Vom Balkon in die Tiefe gesprungen


Münster (BF) – Beim Brand in einem Wohn- und Geschäftshaus in Münster wurde am Dienstagabend (22.01.2013) ein Mann schwer verletzt. Er war vom Balkon in die Tiefe gesprungen.

Der Leitstelle der Feuerwehr Münster wurde um 22:55 Uhr ein Feuer in einem siebengeschossigen Wohn- und Geschäftshaus an der Herwarthstraße gemeldet. Aufgrund zahlreicher Notrufe erhöhte die Leitstelle die Alarmstufe und alarmierte neben der Feuerwache 2 auch den Löschzug der Feuerwache 1 (Berufsfeuerwehr) sowie den Löschzug Altstadt der Freiwilligen Feuerwehr Münster.

Beim Eintreffen des Löschzuges 2 um 23:00 Uhr trat dichter Rauch aus dem Hauseingang. Zwar hatten alle Gäste einer im Erdgeschoss gelegenen Gaststätte die Schankräume verlassen. Doch machten in allen sechs darüber liegenden Geschossen Personen an Fenstern und auf Balkonen auf sich aufmerksam. Ihnen war der Fluchtweg über den Treppenraum durch den dichten Rauch abgeschnitten.

Ein Mann auf einem Balkon im zweiten Obergeschiss war sehr unruhig. Der Zugführer des ersteintreffenden Löschzuges sprach den Mann direkt an und machte deutlich, dass Maßnahmen zu seiner Rettung eingeleitet würden. Noch bevor die Drehleiter den Balkon erreichte, kletterte der Mann jedoch über die Brüstung und ließ sich hinab fallen. Der Mann schlug im Fall an eine Markise und stürzte dann auf den Gehweg. Die Besatzung eines Rettungswagens versorgt den Schwerverletzten sofort. Nach notärztlicher Behandlung wurde der Patient ins Krankenhaus gebracht.

Aufgrund der hohen Zahl von gefährdeten Personen auf den Balkonen und an den Fenstern, erhöhte der Einsatzleiter die Alarmstufe auf „Feuer 3“. Der Löschzug 3 der Berufsfeuerwehr sowie der Löschzug Werse-Laer der Freiwilligen Feuerwehr Münster wurden daraufhin ebenfalls zur Einsatzstelle entsandt.

Eine erste Erkundung im Innern des Gebäudes ergab, dass sich die Brandstelle im Kellergeschoss befand. Der Treppenraum war dadurch sehr stark verraucht.

Insgesamt wurden sechs Personen, die sich in stark verrauchten Wohnungen aufhielten, über zwei Drehleitern gerettet. Viele weitere Personen konnten an geöffneten Fenstern in ihren Wohnungen bleiben und wurden von der Feuerwehr von den Drehleitern aus angesprochen und beruhigt.

Alle geretteten Personen wurden vom Rettungsdienst gesichtet. Eine Person musste mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation ins Krankenhaus gebracht werden.

Das Feuer im Keller konnte von zwei unter Atemschutz vorgehenden Trupps schnell bekämpft werden.

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