Zahlreiche Rettungseinsätze durch Feuerwerkskörper


Bremen (rd.de) – Mehrmals musste der Rettungsdienst in der Silvesternacht aufgrund von Verletzungen durch Feuerwerkskörper ausrücken. In einem Fall erlitt ein Mann durch einen selbstgebauten Kracher tödliche Verletzungen.

Ein besonders folgenschwerer Unglücksfall trug sich in Gaißach bei Bad Tölz (Bayern) zu. Ein Mann zündete in den ersten Minuten des Neujahrstages einen selbstgebauten Feuerwerkskörper. Dabei explodierte der Sprengkörper und verletzte den Mann so schwer am Kopf, dass er noch am Unglücksort starb.

In Hohenroda (Landkreis Hersfeld-Rotenburg/Hessen) zog sich ein 19-Jähriger beim Hantieren mit Pyrotechnik im Rahmen der Silvesterknallerei auf dem Dorfplatz kurz nach Mitternacht eine schwerwiegende Handverletzung zu. Er wurde stationär ins Klinikum Fulda aufgenommen. Erste Erkenntnisse, dass er zwei Finger verloren hatte, bestätigten sich nicht. Dennoch wird er aufgrund der Verletzungen wohl bleibende Schäden davontragen, teilte die Polizei mit.

Splitter in den Augen

Auch in Ratzeburg (Schleswig-Holstein) zog sich ein junger Mann in der Silvesternacht schwere Verletzungen durch einen Böller zu.

Eine Anwohnerin rief gegen 00.30 Uhr bei der Einsatzleitstelle der Polizei in Bad Oldesloe an und teilte mit, dass ein Böller in der Hand eines Mannes losgegangen sei.

Als die Einsatzkräfte eintrafen, lag der 23- Jährige mit schweren Gesichts- und Handverletzungen nicht ansprechbar auf dem Boden. Er wies an der Hand eine stark blutende Wunde und in beiden Augen Splitter auf. Der Rettungsdienst versorgte den jungen Mann vor Ort und brachte ihn anschließend unter Notarztbegleitung in eine Klinik.

Mehrere Passanten sprachen von einem extrem lauten Knall und einer Verpuffung, welche den 23- jährigen mindestens einen halben Meter zurück geworfen haben sollen. Es ist noch nicht bekannt, um was für einen Böller es sich dabei gehandelt haben könnte.

44-Jähriger sprang aus fünftem Obergeschoss

In Berlin sprang ein 44-Jähriger aufgrund eines durch Feuerwerkskörper entstandenen Wohnungsbrandes aus dem Fenster einer Wohnung im fünften Obergeschoss.

Wie die Polizei mitteilte, wurden bei dem Wohnungsbrand in Mitte insgesamt vier Personen zum Teil schwer verletzt.

Gegen 1 Uhr geriet in der Spanheimstraße vermutlich durch Feuerwerk auf einem Balkon einer Maisonettewohnung im vierten Obergeschoss abgestellter Unrat in Brand. Das Feuer griff in kürzester Zeit auf das Wohnzimmer und den Flur der Wohnung über. In der Wohnung befand sich zu der Zeit das Mieterpaar mit zwei Kindern.

Einsatzkräfte der Feuerwehr retten den 17-jährigen Sohn und die siebenjährige Tochter aus dem Kinderzimmer sowie die 43-jährige Mutter aus dem Schlafzimmer. Ihr 44-Jähriger Lebensgefährte war bereits vor dem Eintreffen der Rettungsmannschaften aus dem Fenster des im fünften Obergeschoss befindlichen Schlafzimmers in den Innenhof gesprungen. Er erlitt schwere Rückenverletzungen. Nach ersten Ermittlungen besteht für ihn keine Lebensgefahr.

Die beiden Kinder und ihre Mutter sowie eine weitere 61-jährige Mieterin wurden mit Rauchgasvergiftungen ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht.

One Response to “Zahlreiche Rettungseinsätze durch Feuerwerkskörper”

  1. Sani0815 on Januar 1st, 2011 21:50

    In München kam es in der Sylvesternacht zu drei nennenswerten Bränden, die sehr wahrscheinlich durch Feuerwerkskörper ausgelöst wurden.

    Am Stiftsbogen brannte gegen 00:30 der Balkon einer Wohnung im 7. Stock eines Hochhauses, die Flammen griffen auf die Wohnung über und zerstörten diese total. Eine Bewohnerin wurde wegen einer leichten Rauchgasintox vom Notarzt behandelt und durch den RD in ein KH transportiert. Weitere Wohnungen wurden von der Feuerwehr gewaltsam geöffnet, in den verrauchten Räumen befanden sich glücklicherweise jedoch keine Personen. Der RD war mit 2 RTW, 1 KTW, 1 NEF und dem EL-RD mit UG-SAN-EL vor Ort.

    Gegen 03:30 geriet ein Dachstuhl eines Hauses am Krennerweg in Brand. Da das Haus zur Zeit renoviert wird, waren keine Bewohner im Haus und es gab nur hohen Sachschaden.

    Um 06:15 kam es in der Brehmstrasse zu einem ausgedehnten Brand einer grösseren Mülltonnenanlage mit Holzüberbau, die an ein Wohnhaus anschliesst. Ein neben der Anlage abgestellter PKW brannte ebenfallls und an einem Nachbarhaus schmolzen die Jalousinen vor den Fenstern. Die Bewohner des angrenzenden und der benachbarten Häuser wurden vorsorglich evakuiert. Der Rettungsdienst war mit EL-RD, 5 RTW, 1 NEF und einem GRTW vor Ort, musste aber nicht eingreifen.

    Insgesamt rückte die Münchner Feuerwehr zu 75 Brandeinsätzen aus, davon war die überwiegende Mehrzahl ein „Kleinbrand“ von Müllcontainern und Ähnlichem. Der Rettungsdienst verzeichnete von 00:00 Uhr bis 06:30 Uhr 455 Einsätze, insgesamt werden der gesamten Sylversternacht 574 Einsätze zugerechnet. Die überwiegende Zahl der Patienten war „nur“ stark alkoholisiert oder erlitt kleinere Verletzungen durch Feuerwerkskörper, Glasscherben, Sturz o.ä.

    siehe auch:
    http://www.feuerwehr.muenchen.de/bda0pres/ba01beri/ba011akt/PDF_akt/010111.pdf

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