Unterlassene Hilfeleistung – Fahrer verbrennt im Auto


Waghäusel (DKO) – In seinem Auto verbrannt, ist ein 28-jähriger Mann am Sonntagmorgen auf der Landstraße zwischen Wiesental und Hambrücken.

Der Mann war gemeinsam mit seiner 22-jährigen Freundin auf der Heimfahrt von einem Discobesuch, als sein Auto nach einer scharfen Rechtskurve aus bisher noch ungeklärter Ursache ins Schleudern geriet. Der Wagen kam von der Fahrbahn ab, drehte sich und prallte mit der Heckseite gegen einen Baum. Da beim Aufprall der Tank beschädigt wurde, fing das Fahrzeug Feuer. Die Beifahrerin wurde lediglich leicht verletzt und konnte sich über die Beifahrertür schnell in Sicherheit bringen. Die Tür auf der Fahrerseite war allerdings verformt, so dass sie nicht von innen geöffnet werden konnte. Zwei am Unfallort zufällig vorbeikommende Frauen hielten an und versuchten die Fahrertür gemeinsam mit der Beifahrerin zu öffnen. Dies allerdings ohne Erfolg. Sie mussten zusehen, wie der junge Mann im Auto verbrannte.

Fatalerweise fuhren am Unfallort zum Unfallzeitpunkt noch etliche weitere Fahrzeuge vorbei. Die Fahrer jedoch setzten scheinbar unbeeindruckt ihre Fahrt fort, anstatt den Frauen zu helfen, den jungen Mann aus dem Auto zu befreien. Die Möglichkeit bestand durchaus, dass es mit der Hilfe von weiteren Personen gelungen wäre, die Fahrertür zu öffnen und dem Fahrer so das Leben zu retten. Tatsache ist, dass der Mann nicht im Fahrzeug eingeklemmt war, sondern lediglich die klemmende Tür ihm zum Verhängnis wurde.

Die Polizei hat bereits die Ermittlungen wegen des Verdachts auf unterlassene Hilfeleistung aufgenommen. Der junge Mann aber, der möglicherweise noch hätte gerettet werden können, hat für dieses Fehlverhalten einiger Autofahrer wohl mit seinem Leben bezahlt.

Beim Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehren aus Wiesental und Kirrlach, kurz nach der Alarmierung, brannte das Auto bereits in voller Ausdehnung.

Der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuz war unter der Leitung des Organisatorischen Leiters Jürgen Schlindwein mit zwei Rettungswagen, einem Notarzteinsatzfahrzeug und der Notfallhilfe des DRK-Waghäusel vor Ort. Sie versorgten sowohl die Beifahrerin, als auch die beiden Ersthelferinnen, die unter Schock standen. Die Beifahrerin kam mit dem Rettungswagen ins Bruchsaler Krankenhaus.

Bericht: Daniel Kohler

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