als auch das Bundesinnenministerium
    jegliche Stellungnahmen und Interviews zu den Mängeln und Risiken. Vielmehr vertraten sie die Auffassung, dass die bisherigen Planungen
    allen Erfordernissen und Einsatzlagen gerecht würden.

    Wenige Tage später beim „RTL-Nachtjournal“ beklagten auch Feuerwehreinsatzkräfte diese Mängel und Risiken. „Mit diesem Digitalfunk
    können wir an der Einsatzstelle nicht effektiv arbeiten“ war noch eine der zurückhaltenden Aussagen im Beitrag.

    Hier weitere Informationen, welche wegen der zur Verfügung stehenden Gesamtsendezeit nicht berücksichtigt werden konnten, aber nicht minder interessant sind -die ZDF-Sendung liegt dem Beitragsverfasser als Videomittschnitt vor:

    Leistungskapazität des Digitalfunks:
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    Die zuständige Bundesanstalt für den BOS-Digitalfunk bestätigte am 15.10.2008 in einer Stellungnahme die Datenrate 3Kbit/sek innerhalb des TETRA-Relaese 1 Verfahrens. 3Kbit/sek sind aber nur bei voller Verfügbarkeit aller Kapazitäten des Digitalfunksystems machbar. Bei starkem Funkverkehr reduziert sich diese Rate entsprechend drastisch. Weiterhin dürfte bei solchen Datenraten die Übermittlung von Einsatzlageplänen, Fahndungsfotos, etc… gelinde gesagt „seine Zeit“ dauern.

    Pikant hierbei: Die zur Verfügung stehenden Kapazitäten müssen sich sowohl Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und das THW gemeinsam teilen, um nur einige Nutzergruppen zu nennen.

    Dass mit dem Analogfunk keine Daten und Textnachrichten übertragen werden können, ist unzutreffend. Hier wird seit Jahren u.a. das sogen. POCSAG-Verfahren angewandt, womit beispielsweise Einsätze für Rettungs-und Feuerwehrpager übertragen werden. Diese Möglichkeit ist deshalb beim Digitalfunk kein Novum an sich.

    Die Erhöhung/Verbesserung der Datenrate hätte zur unmittelbaren Folge, dass alle bisherigen Digital-Endfunkgeräte wiederrum ausgetauscht werden müssten, weil sie für höhere Datenraten inkompatibel sind. Dieses räumte auch Berlins Innensenator Körting auf eine parlamentarische Anfrage 2007 im Berliner Senat, als auch in der erwähnten ZDF-Sendung ein.

    Am Beispiel Niedersachsen beträfe dieses allein 14.000 Geräte, Berlin gut 20.000 Endgeräte, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt jeweils rd. 18.500 Geräte. Lt. Angaben vom BR 8.7.2009 benötigt Bayern lt. ersten Schätzungen rd. 100.000 Endgeräte.

    Die damit verbundenen erheblichen Mehrkosten dürften dem dt. Steuerzahler schwer vermittelbar sein. Anders gesagt, zahlt er für den Polizei-Digitalfunk doppelt.

    Digitalfunk-Kosten:
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    Dass die Kosten offenbar völlig aus dem Ruder laufen, zeigt als erstes ein Original-Teilzitat der „Berliner-Zeitung“ v. 19.5.2009: 2009: Pro Vermittlungsstelle (Basisstation) waren ursprünglich 1,5 Millionen Euro errechnet worden. Letztendlich kosteten sie das Doppelte.

    In der Sendung „Jetzt red i, Europa “ v. 4.6.2008 des Bayerischen Fernsehens erwähnte Georg Schmid, Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion auf eine Zuschauerfrage, dass die laufenden Betriebskosten des Digitalfunks „wesentlich teurer werden als heute“. Anders gesagt, fallen die laufenden Digitalfunk-Betriebskosten um ein vielfaches teurer aus, als beim jetzigen Analogfunk.

    Lt. BR v. 8.7.2009 betragen die laufenden Betriebskosten nach Angaben von Bayerns Innenstaatssekretär Weiss gegenüber dem Ausschuss für innere Sicherheit schätzungsweise 37 Mio Euro pro Jahr, beim bisherigen Analogfunk sind es rd. 8 Mio Euro – entspricht einer gut vierfachen Kostensteigerung!
    Die geschätzten Gesamtkosten für Bayerns Digitalfunk bis 2021 beliefen sich auf 800 Mio Euro, allein die Betriebskosten werden mit rd. 450 Mio Euro veranschlagt.

    Berlins Innensenator Körting erwähnte in der Berliner Morgenpost v. 19.5.2009 laufende jährliche Betriebskosten für den Digitalfunk von gut 10 Mio Euro.

    In anderen Bundesländern dürfte es sich ähnlich verhalten: Erheblich höhere laufende Digitalfunkbetriebskosten als beim bisherigen Analogfunk!

    Gelinde als „Super-GAU“ der Kostenexplosion lässt sich ein Bericht des „Behördenspiegel“ vom 10.August 2009 bezeichnen. Mit Berufung auf Informationen aus dem Haushaltsausschuss und des Innenministeriums heisst es hier u.a:

    Allein die zu zahlenden Anteilskosten der Netzinfrastruktur für den Bund sollen um 30% auf über 3.625 Mrd Euro steigen. Überraschend hoch belaufen sich lt. Behördenspiegel auch die Kosten des derzeitigen Interimsnetzes von EADS und T-Systems: Zum Jahresende 2009 sind hierfür 190 Mio Euro fällig. Lt. Behördenspiegel „unglaublich und nicht nachvollziehbar“. Die Gründe lägen lt. Behördenspiegel bei der Unerfahrenheit der Mitarbeiter der Bundesanstalt für den Digitalfunk (BDBOS), welche „überraschend operative Aufgaben hätten übernehmen müssen“. Auch recht unerfahrene Mitarbeiter von IT-Beratungshäusern mit viel zu niedrigen Tagessätzen für Beratungsleistungen hätten lt. Behördenspiegel einen massgeblichen Anteil mitzuverantworten.

    Die genannten 3.625 Mrd Euro wären im Zweifelsfall zu den bisher in Medienberichten genannten rd. 4.5 Mrd Euro als fakultativ anzusehen. Ergäben rechnerisch somit mind. 8.10 Mrd Euro. Weitere „überraschende“ Kostensteigerungen für das Gesamtprojekt sind bundes-bzw. länderweit zu erwarten.

    Bei allen hier genannten Beträgen dürfte es sich lediglich nur um die Spitze des Eisbergs handeln – die tatsächlichen Kosten liegen wie bei anderen bisherigen Bundesprojekten (z.B. Magnetbahntrassen und LKW-Maut) erheblich höher. Ausserdem erscheinen die hier erwähnten „recht unerfahrenen Behörden-Berater und -Mitarbeiter“ wenig glaubhaft. Tatsächlich wurden die real anfallenden Kosten wegen den innerhalb dieses Beitrags ausführlich erwähnten Mängel und Risiken beim BOS-Digitalfunk durch die Verantwortlichen schlicht und einfach grenzenlos unterschätzt. Lt. „Behördenspiegel“ werden rd. 4300 für ganz Deutschland benötigte Basisstationen benötigt. Andere Studien gehen von mind. 5000-7000 benötigten Basisstationen aus, was wegen erheblicher Reichweitenprobleme techn. realistischer erscheint.

    Der Einzug ins „Schwarzbuch“ vom Bund Deutscher Steuerzahler in gleich zwei Kapitel „Teure Fehler“ und „Kostenexplosion“ dürfte für den BOS-Digitalfunk problemlos machbar sein und einen bis dahin einmaligen Vorgang insgesamt darstellen!

    Gelinde gesagt sehr fragwürdige Finanzierungspläne offenbaren sich z.B. lt. mir vorliegenden Infos vom Juli 2009 z.B. in Brandenburg und dem Saarland.

    Brandenburg:
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    U.a. sollen als Kostenträger für Digitalfunk-Endgeräte der Rettungsdienste die Krankenkassen „herhalten“. Es wäre nicht verwunderlich, wenn die betroffenen Krankenkassen dagegen Widerspruch einlegen, zumal sie lt. Medienberichten v. 6.10.2009 Milliarden-Verluste erwarten. Verlaufen diese Widersprüche auch nur teilweise erfolgreich, wäre somit diese Finanzierungsquelle infrage gestellt.

    Saarland:
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    Bemerkenswert sind hier beabsichtigte Kostenpunkte „Grundgebühr für jedes Endgerät“ und die „Aufteilung nach dem Funkaufkommen“.
    Zumindest mich erinnert dies an Grundgebühren für Handys, und deren Minuten-Verbindungspreise.

    Sarkastisch angemerkt, dass hoffentlich eine „BOS-Flatrate“ z.B. für Textkurznachrichten bzw. Pager-Alarmierungen vereinbart wurde.

    Als ein kommunales Kostenrisiko erscheint die „Aufteilung nach dem Funkaufkommen“ – insbesondere bei Grosseinsätzen – bzw. Schadensereignissen mit entsprechend viel Funkverkehrsaufkommen.

    Anders gesagt: Viel Funkverkehr = hohe Verbindungskosten für den jeweiligen BOS-Bedarfsträger bzw. die jeweils betroffene Kommune.

    Bei Grosseinsätzen bzw. Grosschadenslagen wird der anfallende BOS-Digitalfunkverkehr für die Betroffenen ein „teueres Vergnügen“. Hoffentlich weigert sich nach evtl. Digitalfunk-Einführung keine Feuerwehr bzw. BOS-Hilfsorganisation zum Einsatz auszurücken, weil wegen abzusehenden starken BOS-Digitalfunkverkehr das zugewiesene Finanzbudget gesprengt wird.

    Ein gelinde gesagt befremdliches Vorgehen gegenüber einem sicherheitsrelevanten Funkdienst.

    Schon deshalb erscheint der BOS-Digitalfunk und dessen bundesweite Einführung höchst zweifelhaft. Der bisherige Analogfunk ist erstens nicht mit derartigen Folgekosten verbunden, und zweitens reichweitenstärker und betriebssicherer als der Digitalfunk.

    Generell sind in Deutschland viele Hilfsorganisationen und Rettungsdienste vornehm gesagt „finanziell äusserst klamm“.

    Als Beispiel der Verweis auf die Tatsache, dass teilweise sehr alte Fahrzeuge und Rettungsgeräte im Einsatz/Benutzung sind, weil für nötige Neuinvestitionen schlicht die Finanzmittel fehlen.

    Kommen jetzt noch die Beschaffungskosten für Digitalfunkgeräte dazu, verschlimmert dies die finanzielle Ausgangssituation. Viele Kommunen und Landkreise werden z.B. durch immer höher werdenen Sozialkosten z.B. für Hartz IV Empfänger und anderer Sozial-Bedürftiger, mehr als stark in Anspruch genommen. U.a. deshalb dürften viele Feuerwehren bzw. Rettungsdienste auf lange Zeit den Analogfunk beibehalten.

    Zumindest in Bayern sollen die „Baulastträger“ von grossen Gebäuden, bzw. Tunneln sämtliche Kosten von Aufbau und Betrieb von BOS-Digitalfunkumsetzern zur Sicherstellung der Funkversorgung selbst tragen.

    Dies dürfte auch für „Baulastträger“ von Tunneln und Gebäuden anderer Bundesländer zutreffen.

    Abgesehen von der technisch-physikalisch bedingt wesentlich geringeren Reichweite im Vergleich zum bisherigen Analogfunk – insbesondere im DMO-Modus – dürfte der jeweils kostenmässig betroffene Baulastträger evtl. Widerspruch erheben. Ist sein Widerspruch bezüglich der vollständigen Kostenübernahme für Einbau, Installation und Wartung für TMO-Einrichtungen innerhalb seines Objekts erfolgreich, ist somit die gesamte Digitalfunk-Versorgung des betroffenen Objekts und somit auch die Sicherheit von Einsatzkräften und anderen Personen im Ernstfall infrage gestellt.

    Zusammengefasst gesagt wird angesichts aller innerhalb dieses Schreibens genannten Punkte bezüglich Kostenverteilung zwischen den jeweiligen Bundesländern und Kommunen mit „vielen Unbekannten“ gepokert. Von der vorerwähnten finanziellen Überforderung vieler Kommunen, Landkreise, BOS-Bedarfsträger, etc… ganz abgesehen.

    Digitalfunk in Deutschland und anderen Ländern:
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    Kein einheitl. Digitalfunkstandard in Europa. Deutschland plant den Aufbau eines TETRA-Systems U.a. die Schweiz, Frankreich, Tschechien und weitere Länder funken aber mit Tetra-Pol. Beide Systeme sind untereinander inkompatibel. Somit ist kein grenzüberschreitender Funkverkehr möglich. Eine Vereinheitlichung des grenzüberschreitenden Funkverkehrs europäischer Sicherheitsbehörden und Rettungsdienste wurde jedoch von den politisch Verantwortlichen als einer Hauptgründe für die Digitalfunkeinführung genannt.

    In der „Passauer Neuen Presse“ v. 18.3.2009 „Sprachlosigkeit trotz Digitalfunk“ offenbaren sich zwischen Deutschland und Österreich diese Mängel aufgrund unterschiedlicher Digitalfunksysteme und stellt die politisch beabsichtigte Vereinheitlichung des grenzüberschreitenden Funkverkehrs mit dem BOS-Digitalfunk in Abrede.

    Lt. sicheren Informationen vom August 2008 laufen in vielen europäischen Ländern der Digitalfunk und Analogfunk im Parallelbetrieb., z.B. in
    Schweden. Zumindest in Schweden gibt es keine Absichten dieses zu ändern.

    Digitalfunk-Betriebssicherheit:
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    Im Vergleich zum Analogfunk ist Tetra-Digitalfunk ein Bündelfunk, somit ist ein grossflächig eingeschränkter Betrieb/Totalausfall bei Systemstörungen möglich. Hiervon wären sowohl Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste gleichermassen betroffen.

    Beim Analogfunk grösstenteils unabhängig voneinander arbeitende Kanäle/Frequenzen.

    Schlimmstenfalls fallen beim Analogfunk einzelne Kanäle/Frequenzen aus, jedoch keine kompletten Bereiche.

    Für solche Fälle stehen grundsätzlich genügend Reservekanäle/Frequenzen zur Verfügung, wohin die einzelnen Benutzergruppen problemlos ausweichen können.

    Abgesehen davon, merkt z.B. die Polizei nichts davon, wenn bei der Feuerwehr einzelne Kanäle ausfallen.

    Kommt es wie schon erwähnt, zu Störungen/Teilausfällen des Digitalfunknetzes, wären im Vergleich zum Analogfunk, ALLE Nutzer bei Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, etc… gleichermassen betroffen.

    Auch Handynetze weisen technisch viele Parallelen mit Digital-Bündelfunksystemen auf. Hier die bisher bekannten Störungen/Ausfälle mit den stärksten Auswirkungen. Die räumliche Zeitnähe aller genannten Vorfälle spricht wohl für sich.

    Am 21.4.2009 zwischen 16 Uhr bis teilweise 20:30 Uhr deutschlandweiter T-mobile Totalausfall. Hier waren während gut 4 Stunden keine abgehenden und ankommende Telefonate nebst UMTS-und SMS Anwendungen möglich.

    Am 16.5.2009 eine erneute T-mobile Störung, bei der während mehrerer Stunden schwerwiegende DNS-Probleme auftraten. Als Folge war in mehreren Teilen Deutschlands der Handy-Internetzugang blockiert. Weitere Auskünfte wollte ein Unternehmenssprecher auf entsprechende Anfrage nicht geben.

    Auch bei Vodaphone kam es am 10.4.2008 abends zum zeitweisen Totalausfall des Mobilfunknetzes. Ursächlich soll (Ausgabe der Berliner-Morgenpost v. 11.4.2008) ein Wartungsfehler bei einem Rechner sein, dessen Absturz zu einer Kettenreaktion führte.

    Am 11.6.2009 waren alle Landesbehörden Thüringens durch einen Defekt im Rechenzentrum vollständig vom Datennetz einschliesslich des Emailversands abgeschnitten. Bedingt durch den in Bayern gesetzlichen Feiertag Frohnleichnam dauerte der Ausfall ungewöhnlich lange bis Freitag 12.6.2009.

    Am 25.6.2009 zwischen 13:30 Uhr-15:00 Uhr trat wegen Softwareproblemen an einem zentralen Vermitttlungsrechner bei E-plus eine deutschlandweite Störung auf. Als Folge konnten lt. einem Unternehmenssprecher betroffene Kunden weder Anrufe noch SMS empfangen, konnten jedoch selbst Anrufe tätigen.

    Am 30.6.2009 war der Ort Balderschwang bei Kempten im Oberallgäu für eineinhalb Tage weder über Festnetz noch über Handynetze erreichbar. Grund war ein defektes Bauteil bei einem schwer zugänglichen Funkmast auf dem Nebelhorn. Während des Ausfalls bestand (Analog!!) Funkverbindung zwischen der Polizei und den Rettungsdiensten.

    Wesentlich schlimmere Folgen von Störungen/Totalausfällen als zeitweise nicht telefonisch erreichbar zu sein, sind jedoch bei einem sicherheitsrelevanten System -im konkreten Fall des Polizei-Feuerwehr-und Rettungs-Digitalfunks – zu befürchten. Ein flächendeckender Teil-bzw. Totalausfall des jetzigen Analogfunks ist lt. meinen Recherchen seit gut 40 Jahren bislang nicht aufgetreten, weil technisch unmöglich.

    Anders gesagt, ist bereits EINE Havarie bei einem sicherheitsrelevanten Funkdienst eine Havarie zuviel.

    Schon hier sollte die Frage nach Verbesserung der inneren Sicherheit durch die Digitalfunk-Einführung im Interesse der Digitalfunk-Befürworter besser unbeantwortet bleiben.

    Die Störungssuche-und Beseitigung ist beim Digitalfunk wegen dem techn. Aufwand erheblich aufwendiger, deshalb langwieriger und somit teurer als beim Analogfunk.

    Lt. Mitte Febr. 2009 veröffentlichten Berichten legte der PC-Wurm „Conficker“ etliche Rechner/Netzwerke der Bundeswehr und anderen europäischen Streitkräften lahm, darunter auch Kommunikationsinfrastrukturen. Wie alle Netzwerke ist auch der evtl. kommende BOS-Digitalfunk auf Bündelfunkbasis beruhend keineswegs davor gefeit. Beim bisherigen Analogfunk ist dies nahezu ausgeschlossen, weil technisch gesehen alle Frequenzen/Kanäle ohne PC-Einsatz weitgehend unabhängig voneinander arbeiten.

    Kommunikationsreserven:
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    Beim Analogfunk: jeweils unabhängiger 4m + 2m Bereich + Handynetze = insgesamt gut 3 jeweils unabhängige Kommunikationsmöglichkeiten.

    Beim geplanten Digitalfunk: nur EIN Funknetz. Bei Systemstörungen bzw. Ausfällen verbleibt nur noch EINE Kommunikationsreserve (das normale
    Handy). Die sich hier stellende Frage nach der beabsichtigten Verbesserung der Sicherheit für Einsatzkräfte/Bevölkerung durch Einführung des Digitalfunks sollte besser unbeantwortet bleiben.

    Notrufe per Digitalfunk
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    Eine Unterbrechung bestehenden Funkverkehrs bei Notfällen ist lt. mehrfachen Aussagen von BOS-Nutzern nur mit Sonderberechtigung bzw. entsprechend programmierter Endgeräte möglich. Ein „ins Wort fallen“ wie beim Analogfunk ist nicht ohne weiteres machbar.

    Reichweitenprobleme:
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    Was u.a.lizensierte Funkamateure schon längst wissen: Je höher die Betriebsfrequenzen desto geringer die quasi optische Reichweite.
    Physikalische Grundsätze lassen sich auch nicht durch Digitalfunk-Befürworter ausser Kraft setzen.

    Der neue BOS-Digitalfunk arbeitet im Bereich von 380-400 MHZ, der bisherige Analogfunk im Bereich von rd. 85 MHZ und rd. 170 MHZ.

    Das Versprechen der Befürworter dass mit der Digitalfunkeinführung alle Funklöcher gestopft werden, lässt, sich nur mit erheblichem Mehraufwand im Vergleich zum Analogfunk erzielen. Die lt. Sprecherin des Innensenators Körting erwähnten 37 Basisstationen für ganz Berlin dürften viel zuwenige sein, speziell betreffs der Inhouse-Versorgung. Lt. Pressemeldung v. 6.7.2008 räumt die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion ein, dass eine 100%ige Flächenabdeckung bezüglich der Funkreichweite „weder technisch noch finanziell machbar wäre“. Dies spricht wohl für sich.

    Auf der Seite „www.bdbos.de“ unter dem Punkt „Techn. Mindestanforderungen“ finden sich im PDF-Format u.a. vorgegebene Mindestreichweiten im DMO-Modus (Direct-Modus) ohne Relaisfunkstellen für Handfunkgeräte von mind. 2km und Mobilfunkgeräte mind. 5km bei jeweils 1,50m Antennenhöhe über Grund im „ideal-freiem Gelände“ gleichbedeutend für plattes Land ohne Waldschneisen, Gebäude, Berge, etc…

    Im Praxisfall herrscht jedoch kaum „ideal-freies Gelände“ vor. Ausserdem sind sowohl wegen der Trägerfrequenz, als auch wegen der digitalbedingt grösseren Störanfälligkeit (nachfolgender Stichpunkt „Schlechte Funkverbindung) im Vergleich zum bisherigen Analogfunk diese Reichweitenvorgaben stark anzuzweifeln.

    Diesbezüglich musste Bundesinnenminister Schäuble am 18.5.2009 anlässlich des mit grossem Medienaufwand erfolgten Digitalfunk-Starts in Berlin öffentlich einräumen, dass wegen der Reichweitenproblematik viel mehr Funkmasten/Basisstationen benötigt werden, als eigentlich vorgesehen.

    Lakonisch angemerkt, dürfte es hier nicht das einzige Digitalfunk-Manko sein, was zukünftig öffentlich noch eingeräumt werden muss.

    Lt. Pressemitteilung v. 22.10.2008 z.B. auf „Rettungsdienst.de“ will Thüringens Feuerwehr bis auf weiteres den Analogfunk beibehalten. Die Verantwortlichen sagen, dass eine Funkversorgung innerhalb von Gebäuden nicht gewährleistet ist. Offensichtlich zeigten sich hier bereits gravierende Reichweitenprobleme gegenüber dem Analogfunk. Auch dies spricht keineswegs für den BOS-Digitalfunk.

    Auch gibt es lt. bisher vorliegenden Infos erhebliche Funkverbindungsprobleme beim BOS-Digitalfunk im Fahrbetrieb oberhalb 130km/h. Der Grund liegt in den Laufzeiten zwischen Funkteilnehmer und der Basisstation (sog. Lattenzauneffekt) Die Probleme äussern sich durch „heftige Aussetzer“ oder Totalabbruch bestehender Verbindungen.

    Übertragungssicherheit:
    ——————
    Grundsätzlich benötigen alle Digitalfunkverfahren im Vergleich zum Analogfunk mehr effektive Feldstärke (besseren Empfang), weil ausser der eigentlichen Trägerfrequenz zusätzlich u.a. Symbolraten, Fehlerkorrekturen und Zeitschlitze mit übertragen werden müssen. Fällt eines der vorgen. Parameter aus, bricht entweder die gesamte Funkverbindung ab, oder kommt nicht zustande.

    Schlechte Funkverbindung:
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    Beim Digitalfunk = Abbruch bzw. Nichtzustandekommen. Die techn. Toleranzgrenzen sind hierbei niedriger als beim Analogfunk – u.a. Stichwort „Übertragungssicherheit“. Schlechter Digitalfunkempfang äussert sich durch unverständliche Klötzcheneffekte vergleichbar mit schlechtem Handyempfang.

    Beim Analogfunk = schlimmstenfalls ein Rauschen bei dem die Stimme der Leit-bzw. Gegenstelle durchaus noch hörbar bzw. verständlich ist.

    U.a. in Hamburg und Hannover, gibt es „keine grosse Begeisterung“ der Einsatzkräfte wegen bisheriger Praxiserlebnisse- bzw. Ergebnisse. Lt.
    Aussagen von Polizisten ist kein flüssiger Funkverkehr wie beim Analogfunk machbar.

    In Dänemark gab es mind. bereits ein Todesfall (Rettungswagen per TETRA-Digitalfunk unnereichbar, deshalb zu spät beim
    Patienten). Hierzu Querverweis auf

    >>http://www.feuerwehr-weblog.de/2007/06/14/daenemark-probleme-mit-digitalfunk/<>http://www.funkmeldesystem.de/foren/showpost.php?p=323068&postcount=<&lt;

    Zu beiden Querverweisen liegt der jeweilige Originalinhalt vor und kann bei Bedarf im HTML-Format eingespielt werden.

    Digitalfunk und Öffentlichkeitsarbeit:
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    Lt. diversen Infos schlägt der Bundesrat in einer Gesetzesentwurf-Stellungnahme v. 15.5.2009 vor, dass die Gesamtzahl der Digitalfunk-Basisstationen als geheime Verschlussache zu behandeln wäre. Lt. sinngemässer Begründung handele es sich um ein „Hochsicherheitsnetz“. Die öffentliche Einsichtnahme der Gesamtzahl, Sendeleistung und Standort der jeweiligen Basisstation könne die Existenz der Bundesrepublik Deutschland bzw. einzelner Länder gefährden.

    Div. Bügerproteste z.B. in Hohenneudorf bei Berlin im Jahr 2009 führten bereits dazu, dass Digitalfunkmasten entgegen der ursprünglichen Planung nunmehr Standorte ausserhalb von Wohngebieten/Ortschaften bekamen.

    Spekulativ gesagt, dürften sich deshalb die wahren Gründe für das Gesetz im Rahmen der bewussten Vorenthaltung der Mängel und Risken des Digitalfunks gegenüber der breiten Öffentlichkeit bzw. Unterdrückung von Bürgerprotesten bewegen. Das Bundesinnenministerium räumte u.a. ein, dass Bürgerproteste erhebliche Zeitverzögerungen hinsichtlich der Standortaquisition und der endgültigen Digitalfunkeinführung mit sich brächten.

    Bei Inkrafttreten des geplanten Gesetzes, wäre ferner die freie Berichtserstattung aller Medien zum Thema BOS-Digitalfunk erheblich eingeschränkt bzw. völlig unterbunden. Dieses verstösst u.a. gegen die geltende Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, wonach alle Medien sinngemäss uneingeschränkt überparteilich, wertneutral und objektiv berichten dürfen. Von Möglichkeiten der Bürgerinitiativen und deren zukünftig eingeschränkten Einspruchschancen ganz abgesehen.

    Auch wäre der vorstehende Punkt „mangelhafte Reichweiten“ erwähnenswert:

    Je geringer die Reichweite von vorhandenen Funkgeräten und Basisstationen desto mehr zusätzliche Basisstationen werden benötigt. Von den übrigen Punkten ganz abgesehen.

    Praktische Betriebserfahrungen von Einsatzkräften:
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    Während des Karnevals 2007-2008 waren u.a. lizensierte Funkamateure des Bayerischen Roten Kreuzes BRK ehrenamtlich tätig. Hierbei wurden anfangs TETRA-Digitalfunkgeräte eingesetzt. Während des Einsatzes selbst offenbarten sich derart eklatante Mängel, dass nach 1Std auf den
    Analogfunk zurückgewechselt wurde. U.a. brach selbst bei geringen Reichweitenproblemen die bestehende Funkverbindung gänzlich ab, oder kam
    erst gar nicht zustande. Das Analogfunksignal war vom selben Standort bzw. Geländebedingungen und derselben Enfernung mit max. 5% Rauschanteil versehen.

    Andererseits konnten andere Einsatzkräfte bei bestehenden Funkverbindungen mit der Leitstelle keine neuen Sprechwünsche/Anrufversuche vornehmen.

    Beim Analogfunk sei dieses z.B. durch Statusmeldung (Sprechwunsch) während einer laufenden Funkverbindung problemlos machbar.

    Im Analogfunk können die meisten Mobilgeräte als temporäre Relaisfunkstelle (RS-1 Stellung) von exponierten Standorten genutzt
    werden. Dieses ist bei Digitalfunkgeräten lt. Aussage der beteilligten Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes nur mittels eines
    Zusatzrechners machbar. Die hierbei benötigte Software sei gelinde gesagt „sehr kostenintensiv“.

    Weitere Mängel/Risiken des BOS-Digitalfunks sind im Internet auf div. Seiten z.B. Feuerwehrwebblogs problemlos auffindbar.

    Sind bei Einsätzen bestimmte Einsatzgruppen/Einsatzkräfte nicht auf dem jeweiligem Digitalfunkgerät vorprogrammiert bzw. freigeschaltet, kann
    dies nur nach langwierigen Telefonaten/Rücksprachen mit den Systemadministratoren nachträglich geschehen. Ein einfaches Umschalten
    auf einen anderen Funkkanal wie beim Analogfunk zur Kontaktaufnahme ist lt. Aussage eines Polizisten aus dem Bereich Hamburg-Hannover beim
    Digitalfunk somit nicht möglich.

    Der Verfasser dieses Beitrags hatte im Juni 2008 ein längeres Gespräch mit einem Berliner Feuerwehrmann.

    Lt. seiner Aussage betrieb die Berliner Feuerwehr während der Fussball-WM 2006 am Berliner Olympiastadion ein Tetra-Digitalfunknetz.
    Sobald die Entfernungen auch nur ein wenig grösser als der sog. Nahbereich wurden, zeigten sich die zuvor beschriebenen Schwächen
    des Digitalfunks: unvollständige Klötzcheneffekte, Nichtzustandekommen bzw. Abbruch der Funkverbindung.
    Im Vergleich zum bisherigen Analogfunk war die Reichweite um gut ein Drittel bis Hälfte geringer. Die lt. seiner Aussage existente Digitalfunkgruppe der Berliner Feuerwehr sei keineswegs über das Gesamtergebnis begeistert gewesen.

    Die Aussage von politisch Verantwortlichen „es gäbe nur noch Analogfunkgeräte welche teilweise älter als die Einsatzkräfte selbst
    sind“ trifft nicht zu. U.a. die Hersteller Kenwood, Motorola, etc.. bieten jeweils eine umfangreiche aktuelle Gerätemodellpalette an. Diese und andere Hersteller sind im Internet mühelos auffindbar. Alle Geräte werden jeweils mit entspr. Betriebszulassung zur BOS-Funkteilnahme
    vertrieben.

    Fazit zum Digitalfunk:
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    Wie in vielen anderen Lebensbereichen entwickelt sich offenbar auch beim Digitalfunk eine „Zweiklassen-Gesellschaft“. Während die Polizei offenbar bevorzugt mit dem Digitalfunk versorgt werden soll, stehen Feuerwehren und Rettungsdienste aussen vor.

    Abgesehen davon, dass die Polizeiarbeit mit einem techn. mängel-und risikobehafteten Digitalfunk keineswegs verbessert wird, stellt sich u.a. auch die Frage, wie bei Grossschadensereignissen / Grosseinsätzen die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten zukünftig untereinander kommunizieren sollen. Analog – und Digitalfunk sind bestenfalls über techn. aufwendige Schnittstellen – sog. Migrationsbetrieb – zusammenschaltbar. Beim bisherigen Analogfunk können Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste auf vorher vereinbarten Kanälen/Frequenzen i.d.R. problemlos miteinander kommunzieren. Anders gesagt, kann beim Analogfunk z.B. die Polizei im Bedarfsfall auf die Feuerwehrkanäle bzw. Rettungsfrequenzen schalten und umgekehrt. Beim Digitalfunk ist dies – wie schon erwähnt – nur dann möglich, wenn die entsprechenden Benutzergruppen vorher auf dem Digitalfunkgerät vorprogrammiert und freigeschaltet wurden.

    Bei objektiver Betrachtung aller bisher bekannten Mängel und Risiken – weitere Negativdetails zum Digitalfunk sind zukünftig nicht
    auszuschliessen – empfiehlt sich schon aus Gründen der vorgen. Mängel und Risiken der Betriebssicherheit die Aufrechterhaltung des bisherigen
    Analogfunks für Sprechfunkanwendung.

    Jeder private Arbeitgeber würde bei Inverkehrbringen mangelhafter Arbeitsmittel – bzw. Materialien sehr bald mit rechtlichen Problemen konfrontiert werden – dies insbesondere im Havarie-bzw. Unglücksfall. Es ist nicht nachvollziehbar, warum staatliche Stellen z.B. bezüglich des Digitalfunks hiervon ausgenommen scheinen.

    In dem Zusammenhang drängt sich der Eindruck auf, dass durch die „forcierte Einführung“ des Digitalfunks, mehr die wirtschaftlichen Interessen von Herstellern/Produzenten/Lobbyisten im Vordergrund stehen, als eine tatsächliche Verbesserung der Sicherheit für Einsatzkräfte und Bevölkerung.

    Dass alle in diesem Beitrag erwähnten Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr „durch die Bank weg“ die Unwahrheit bezgl. der Mängel und Risiken des BOS-Digitalfunks berichteten, erscheint wenig glaubhaft.

    Nicht alles Neue muss auch zwangsläufig gut sein.

  2. Manuel on November 21st, 2009 17:01

    Nachtrag: In Berlin fallen lt. vorliegenden Infos für rd. 20.000 Digitalfunkgeräte gut 50Mio Euro an. In Hamburg für rd. 10.000 Digitalfunkgeräte 5.3Mio Euro.

    Die rechnerische Hälfte von 50 beträgt 25. Dieser Wert wird in Hamburg bei weitem unterschritten. Somit müssten zumindest annährend für Hamburg ca. 25 Mio Euro für 10.000 Geräte anfallen und nicht wie erwähnt 5.3 Mio Euro.

    Nicht in den eingeplanten Digitalfunkausgaben enthalten, sind die jährlich anfallenden laufenden Betriebskosten, welche gelinde gesagt um einiges höher ausfallen, als beim bisherigen Analogfunk. In Berlin allein sind es gut 10Mio Euro pro Jahr, ähnliches dürfte auch für Hamburg zutreffen. In Bayern mind. 37Mio Euro pro Jahr – das 4-fache an Kostensteigerung gegenüber dem bisherigen Analogfunk.

    Stellt sich hier die Frage, ob seitens der Hamburger Innenbehörde „versehentlich“ falsche Zahlen genannt wurden, oder ob wohl aus „wirtschaftlichen Interessen“ seites des Herstellers/Produzenten der Hamburger Digitalfunkgeräte ein gewaltiger Preisnachlass gewährt wurde.

    Im übrigen komme zumindest ich persönlich nicht um den Eindruck, dass mit der bundesweiten Digitalfunkeinführung mehr die wirtschaftlichen Interessen von Lobbyisten/Herstellern/Produzenten im Vordergrund stehen, als eine tatsächliche Verbesserung der Sicherheit von Einsatzkräften und Bevölkerung.

  3. Mario Gongolsky on November 23rd, 2009 11:52

    Die Zahl von 50 Millionen wurde in Berlin im Zusammenhang mit dem gesamten BOS-Digitalnetz genannt. Planung, Verwaltung, Netzaufbau, Software, Leitstellenausrüstung und Endgeräte. Über das Volumen der Endgeräteausschreibung und des Servicevertrages mit Motorola ist hingegen nichts veröffentlicht worden.

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