Viele Einsätze durch mildes Silvesterwetter


Bremen (rd.de) – Die warme Witterung zog mehr Menschen als im Vorjahr zum Jahreswechsel auf die Straßen. Die Rettungsdienste bilanzieren deshalb im Durchschnitt mehr Einsätze als 2011.

Hauptursache für die ersten Rettungseinsätze des Jahres waren Schlägereien und Messerstechereien unter Alkoholeinfluss.

In Wuppertal gerieten gegen 00.45 Uhr an der Stackenbergstraße mehrere Polizisten in Bedrängnis, die eigentlich angerückt waren, um Streitigkeiten zu schlichten. Während der Personalienfeststellungen schlug und trat plötzlich einer der „Streithähne“ auf einen 50-jährigen Polizisten ein. Aufgrund eines Solidarisierungseffektes durch weitere bislang unbekannte Anwesende gelang es den eingesetzten Streifenwagenbesatzungen nur unter massivem Einsatz von körperlicher Gewalt und Pfefferspray, den Angriff auf den Kollegen zu beenden. Hierbei wurden zudem ein 36-jähriger Polizeibeamter und zwei 23- und 28-jährige Polizeibeamtinnen durch Bisse, Tritte und Schläge leicht verletzt. Bei der anschließenden Festnahme des ebenfalls stark alkoholisierten Zwillingsbruders (20) des Angreifers leistete dieser vor dem Haus ebenfalls erheblichen Widerstand. Dabei wurde eine weitere 24-jährige Polizeibeamtin leicht verletzt. Der 50-jährige Polizeibeamte musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Mit viel Gewalt war auch die Polizei in Hamburg konfrontiert. Bei einem Streit im Bahnhof Wandsbek-Markt wurde einem Mann mit einer Gaspistole ins Gesicht geschossen. Vor einer Diskothek im Hermann-Buck-Weg gerieten gegen 02:30 Uhr zwei Gruppen von jeweils etwa 15 Personen auf der Straße in Streit. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung erlitt ein 22-jähriger Deutscher türkischer Abstammung mindestens drei Stichverletzungen im Oberkörper und wurde dadurch lebensgefährlich verletzt. Er wurde nach der notärztlichen Versorgung in ein Krankenhaus eingeliefert. Ein 18-jähriger Deutscher türkischer Abstammung erlitt eine Stichverletzung am linken Oberschenkel und wurde ebenfalls in ein Krankenhaus eingeliefert.

Mehr Explosivkraft im Feuerwerk

In Köln lag die Einsatzspitze wie üblich in der ersten Stunde des neuen Jahres. Hier rückte der Rettungsdienst binnen 60 Minuten 93 Mal aus. Vom Rettungsdienst wurden 37 Personen ins Krankenhaus transportiert, die Verletzungen beim unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerk erlitten hatten.

Hier hatten Fachleute im Vorfeld bereits ein erhöhtes Verletzungspotenzial vorhergesagt. Hintergrund ist die Umsetzung einer EU-Richtlinie, die dem Silvesterfeuerwehr deutlich mehr Sprengkraft als bisher verleiht: Nach der neuen Prüfnorm DIN EN 15947 hat sich die Nettoexplosivstoffmasse in Batterien, Kombinationen und Fontänen erhöht. So waren nach alter Rechtslage beispielsweise nur 200 g Explosivmasse in Deutschland erlaubt. Heute darf 500 g Explosivmasse enthalten sein. Bei Batterien, die nur aus Fontänen bestehen, darf die Explosivmasse sogar bis 600 g betragen.

Das Bundesamt für Materialforschung, verantwortlich für die Prüfung und Zulassung von Feuerwerkskörpern, hält das aktuell für den Verkauf freigegebene Feuerwerk dennoch für sicher. Nur 81 neue Artikel wurden nach bestandener Prüfung zugelassen. 63 geprüfte Artikel erhielten hingegen keine Registriernummer

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?