Tief Daisy brachte viel Arbeit mit


Bonn (rd.de) – Das angekündigte Schnee-Chaos blieb zwar insgesamt aus, doch vor allen Dingen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie auf den vorgelagerten Inseln war (und ist) die Situation schwierig.

In Süddeutschland setzte der Schneefall mit auffrischenden Winden zuerst ein. Innerhalb kurzer Zeit ging am Freitagabend auf der A5 im Breisgau nichts mehr. Die französischen Räumdienste kamen dem Schneefall nicht hinterher. Die elsässische Präfektur entschied deshalb, die Autobahn 35 und den Grenzübergang nach Deutschland bei Neuenburg zu sperren. Die Autofahrer und viele Brummikapitäne verbrachten eine kalte Nacht auf der A5. Sie mussten von Hilfsdiensten versorgt werden.

Ostholstein versank im Schnee

Am schlimmsten erwischte Schneetief Daisy die Regionen um Segeberg und Ratzeburg in Schleswig-Holstein, den Regierungsbezirk Ostvorpommern und die Ostseeinsel Fehmarn.

Die Ortschaften Wakendorf 1, Altengörs, Neuengörs und Söhren im Kreis Segeberg waren zwischenzeitlich nicht mehr erreichbar. In den Orten Götzberg, Wakendorf2 und Schlamersdorf haben Kräfte des THW liegen gebliebene Fahrzeuge geborgen. Die Schneeverwehungen türmten sich zwei bis der Meter hoch.
Die A 20 war zwischen dem Autobahnkreuz Lübeck bis zur Anschlussstelle Geschendorf gesperrt. Die Autobahn 20 konnte trotz mehrfacher Räumung nicht passierbar gemacht werden.
Angespannt war die Lage in ganz Ostholstein. Zahlreiche Fahrzeugführer blieben mit ihren Fahrzeugen in teilweise meterhohen Wehen stecken, selbst Rettungskräfte hatten Probleme, an die verschiedensten Einsatzorte zu gelangen.

Katastrophenalarm für Ostvorpommern

Der Landkreis Ostvorpommern hat am Sonntagmorgen (05:05 Uhr) für den Landkreis Ostvorpommern den Katastrophenalarm ausgerufen und koordinierte von Gützkow aus die Rettungseinsätze.

In den Abend- und Nachtstunden von Samstag auf Sonntag blieben Fahrzeuge in Schneewehen stecken. Betroffen waren mehrere Abschnitte der Bundesstraßen 109, 110, 111 sowie der Land- und Kreisstraßen rund um Anklam, Gützkow und Wolgast. Manche Fahrzeuginsassen mussten bis zu zwei Stunden ausharren, um aus ihrer Lage befreit zu werden.

In der Nacht kam der Fahrzeugverkehr auf der A 20 zwischen Jarmen und Gützkow völlig zum Erliegen. Bis zu 30 Fahrzeuge, Pkws, ein Bus und mehrere Lkw lagen bis zu zehn Stunden fest. Mit schwerer Räumtechnik bemühte man sich, eine Ausfahrt der eingeschlossenen Fahrzeuge an der Abfahrt Greifswald zu realisieren.
Ein Reisezug kam am Sonntagmorgen, kurz nach 05:00 Uhr, auf der Strecke Berlin – Stralsund in Höhe Bagischow bei Anklam nicht mehr weiter. Kräfte der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr unterstützten die Einsatzkräfte, so dass die 14 Reisenden kurz nach 10:00 Uhr aus dem Zug geholt und vorerst im Anklamer Rathaus untergebracht werden konnten. Über 110 eingeschneite und befreite Autoreisende kamen u. a. in einer Sporthalle bzw. in das Schullandheim in Gützkow unter.
„Ich danke allen Rettungs- und Hilfskräften, der der Polizei und den vielen privaten Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Bewältigung der Wetterlage und der damit verbundenen Behinderungen und Einschränkungen“, so der Staatssekretär im Innenministerium Thomas Lenz. In der Nacht zum Montag wurde der Katastrophenalarm aufgehoben.

Fehmarn schaufelt sich frei

Immer noch angespannt ist die Lage auf Fehmarn. Neben hohen Schneeverwehungen kämpften die Einsatzkräfte gegen unterspühlte Deiche. Besonders betroffen waren der Norden und der Osten der Insel. Von einer katastrophalen Lagen sprach Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt. Zwischenzeitlich gab es keine Straßenverbindung mehr zwischen den 42 Dörfern auf der Insel. Auch Bundeswehrfahrzeuge waren in Einsatz um die Lage zu stabilisieren. Am Sonntagvormittag fiel zudem für eine Stunde der Strom auf der Insel aus.

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