Zwangsdokumentation für Bayerns Notärzte


München (rd.de) – Ab dem 1. Januar 2010 dokumentieren Bayerns Notärzte ihre Einsätze erstmals elektronisch. Die Kassenärztliche Vereinigung verlangt die Verwendung des Systems „emDoc“.

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns macht geltend, dass mit diesem System eine Vorgabe des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes (BayRDG) umgesetzt wird, das die einheitliche Erfassung und die fortdauernde Auswertung aller Notarztdiensteinsätze vorsieht.

Die Einführung des Systems ist im Vorfeld auf massive Kritik gestoßen. Nicht nur das die Papierprotokolle dennoch gebraucht werden, auch kann es durch Doppeldokumentation zu erheblichem Mehraufwand kommen.

Die Kassenärtzliche Vereinigung hält an emDoc fest. Das System biete den Notärzten viele Vorteile, wie automatisierte Abrechnung und Einsicht von Dienstplänen inklusive Berechnung von Bereitschaftsstunden.

2 Responses to “Zwangsdokumentation für Bayerns Notärzte”

  1. Tiger63 on Januar 1st, 2010 19:10

    Was sich da die KVB erlaubt, ist an Unverschämtheit nicht zu überbieten. Nicht nur, dass die Notärzte als billige Schreibkraft benutzt werden sollen. Nein, jeglicher Datenschutz wird mit Füssen getreten.

    Es wir Zeit, dass die Notärzte sich endlich gegen die Machenschaften der KVB zur Wehr setzen.

    Weder die KVB noch den Rettungsdienst gehen sensible Patientendaten etwas an.

    Die KVB benötigt nur gewisse Daten zur Abrechnung. Bisher konnte man verschiedene Abrechnungsprogramme verwenden, die durch die KVB genehmigt wurden. Dort musste man nur Daten eingeben, die für die Abrechnung benötigt wurden. Was aber jetzt alles im Namen der Qualitätssicherung eingegeben werden muss, hat mit der Abrechnung nichts zu tun.

    Jeder der meint, dass sich bei der Qualität der Notärzte etwas positives ändern würde, glaubt noch an den Weihnachtsmann. Weder der Rettungsdienst Bayern noch die KVB hat sich jemals dafür interesiert, dass etwas besser wird. Wahrscheinlich will man nur überprüfen, wo man noch Gelder sparen kann.

    Aber das neue Online-Abrechnungssystem zeigt uns wieder einmal, in welch einem Überwachungsstaat wir leben. Aber damit muss nun endlich Schluss sein.

    Notärzte tut Euch zusammen und klagt gegen die KVB und die neue Form des Bayrischen Rettungsdienstgesetzes. Loggt Euch bei „emdoc“ nicht ein, gebt keine Daten ein, boykotiert die Vorgaben der KVB und des Rettungsdienstes Bayern. Es kann nur besser werden.

  2. thomaswagner on Januar 6th, 2010 09:59

    Ein toller Aufruf…
    Es stellt sich mir die Frage wer hier offenbar noch an den Weihnachtsmann glaubt! Oder gibt es ausser „Tiger63“ jemanden, der ernsthaft glaubt, mit der zuvor beschriebenen Vorgehensweise irgendwas zu ändern, indem sich ein Notarzt nicht bei „emDoc“ einloggt, keine Daten eingibt oder sonstige Boykott-Maßnahmen ergreift?! Der einzige, der dabei das Nachsehen hätte, wäre der Notarzt, der sieht dann nämlich keinen Cent für seine Arbeit!

    Leider sitzt die KVB in finanziellen Angelegenheiten an einer Position, an der sie den (Not)Ärzten das Leben mehr als nur schwer machen kann. Es sind vielmehr die ärztlichen Standes- und Patienteninteressen-Verbände sowie der politische Datenschutzbeauftragte gefordert, dem willkürlichen Informationssammeln der KVB Einhalt zu gebieten!

    Und noch ein Hinweis für „Tiger63“: Die vorsätzliche Missachtung der KVB-Vorgaben und des RD-Gesetzes, und nichts anderes ist dieser „Boykott-Aufruf“ ja, so ärgerlich und unsinnig sie in diesem Punkt auch sein mögen, kann einen Notarzt die Erlaubnis zur Durchführung des NA-Dienstes in dem KVB-Bereich kosten…

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