Zahl der Berufskrankheiten nimmt zu


Berlin (pm) – Das Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, ist 2009 auf einen neuen Tiefstand gefallen. Deutlich zugenommen hat aufgrund rechtlicher Änderungen die Zahl der Berufskrankheiten.

Das geht aus den Geschäfts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) gestern in Berlin vorgelegt hat. Danach hat sich das Risiko von 26,8 Arbeitsunfällen je 1.000 Vollarbeiter auf 24,3 Unfälle verringert.

„In der 125-jährigen Geschichte der gesetzlichen Unfallversicherung war das Unfallrisiko am Arbeitsplatz noch nie so niedrig“, sagt DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer. „Die Befürchtung, dass die Arbeitgeber in der Krise am Arbeitsschutz sparen, hat sich damit nicht bewahrheitet.“ Die absolute Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle lag 2009 bei 886.122 und damit um 8,8 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle stieg leicht um 1,1 Prozent auf 178.590. Die Zahl der neuen Renten aufgrund eines Arbeits- oder Wegeunfalls belief sich auf 22.534. Die Unfallversicherung verzeichnete 456 tödliche Arbeitsunfälle und 362 tödliche Wegeunfälle.

Mehr anerkannte Berufskrankheiten

Die Zahl der Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit stieg auf 66.951. Bei 25.570 Versicherten bestätigte sich der Verdacht. Davon wurde in 16.078 Fällen die Berufskrankheit anerkannt – ein Plus von 23,9 Prozent. „Diese Zunahme erklärt sich vor allem durch rechtliche und gesetzliche Änderungen“, so Breuer. „Diese haben es uns ermöglicht, mehrere hundert Fälle von Emphysem-Bronchitis bei Bergleuten anzuerkennen, die wir zuvor nicht entschädigen durften.“ Die Zahl der Menschen, die infolge einer Berufskrankheit ihr Leben verloren, stieg auf 2.767 und erreichte damit einen neuen Höchststand. In der Mehrzahl der Fälle waren anorganische Stäube, vor allem Asbest, die Ursache.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?