Vorwurf: Unfallflucht bei Einsatzfahrt


Burladingen (ots) – Ein 29-jähriger Fahrer eines Rettungswagens sieht sich seit Sonntagmorgen (10.08.2014) dem Vorwurf ausgesetzt, während einer Einsatzfahrt einen Unfall verursacht und sich anschließend nicht um den Schaden gekümmert zu haben.

Laut Polizei war der 29-Jährige morgens gegen 10.30 Uhr auf der Kreisstraße 7161 von Burladingen-Ringingen in Richtung Salmendingen unterwegs. Da es sich um eine Einsatzfahrt handelte, hatte er Blaulicht und Einsatzhorn eingeschaltet. Hinter dem Rettungswagen folgte, ebenfalls mit Sondersignal, ein Notarztfahrzeug.

Kurz vor einer unübersichtlichen Rechtskurve setzte der Rettungswagen zum Überholen eines vorausfahrenden Pkw an, der seine Geschwindigkeit reduziert hatte. Im Bereich des Scheitelpunkts der Kurve musste ein entgegenkommender Pkw eine Notbremsung bis zum Stillstand vornehmen, um einen Zusammenstoß mit dem Rettungswagen zu verhindern. Eine weitere entgegenkommende Autofahrerin bemerkte die Situation zu spät und fuhr auf. Eine 72-jährige Frau wurde bei dem Unfall nach Polizeiangaben schwer verletzt, eine 22-Jährige zog sich leichte Verletzungen zu.

Die Besatzungen der beiden Einsatzfahrzeuge sollen den Unfall bemerkt haben, hätten ihre Einsatzfahrt aber fortgesetzt, teilte die Polizei mit. Bei der Rückfahrt aus dem Einsatz (ohne Patient) hätte der Rettungswagen kurz an der Unfallstelle angehalten, eine Unfallbeteiligung zugegeben und an die Rettungsleitstelle verwiesen. Danach hätte der Rettungswagen seine Fahrt fortgesetzt.

Über die Versorgung der beiden unfallverletzten Frauen liegen keine Informationen vor. Die Polizei hat Ermittlungen zum Sachverhalt aufgenommen. Lesen Sie hier auch den Bericht des Zollern-Alb-Kuriers zu dem Vorfall.

(15.08.2014)

2 Responses to “Vorwurf: Unfallflucht bei Einsatzfahrt”

  1. Ein Sani on August 16th, 2014 02:02

    Interessant.
    Bei der letzten Blaulichtunterweisung habe ich den Polizeibeanmten gefragt, was genau in so einem Fall zu tun wäre, ich anstelle des Rettungswagenfahrers ( indirekter Verursacher )

    Daraufhin meinte der Beamte man habe sich nichts vorzuwerfen, da jeder Fahrzeugführer sein Fahrzeug so beherrschen muss, dass nichts passieren kann.

    Und selbst wenn man mit Horn unterwegs ist, ein anderer Platz machen möchte und dabei in den Graben rutscht, kann derjenige, der mit Horn unterwegs ist da ja auch nichts für…

    LG

  2. Benny on August 16th, 2014 20:03

    Der Fahrer hätte kurz anhalten und die Situation klären müssen. Es muss ja ein Notarzt dabei gewesen sein, wenn das NEF gefolgt ist.

    Andererseits stellt sich die Frage, ob das Überholmanöver wirklich „riskant“ war, wie es die Zeitung schreibt (woher wissen die das denn?). Wer Einsatzfahrzeuge fährt, weiß, wie ungeschickt, gefährlich und strunzdämlich manche Verkehrsteilnehmer auf Blaulicht reagieren. Und bei aller gebotenen Vorsicht und ohne Vorurteile: Hat die 72-jährige Autofahrerin richtig reagiert oder eine Panikbremsung hingelegt, weil sie mit der Situation vielleicht überfordert war?

    Bei welchem Tempo ist das passiert? Wie breit war die Strasse, wo war der RTW, gab es genug Ausweichfläche usw.. Fragen, die hier nicht beantwortet werden können. Aber gleich mal drauf auf die RTW Fahrer.

    So etwas sollte nicht passieren und jeder hat diese Sorgfaltspflicht und muss höllisch aufpassen. Aber leider passieren diese Dinge auch, weil andere falsch reagieren.

    Dennoch meine ich auch, dass entsprechende Schulungen und Erfahrung mit solchen Fahrzeugen deutlich verbessert und ausgebaut werden muss. Wenn dann auch junge Leute mit 1-2 Jahren Führerschein, teils keinem eigenen Auto und kaum eigene Fahrerfahrung auf RTW´s mit 3,8 und mehr Gewicht und Größe gesetzt werden, sollte man sich nicht wirklich wundern, dass das Risiko für Unfälle steigt. Nichts gegen junge Leute mit wenig Führerschein- und Fahrerfahrung, aber doch bitte nicht mit einem RTW und Sondersignal. Auch da läuft was nicht ganz richtig im System RD.

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