Zerbricht Indiens Rettungsdienst?


Hyderabat (rd.de) – Es ist der größte Skandal der indischen Wirtschaftsgeschichte. Wegen Bilanzfälschung droht das Computer-Imperium Satyam einzustürzen und könnte die Idee eines nationalen Rettungsdienstes gleich mit unter sich begraben.

Das Aushängeschild der indischen IT-Industrie, Satyam-Chef Ramalinga Raju, hat im großen Stil Bilanzen schön gerechnet und sitzt im Knast. Während die Aktie ins bodenlose fällt, bangen die Inder um ihren Rettungsdienst.

Sieben Jahre lang hat Raju seine Bilzanzen mit Millionenbeträgen aufgebläht und 6000 Mitarbeiter schlichtweg erfunden. Die „verdienten“ Millionen investierte er in seine Non-Profit-Gesellschaft EMRI, führte die Notrufnummer 108 ein und bediente selbst ländliche Regionen mit rettungsdienstlichen Leistungen. Angeblich besteht die RTW-Flotte aus über 600 Fahrzeugen und der Rettungsdienst soll 4500 Mitarbeiter beschäftigen, doch ob diese Zahlen zutreffend sind, steht heute im Zweifel.

Die Kernfirma Satyam steht vor jedenfalls vor dem Abgrund, weil die ausgewiesenen Barreserven nicht existieren, sich kein Investor für den angeschlagenen Konzern finden lässt und selbst der indische Staat sich nicht zu einen Einstieg bei Satyam durchringen konnte.

Ob der Non-Profit-Ableger EMRI sich im Falle einer Liquidierung der sich auftürmenden Satyamschulden mit zerschlagen werden kann, ist noch völlig unklar.

Klar ist hingegen, das die Wirtschaftsprüfer von PriceWaterhouseCoopers, denen die Finanzmanipulation nicht aufgefallen sein soll, ein gerichtliches Nachspiel zu befürchten haben. Wirtschaftsanalysten sehen in den Fall Ramalinga Raju ein Beispiel für die patriarchaischen Strukturen der indischen Wirtschaft, in der Schlüssel- und Kontrollpositionen in Familienhand bleiben und somit ein hohes Maß an Intransparenz erzeugt wird.

Mehr über EMRI auf rettungsdienst.de: EMRI rettet Indien

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