Unfall mit Gefahrgut-Lkw auf B 12


Haag (pol) – Am Mittwochnachmittag kam es gegen 16.15 Uhr auf der Bundesstraße 12 in Höhe Untersinkenbach zu einem schweren Unfall mit Beteiligung eines Gefahrgut-Lkw. Die Bundesstraße wurde in beide Richtungen gesperrt.

Ein 48-jähriger Lkw-Fahrer aus dem Landkreis Traunstein fuhr gegen 16.15 Uhr mit einem Lkw auf der B 12 in Richtung Passau. Der Lkw war mit Gefahrgut (Gasflaschen mit Wasserstoff) beladen. Hinter dem Lkw fuhr eine Fahrzeugkolonne.

Auf gerader, übersichtlicher Strecke wollte der erste hinter dem Lkw fahrende Pkw diesen überholen. Als sich der 29-jährige BMW-Fahrer aus Überlingen in Richtung Fahrbahnmitte orientierte, bemerkte er, dass von hinten ein weiterer Pkw bereits mehrere Fahrzeuge überholte. Bei diesem Pkw handelte es sich um einen Opel Astra Caravan, besetzt mit drei Personen, der von einem 26-jährigen Fahrer aus Neu-Ulm gelenkt wurde.

Der BMW-Fahrer brach daraufhin seinen Überholvorgang ab. Zu einer Berührung der beiden Pkw kam es nicht. Als sich die beiden Pkw auf gleicher Höhe befanden, geriet der Opel Astra ins Schleudern, drehte sich mehrmals am Lkw vorbei und touchierte die Vorderachse des Lkw.

Der Lkw-Fahrer, der im Rückspiegel den schleudernden Pkw bemerkte, versuchte sein Fahrzeug noch abzubremsen. Nach dem Anprall stürzte der Lkw um und kam auf der rechten Seite zu liegen. Der Opel Astra kam nach rechts von der Fahrbahn ab, die drei Insassen wurden leicht verletzt. Der Lkw-Fahrer wurde von Ersthelfern über die Dachluke des Lkw geborgen, er blieb unverletzt.

Bei dem umgestürzten Lkw wurden mehrere Gasflaschen aus den Halterungen und die Verrohrung der Gasbatterien abgerissen. Es kam zu einem Austritt des Wasserstoffgases. Da das Gas mehrerer beschädigter Flaschen zu brennen begann, wurden zahlreiche umliegende Feuerwehren alarmiert, die den Brand aber schnell löschen und weiter ausströmendes Gas mit Wassernebel niederschlagen konnten. Da es sich bei Wasserstoff um ein brennbares Gas, das mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch bildet, handelt, wurden drei Häuser in unmittelbarer Nähe zur B 12 geräumt. Die Bewohner kamen bei Nachbarn unter und wurden vom Rettungsdienst betreut.

Für die Dauer der Unfallaufnahme und der aufwendigen Bergungsarbeiten musste die B 12 für den Durchgangsverkehr bis weit nach Mitternacht abgesperrt werden. Die Gasflaschen konnten erst umgeladen werden, als das Gas kontrolliert abgelassen und mit Wassernebel niedergeschlagen worden ist. Erst dann war es möglich, den Sattelzug mit einem Bergekran aufzurichten und den Abtransport einzuleiten. Grundsätzlich besteht an Feiertagen ein Fahrverbot für Lkw, für diese Spedition lag aber eine Ausnahmegenehmigung vor.

Neben Polizei und Rettungsdienst mit Notarzt waren die Feuerwehren Haag i. OB, Winden, Westach, Maitenbeth, St. Wolfgang, Isen, Waldkraiburg, Mühldorf und die Werkfeuerwehr Wacker (TUIS-Fachberatung) sowie THW und Landratsamt Mühldorf und Straßenmeisterei Ampfing im Einsatz. Insgesamt dürften rund 130 Einsatzkräfte vor Ort gewesen sein.

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