Überregionale Rettung bewährt sich


Purkersdorf/Österreich (ÖRK) – Das Einsatzaufkommen in der Nacht von Samstag auf Sonntag hat wieder einmal die Wichtigkeit einer überregionalen Rettungsleitstelle unter Beweis gestellt.

Um 22:41 wurde ein Rettungswagen des Roten Kreuzes Purkersdorf-Gablitz von der Leitstelle „144 Notruf Niederösterreich“ nach Pressbaum alarmiert. Eine betagte Dame hatte über ihr Rufhilfesystem Alarm ausgelöst und musste in ein Wiener Krankenhaus eingeliefert werden.

Das Rote Kreuz Purkersdorf-Gablitz hatte in dieser Nacht insgesamt drei Einsatzfahrzeuge mit ehrenamtlichem Personal besetzt. Wie wichtig das ist hat sich schon bald gezeigt, denn während die betagte Dame mit dem Notfallteam nach Wien unterwegs war, wurde der Purkersdorfer Notarztwagen zu einem internistischen Notfall nach Gablitz alarmiert.

Eine 28jährige Gablitzerin litt unter Schwindel, Übelkeit und Kreislaufproblemen. Während die Sanitäter des Roten Kreuzes und die Notärztin notfallmedizinische Maßnahmen durchführten, gab es den nächsten Alarm für das Rote Kreuz. Ein Gablitzer klagte über Herzbeschwerden und wählte den Notruf 144, um rasch Hilfe zu erhalten.

Da der Purkersdorfer Notarztwagen nun jedoch im Einsatz war, alarmierte „144 Notruf Niederösterreich“ kurzerhand einen weiteren Rettungswagen des Purkersdorfer Roten Kreuzes und den Notarztwagen des Tullner Roten Kreuzes. Nun waren also insgesamt vier Einsatzfahrzeuge gleichzeitig im Einsatz. Dank der hochmodernen Leitstellentechnik von „144 Notruf Niederösterreich“ und des bestens geschulten Personals ist dies keine besondere Herausforderung. Keine umständlichen und zeitraubendenden Telefonate sind notwendig, um zusätzliche Einsatzfahrzeuge in den Bezirk Purkersdorf anfordern zu können. Gerade bei lebensbedrohenden Notfällen ist das von enormer Wichtigkeit.

„Wir begannen umgehend mit der Versorgung des Patienten und wurden nach kurzer Zeit von der Leitstelle informiert, dass der Tullner Notarztwagen bald eintreffen würde. Wir waren dann wirklich überrascht, dass schon fünf Minuten später die Kollegen aus Tulln bei uns am Einsatzort waren.“, so Jürgen Wenisch, ehrenamtlicher Sanitäter beim Purkersdorfer Roten Kreuz. Der Patient wurde nach der Durchführung notärztlicher Maßnahmen vom Notarztwagen zur weiteren Betreuung in das Landesklinikum Donauregion Tulln eingeliefert.

Ein modernes Leitstellensystem, gepaart mit hochqualifiziertem ehrenamtlichem Engagement sind wichtig, um derartige Einsätze rasch und professionell abwickeln zu können. Wählt man in Niederösterreich die Notrufnummer 144 meldet sich umgehend ein Call Center Agent, der sich kompetent um das jeweilige Anliegen kümmert. Unbemerkt laufen dann im Hintergrund viele Dinge gleichzeitig ab. Während man noch telefoniert und lebenswichtige Fragen beantwortet, errechnet das Leitsystem alle in Frage kommenden Rettungsmittel. Bei sehr dringenden Notfällen (z.B. Reanimation) wird – sobald Einsatzort und die Art des Notfalls bekannt sind – von einem zweiten Mitarbeiter während des Notrufgesprächs das entsprechende Rettungsmittel alarmiert und losgeschickt.

In Niederösterreich werden circa 98 % der Rettungs- und Krankentransporte von „144 Notruf Niederösterreich“ disponiert. Erst im Juni wurden die ASBÖ-Dienststellen Dunkelsteinerwald und Frankenfels in die Leitstelle integriert. Dr. Ulrich Stiaßny, Präsident des niederösterreichischen Samariterbundes meinte damals, dass dieser Schritt ein eindeutiges Zeichen für die Zukunft und ein Bekenntnis zu Qualität und Sicherheit sei und freute sich, dass die „bisherigen Zweifler“ beginnen umdenken.

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