Warum Onkel Mohring keinen Notarzt spielen darf


Erfurt (rd.de) – In der Wahlkampfzeit sind Politiker besoders sensibel. Manche Geschichte hat kaum mehr als einen Unterhaltungswert zu bieten. In Erfurt wurde ein CDU-Politiker für eine Rolle im Kinderfernsehen attackiert.

Mike Mohring ist Fraktionschef der CDU in thüringischen Landtag – und in Thüringen ist Wahlkampf. Für die Kinder-TV-Serie „Schloss Einstein“ ließ sich der Politiker gewinnen, einen Notarzt zu mimen. Den Linken gingen beim Gedanken an einem freundlich dreinblickenden CDU-Notarzt sofort die roten Lampen an: Der MDR verstoße mit der Besetzung einer Rolle in der Kinder-TV-Serie durch den CDU-Fraktionschef im Thüringer Landtag, Mike Mohring, massiv gegen das Fairnessgebot im Wahlkampf und leiste unverhohlene parteipolitische Unterstützung für die CDU in Thüringen, befand der Vorsitzende der Fraktion „die Linke“ im Thüringer Landtag, Dieter Hausold. Schließlich versage der MDR den Kandidaten für das Bundespräsidentenamt Peter Sodann (Kandidat der Linken) und Gesine Schwan (Kandidatin der SPD) Fernseh-Auftritte.

Das klingt zwar durchaus absurd, doch so ganz ohne Berechtigung ist der Vorwurf an die Adresse des Mitteldeutschen Rundfunk dann doch nicht. Wie der Tagesspiegel berichtet, gäbe es in Wahlkampfzeiten eine Sender-Richtlinie. Demnach gilt für Mitarbeiter und Schauspieler, die sich auf ein politisches Amt bewerben, sechs Wochen vor der Wahl absolute TV-Abstinenz. Diese Richtlinie habe dazu geführt, dass der bekannte Berufsschauspieler Peter Sodann in seiner Rolle als Schulleiter beim Kinderprogramm KiKa von ARD und ZDF vom Bildschirm genommen wurde. Folgerichtig habe für den ebenfalls im Wahlkampf befindlichen Mike Mohring Gleiches zu gelten.

Die Auswirkungen der politische Schleichwerbung im Kinderprogramm auf den Ausgang der Wahl kann man freilich auch so kommentieren, wie der Parlamentarische SPD-Geschäftsführer Uwe Höhn. Nach Angaben der Nachrichtenagentur DDP sagte Höhn, der Kinderkanal sei für Mohring das richtige Medium.

Mohrings Gegenkandidat im Weimarer Land von der Linken, Stefan Wogawa, nutzte gar die Anregung und bewarb sich bei der gleichen Produktionsgesellschaft ebenfalls um einen Schauspielerjob im Kinderkanal, berichtete die Netzeitung.

Um die Situation nicht völlig aus dem Ruder laufen zu lassen, meldete sich nun die Produktionsgesellschaft Saxonia Media, verantwortlich für das „Schloss Einstein“ zu Wort, um bekannt zu geben, dass die umstrittene Szene mit dem lieben Dr. Mohring gar nicht zu sehen sein wird.

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