Übung: 48 Verletzte bei Riesenradunfall


Hannover (BF) – Auf dem Schützenplatz der Landeshauptstadt Hannover sowie im Diakoniekrankenhaus Friederikenstift fand am Samstag die großangelegte Katastrophenschutzübung der Landeshauptstadt Hannover mit einem Massenanfall von verletzten Personen statt.

Insgesamt 48 Verletzte mussten bei diesem dargestellten Großschadensereignis, einem umgestürzten Riesenrad, rettungsdienstlich im vor Ort eingerichteten Behandlungsplatz versorgt und in die Erstversorgungsklinik (EVK) Diakoniekrankenhaus Friederikenstift transportiert werden.

Um 10:00 Uhr wurde ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) sowie ein Rettungswagen (RTW) mit dem Alarmstichwort „Sturz aus einem Riesenrad, Schützenplatz Hannover“ alarmiert. Vor Ort erfolgte die Einweisung der Einsatzkräfte in das gesamte Ausmaß der Lage. Angenommen wurde ein umgestürztes Riesenrad mit etwa 150 verletzten oder betroffenen Personen. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde durch den ersteintreffenden Notarzt die Alarmstufe MANV 3 (von 4 möglichen) ausgelöst. Die insgesamt 48 Verletztendarsteller wurden durch das Team Einsatz- und Notfalldarstellung der Rettungsassistentenschule gestellt. Die aufwendig geschminkten Verletzungen sahen für die eintreffenden Einsatzkräfte täuschend echt aus.

Ein Modul bei diesem simulierten Großschadenereignis war ein Einsatzabschnitt Rettungsdienst unter Führung eines Organisatorischen Leiters Rettungsdienst (OrgL) und eines Leitenden Notarztes (LNA). Sie koordinieren die Sichtung, Behandlung und den Transport der Verletzten. Die bei dieser Einsatzübung eingebundenen Notärzte wurden durch die Teilnehmer eines Kurses für Leitende Notärzte der DRK-Rettungsschule aus Goslar gestellt.

Die Patienten wurden in einer Patientenablage zu einer Vorsichtung und medizinischen Erstversorgung an den Rettungsdienst übergeben. Für die Verletzten, die aufgrund ihrer schwersten Verletzung sofort in ein Krankenhaus transportiert werden mussten, erfolgte eine Übergabe an dafür bereitgestellte Rettungswagen, die anderen Patienten wurden einem Behandlungsplatz zugeführt.

In einem weiteren Modul erfolgte die Versorgung der Verletzten in der Erstversorgungsklinik Friederikenstift. Vom Behandlungsplatz aus wurden die Patienten in die Erstversorgungsklinik Diakoniekrankenhaus Friederikenstift transportiert. Die Erstversorgungskliniken (EVK) beenden in einem solchen Fall den Regelbetrieb, aktivieren den Notfallplan und stellen unter Nutzung aller Ressourcen auf Notfallbetrieb um.

Der Stab „Außergewöhnliche Ereignisse“ der Feuerwehr Hannover, der in der Regionsleitstelle Hannover seine Einsatzbereitschaft hergestellt hat, koordinierte mit einer Sekundärleitstelle die weitere, überregionale Verlegung von Patienten aus der Erstversorgungsklinik. Dazu standen der Sekundärtransportleitung mit dem computergestützten Patientenverteilungssystem (ComPaS©) niedersachsenweite Daten über Kapazitäten von Krankenhäuser zur Verfügung.

Gegen 12:45 Uhr war die Einsatzübung beendet. Insgesamt waren mehr als 350 Einsatzkräfte und 50 Fahrzeuge von Feuerwehr, Rettungsdienst und dem Friederikenstift in diese Übung eingebunden. Claus Lange, Chef der Feuerwehr Hannover und Dr. Sven Wolf, Leiter der Notfallambulanz im Frederikenstift, zeigten sich mit dem Übungsverlauf sehr zufrieden.

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