Wien feuert kiffende Rettungsdienstler


Wien (ots) – Durch einen anonymen Anrufer wurde die Magistratsabteilung 70 der Wiener Rettung darauf hingewiesen, dass Mitarbeiter der Rettungsstation Hernals im Verdacht stünden, Marihuana konsumiert zu haben.

Die Verwaltung handelte konsequent. Alle 17 Mitarbeiter/innen der Station haben sich daraufhin freiwillig einem Drogentest unterzogen. Bei vier Mitarbeitern hat sich der Verdacht bestätigt. Die betreffenden Mitarbeiter wurden sofort aus dem Dienst genommen. Bei drei Mitarbeitern wurde zwischenzeitlich das Dienstverhältnis aufgelöst, in einem Fall wurde der Mitarbeiter vom Dienst suspendiert.

Die Fälle wurden bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, die Verfahren laufen. Ein Schaden für Patient/innen kann jedenfalls ausgeschlossen werden.

3 Responses to “Wien feuert kiffende Rettungsdienstler”

  1. campesino on Juni 23rd, 2010 15:06

    In dem Beitrag kommt nicht zur Sprache, ob die Kollegen während der Dienstzeit unter Einfluss von Marihuana standen. Dieses ist schließlich noch Monate später im Urin nachweisbar.
    Sollten die Mitarbeiter nicht während der Dienstzeit unter Einfluss von Marihuana gestanden haben (Bluttest mit nachweis wirksamen THCs, nicht der Stoffwechselprodukte im Urin), ist die Kündigung für mich nicht nachvollziehbar.
    Zumindest nach deutschem Recht ist der Konsum von Marihuana nicht verboten, allein der Besitz steht unter Strafe, wobei Strafbarkeit erst bei Überschreitung einer gewissen Menge gegeben ist.
    Inwiefern bei dem durchgeführten Drogentest von Freiwilligkeit gesprochen werden kann, möchte ich doch stark in Zweifel ziehen.

    @ Rettungdienst.de: unabhängige und seriöse Berichterstattung ist mehr, als Pressemeldungen zu veröffentlichen!

  2. Mario Gongolsky on Juni 24th, 2010 10:20

    Diese schlichte Pressemitteilung kann ein erster Anstoss sein, einmal zu hinterfragen, ob Mitarbeitern im Rettungsdienst ein individuelles Recht auf Rausch zugestanden werden kann.

    Bei Berufen in denen die uneingeschränkte Urteilsfähigkeit gefragt ist, kann ein regelmäßiger Mariuhana-Konsum ein Kündigungsgrund sein. Bei Einstellungen als Berufskraftfahrer, Lokführer und Pilot sind Drogentests inzwischen normal.

    Bei Rettungsassistenten gibt es zur Führung der Berufsbezeichnung Erlaubnisvoraussetzungen. Wenn sich aus dem Verhalten des Mitarbeiters der Verdacht ergibt, aus dem sich die Unzuverlässigkeit zur Berufsausübung ergibt, kann das Sanktionen nach sich ziehen.

  3. HLK60 on Juli 5th, 2010 11:17

    Ich verstehe die Diskussion nicht. Meiner Meinung nach haben Drogen bei einem Rettungsdienst – Mitarbeiter nichts zu suchen. Erstens ist die Gefahr für den Patienten zu groß ( bei Fahrten, Behandlungsfehler etc. ) und zweitens sollten die Mitarbeiter selber die Risiken einer Sucht kennen. Erleben wir doch bei der täglichen aber genug negative Beispiele. Also sollte unser Spruch doch erst Recht heißen “ Keine Macht den Drogen „. Daher bin ich für eine strenge Maßnahme durch den Dienstherrn. Die Mitarbeiter die es nicht lassen können und auffallen, wissen doch von den Risiko, ihren Job zu verlieren. Deshalb bitte kein falsches Mitleid für die Kollegen.

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