Zu weit weg: Krankenwagen sagt ab


Okamapu-FarmOkahandja, Namibia (AZ) – Der Hilferuf der Farmerin Birgit Linder blieb erfolglos: Das Krankenhaus wollte keinen Krankenwagen zur 130 Kilometer entfernten Farm entsenden. Die Patientin verstarb und niemand mochte die Leiche abholen.

Andere Länder, andere Sitten, kann man da nur sagen: Die Farmerin setzte einen Notruf am nächstgelegenen Krankenhaus in Okahandja ab, von wo aus auch moderne Krankenwagen zu Notfällen ausrücken. Obwohl die Anruferin die Kostenübernahme zusicherte und von einem medizinischen Notfall sprach, lehnte das Krankenhaus die Entsendung eines Einsatzfahrzeuges auf die 130 Kilometer entfernte Farm ab.

Die Patientin verstarb offenbar wenig später an den Folgen eines schweren Anfallsleidens. Leichen werden entweder vom Krankenwagen abtransportiert, oder hilfsweise auch von der Polizei. Doch die Polizei in dem nur 28 Kilometer entfernten Hochfeld war nicht daran interessiert, zur Farm zu kommen, um die Leiche abzuholen und in das am nächsten liegende Leichenhaus in Okahandja zu bringen.

Gesundheitsminister Dr. Richard Kamwi und der General-Inspektor der Polizei, Sebastian Ndeitunga zeigten sich entsetzt über den Vorfall. Zu oft werden Krankenwagen von Telefonzellen in weit entlegene Gebiete bestellt, ohne das ein Einsatzort zu finden wäre. Viele Mitmenschen hoffen dabei offenbar auf eine Mitfahrgelegenheit in die Stadt.

Nachzulesen ist die ganze Geschichte bei der Allgemeinen Zeitung aus Namibia in deutscher Sprache.

(Foto: Die Okamapu Jagd- und Gästefarm)

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