Zivilschutz wird zukunftsfit gemacht


Berlin (ots) – Heute soll die Verabschiedung des Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetzes im Bundestag erfolgen. Der Deutsche Feuerwehrverband hält das Gesetz für einen weitsichtigen Entschluss

„Deutschland macht mit dem neuen Zivilschutzgesetz sein einzigartiges Gefahrenabwehrsystem zukunftsfit. Allein die Feuerwehren können jederzeit mehr als eine Million Menschen mobilisieren, die sich in Not und Gefahr überwiegend ehrenamtlich engagieren“, sagt Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrwehrverbandes (DFV), zu der heute geplanten Verabschiedung des Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetzes durch den Deutschen Bundestag.

Das Gesetz schafft die Grundlage für eine moderne Zusatzausstattung der Feuerwehren mit rund 1.400 zeitgemäßen Fahrzeugen. Diese sollen bis zum Jahr 2023 die überalterte Fahrzeugflotte des Bundes im Brandschutz ersetzen. Außerdem wird in dem neuen Gesetz erstmals auch die besondere Bedeutung des Ehrenamtes im deutschen Zivil- und Katastrophenschutz verbrieft.
„Unsere Strukturen garantieren schnelle, wirkungsvolle Hilfe in kürzester Zeit an jedem Ort. Das macht das deutsche System der Feuerwehren und Hilfsorganisationen zum Vorbild für den Aufbau von Zivilschutzstrukturen in vielen Ländern weltweit. Der Bundestag handelt weitsichtig, dieses System im eigenen Land auf Dauer zu stärken, damit wir Naturkatastrophen und Terrorgefahren auch künftig angemessen begegnen können“, betont der für den Katastrophenschutz zuständige DFV-Vizepräsident Bernd Pawelke.

3 Responses to “Zivilschutz wird zukunftsfit gemacht”

  1. rett1971 on Februar 1st, 2009 15:05

    Dies ist zwar ganz gut und schön, dass sich der Gesetzgeber Gedanken gemacht hat. Leider sind nur einige wichtige Dinge vergessen worden. Zentrale Ausbildungsgänge für die Katastrophenschützer gibt es nicht, jede KatSEinheit bildet seine Leute nach Geldbeutel aus, da die Föderung finanziel nicht eindeutig geklärt ist. Dann kommt noch die fehlende Rettungsdienstliche Ausbildung der SanEinheiten hinzu, was ein großes Manko darstellt. Die Rechte weiß nicht was die Linke tut. Ferner kommt dann noch das Orgachaos in den Führungsetagen der HiOrgs dazu, nämlich die meisten Organisationen sind sich in der Führungsebene Spinne Feind, denn es geht wie immer nur um Posten und das eigene Fürstentum zu verteidigen. Ein Nutzen für die Gesellschaft und Einsatzkräfte ist nicht vorhanden. Und der Hammer ist, es gibt kein bundesweit einheitliches KatSMelderegister, damit man eine Komplettübersicht über die tatsächliche Einsatzstärke (Personal, Material und Fahrzeuge) hat. Dies ist überhaupt nicht vorgesehen. Jede kreisfreie Stadt und jeder Landkreis kocht sein eigenes Süppchen und in Hauptsache geht darum,möglichst viele Katastrophenschützer in der Kartei stehen haben, weil es geht ja wieder um Zuschüsse. Aber dann nicht wissen, wer tatsächlich einsatzfähig ist, da es diesbezüglich keine Meldepflicht der KatSEinheiten gegenüber der Ordnungbehörde gibt und die Behörde, die tatsächliche Einsatzfähigkeit nicht abfragt. Also Gott schütze uns vor dem Katastrophenschutz.

    MfG

    rett1971
    KatS Kreis Aachen

  2. thomaswagner on Februar 3rd, 2009 22:58

    Ein wahres Wort, gelassen ausgesprochen! Dem kann ich nur zustimmen. Ich möchte aber noch ergänzen, dass zusätzlich auch noch das Problem mit überalterter Ausrüstung gibt, besonders im Verpflegungs- und Unterkunftssektor. Feldküchen, die so marode und gammelig sind, dass ich nicht mal Wasser darin erhitzen würde, Zelte, die in ihrer Bauart und Funktionsweise schon im Korea- und Vietnamkrieg verwendet wurden, Bettgestelle, die beim bloßen Anblick schon Rückenschmerzen verursachen, sofern sie überhaupt noch eine Person tragen, Matratzen, deren hygienischer Zustand unter aller Kanone ist, usw. Toll, dass es neue Fahrzeuge gibt, um den ganzen Schrott zu transportieren, aber das ist im K-Fall leider nur die halbe Miete…

  3. campesino on Februar 4th, 2009 02:31

    Auch ich kann dem nur zustimmen.
    Dass der deutsche Katastrophenschutz für andere Länder vorbildlich sein soll kann nicht ernst gemeint sein.
    So ziemlich alles lässt zu wünschen übrig. Ausrüstung. Führungsstrukturen. Ausbildungsstand der eingesetzten Kräfte.
    Ich möchte mich nicht zu tiefgehend über das Thema auslassen, nur soviel: wenn schlecht ausgebildete Sanitätshelfer (ausgebildet nach Ausbildungskonzepten aus Kriegszeiten) mit Material aus Kriegszeiten anrücken, geführt i.d.R. von Leuten, denen es nicht um größtmöglichen Benefit für die Bevölkerung, sondern nur für sich und ihre individuelle Organisation geht und sich dann ans Werk machen, dann ist das die Katastrophe, und nicht der Schutz davor.
    Gott sei Dank kommt es selten dazu, dass solche Einheiten wirklich benötigt werden.
    Die Verantwortlichen in den Organisationen wissen um die Zustände. Ändern wird sich nichts, solange es keine Gesetze gibt, die Kontrolle schaffen.
    In Großbritanien läuft das übrigens anders. Oder wer meint, dass in Deutschland Terroranschläge wie die in London so gut bewältigt werden könnten?

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