Zwischenfall im Chemiesaal


Essen (ots) – Beim Versuchsaufbau für ein Experiment im Rahmen des Chemieunterrichtes der Jahrgangsstufe 12 des Alfred-Krupp-Gymnasiums hat es heute Morgen einen Zwischenfall gegeben. 

Die 25 Jahre alte Referendarin, die den Unterricht halten sollte, hantierte mit Brom. Dabei wurden von dem Stoff wenige Tropfen frei gesetzt und verdampften. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich keine Schüler im Unterrichtsraum.

Als die Zwölftklässler kurze Zeit später in den Chemiesaal hinein wollten, wies die angehende Lehrerin die Jugendlichen sofort wieder hinaus. Sie wurden alle ins Lehrerzimmer geführt und dort von einem Notarzt über mögliche, durch Bromdämpfe hervorgerufene Symptome informiert. Sieben Schülerinnen wurden daraufhin mit einem Kleinbus prophylaktisch in ein Krankenhaus transportiert.

Die Referendarin selbst atmete jedoch Bromdämpfe, sie wurde sofort notärztlich versorgt und ebenfalls in ein Krankenhaus transportiert.

Mit geeignetem Messgerät ging ein Feuerwehrtrupp in den Unterrichtsraum und nahm Messungen vor, es gab keine nachweisbare Konzentration der giftigen, stark riechenden Dämpfe. Trotzdem wurde der Raum gelüftet und vom Schulleiter verschlossen.

Da die Räumung der Schule bei Eintreffen der Feuerwehr richtigerweise bereits in vollem Gange war, entschieden sich Schul- und Einsatzleitung gemeinsam, alle Schüler zunächst in der Turnhalle zu sammeln. Dort informierte der kommissarische Schulleiter die Kinder und Jugendlichen per Megaphon über das Ereignis, bevor kurz darauf der Unterricht für alle beendet wurde.

Die Feuerwehr Essen war mit insgesamt 43 Kräften vor Ort. Seitens des Rettungsdienstes wurden zwei Notarztwagen sowie je ein RTW der BF Essen und der Johanniter eingesetzt. (MF)

Hintergrund: Der Name Brom stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Gestank“. Brom ist ein rotbrauner, unter Normalbedingungen flüssiger Stoff, der stark riechende, stechende Dämpfe freisetzt. Diese Dämpfe sind sehr giftig und stark ätzend, sie können über die Haut in den menschlichen Organismus gelangen. Auch Lungenödeme (Wasseransammlungen in der Lunge) nach Einatmen der Dämpfe sind möglich.

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