Tribüne stürzt ein: 16 Verletzte


Velbert (ots) – Am späten Samstagvormittag wurden Feuerwehr und Polizei über Notruf zu einem schweren Unglücksfall auf dem Gelände der Städtischen Realschule an der Kastanienallee in Velbert-Mitte gerufen. Dort waren nach Meldung erster Notrufe in einem Zirkuszelt eine Zuschauertribüne zusammengebrochen und dabei zahlreiche Zuschauer, darunter Kinder und Erwachsene, schwer verletzt worden.

Die Feuerwehr Velbert löste aufgrund dieser Erstmeldung sofort einen größeren Rettungseinsatz aus, bei dem man Rettungswagen, Sanitäter und Notärzte aus dem ganzen Kreis Mettmann alarmierte und zum Unglücksort entsandte. Dort wurden im Laufe eines vorbildlich verlaufenden Rettungseinsatzes, für welchen die Polizei den Schadensort großräumig absperrte, insgesamt 16 Verletzte versorgt. Elf Verletzte wurden mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser gebracht und verblieben dort zunächst stationär, weshalb sie als schwer verletzt gelten. Vier Verletzte konnten nach ambulanter Erstversorgung am Unglücksort sofort nach Hause entlassen werden. Ein Patient wollte sich noch eigenständig in weitergehende ärztliche Behandlung begeben. Nach bisheriger Rückmeldung der behandelnden Ärzte vor Ort und in den Krankenhäusern besteht für keinen der Patienten Lebensgefahr, vielmehr wurden überwiegend Abschürfungen und Prellungen festgestellt, in wenigen Fällen sind Frakturen nicht auszuschließen.

Nach dem Abschluss der Rettungsmaßnahmen hat die Kreispolizeibehörde Mettmann, die mit 14 Beamtinnen und Beamten vor Ort war, Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen. Hierbei wurden bereits neben Verantwortlichen der städtischen Bauaufsicht auch Spezialisten von der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes (LKA) NRW beteiligt. Zum derzeitigen Stand der Ermittlungen können aber von polizeilicher Seite noch keine konkreteren Angaben zu einer möglichen Unglückursache gemacht werden.

Bisher liegen jedoch folgende Erkenntnisse vor: Zur Durchführung eines einwöchigen, schulischen „Zirkusprojektes“, bei dem Schülerinnen und Schüler der Velberter Realschule selber als Akteure in der Manege auftraten, war ein professionelles Zirkuszelt mit Einrichtung gemietet und neben der Schule an der Kastanienallee aufgebaut worden. Dessen ordnungsgemäßer Zustand und Aufbau wurde von der städtischen Ordnungsbehörde geprüft und bestätigt. So hatten dann auch schon am Donnerstag und Freitag zwei Vorstellungen in jeweils voll besetztem Zirkuszelt ohne Zwischenfälle stattgefunden. Am heutigen Samstagmorgen hatte die dritte und letzte Vorführung begonnen, die nach Angaben der Schulleitung diesmal jedoch nicht vollkommen ausverkauft war. Derzeitige Schätzungen gehen deshalb davon aus, dass sich zum Unglückszeitpunkt ca. 280 Besucher im Zelt und auf den zwei durch Eingang und Manegenzugang getrennten Zuschauertribünen aufhielten. Zum Zeitpunkt des Unglückes stürzte zunächst plötzlich eine erwachsene Zuschauerin rückwärts von einem oberstem Sitzplatz der Unglückstribüne, neben dem Haupteingang nach hinten in die Zeltplane des Rundbaus. Kaum waren Helfer zu der hinter der Tribüne am Boden liegenden Frau geeilt, stürzte plötzlich die gesamte Unglückstribüne, auf der sich zu diesem Zeitpunkt schätzungsweise über 100 Kinder und Erwachsene aufhielten, wie im Dominoeffekt seitlich zusammen. Hierbei zogen sich die dabei auf- und übereinander fallenden Besucher die geschilderten Verletzungen zu.

Glück im Unglück war, dass sich zum Zeitpunkt des Vorfalles auch Angehörige der Velberter Feuerwehr als private Zuschauer im Zelt befanden und sofort erste Hilfe- und Rettungsmaßnahmen einleiteten. So hatten beim Eintreffen der alarmierten Rettungskräfte bereits alle Personen das Zelt schon relativ geordnet und ohne Panik verlassen. Verletzte waren an zentraler Stelle gesammelt, erstversorgt und konnten darum sofort von Sanitätern und Notärzten weiter versorgt werden.

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