Thüringen will Rettungsdienstgesetz ändern


Erfurt (rd.de) – Das künftige thüringische Rettungsdienstgesetz soll dafür sorgen, dass die Rettungsdienstanbieter stärker im Katastrophenschutz eingebunden sind. Die Krankenkassen lehnen den Vorschlag ab. Er schütze das Anbietermonopol der Hilfsorganisationen und verhindere den Wettbewerb.

Tatsächlich zielt der bisherige Gesetzesentwurf darauf ab, die Vergabe von rettungsdienstlichen Leistungen stärker an die Mitarbeit der Bewerber im Katastrophenschutz zu koppeln. Man befürchtet durch einen rein auf den Preis ausgerichteten Ausschreibungswettbewerb im Rettungsdienst, die Leistungsfähigkeit der Katastrophenschutzeinheiten auf mittlere Sicht zu gefährden.

Michael Domrös, Leiter der Landesvertretung des Ersatzkassenverbandes in Thüringen kritisiert den Plan, Belange des Katastrophenschutzes bei der Vergabe von Leistungen des Rettungsdienstes in den entsprechenden Ausschreibungsverfahren wesentlich stärker zu berücksichtigen. Das könnte letztendlich zu einer Ausgrenzung kleiner, nicht etablierter Anbieter führen, glaubt Domrös und befürchtet einen faktisch geschlossenen Markt für die etablierten Hilfsorganisationen.
Weiterhin fordern die Vertreter der Kostenträger endlich eine Reduzierung auf drei bis vier Leitstellenstandorte für ganz Thüringen.

5 Responses to “Thüringen will Rettungsdienstgesetz ändern”

  1. Poldi on Februar 1st, 2011 14:13

    Die Macht des DRK ist derzeit „noch“ ungebrochen, aber Änderungen stehen an, denn so wie bisher kann es nicht weitergehen. Die Krankenkassen als „öffentlicher Auftraggeber“ und „Verwalter der Kundengelder“ sollten den Rettungsdienst selbst ausschreiben dürfen-müssen, denn Sie sind verantwortlich für den wirtschaftlichen Umgang mit Gelder. Es kann nicht sein, dass so marode und überflüssige Organisationen wie ASB, DRK, JUH und MHD über Jahrzehnte hinweg mit Kundengeldern gesponsert werden. Aber die Politik macht es ja vor, wie man das Geld der Deutschen zum Fenster raus wirft und das Schlimme ist, dass die Bürger nichts dagegen machen.

  2. ASBRettSan on Februar 2nd, 2011 10:13

    Bitte was? Überflüssig und marode? Wir machen alle den selben Job. Egal was da am Auto steht. Meine Güte…

  3. Max on Februar 2nd, 2011 15:57

    Eine super Initiative. Wo bleibt denn die Übung für die Helfer, wenn sie nicht mehr die Möglichkeit haben ehrenamtlich zu fahren, weil ein privater Anbieter übernommen hat?

    Der KatS ist und bleibt eine wichtige Sache und muss unterstützt werden – von den SEGen ganz zu schweigen.

  4. Chrissy on Februar 3rd, 2011 18:40

    Ich finde die ganze Diskussion sinnfrei. Auch bei einem privaten Anbieter kann ein „Ehrenamtlicher“ mitfahren, z.B. auf 400€ Basis. Bei uns gibt es keine Ehrenamtlichen im Rettungsdienst und keiner stellt die Fahigkeit des Katastrophenschutzes bei Einsätzen zu funktionieren in Frage. Und geübt wird an Phantomen und bei Übungen, nicht an Patienten im Einsatzdienst. Rettungsdienst ist kein Spielzimmer sondern eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit. Wer einmal mitbekommen hat, dass in Deutschland Behandlungsfehler zu den 10 häufigsten Todesursachen gehört wird sich sicher fragen warum die Professionalisierung in der Notfallrettung immer noch blockiert wird. Ich hoffe, egal welcher Anbieter in Zukunft zum Zuge kommt endlich auf eine dreijährige Rettungsassistentenausbildung ohne Quereinstieg.

  5. gerry80 on Februar 5th, 2011 10:20

    Eines ist bei diesem Versuch der Politik doch ganz klar heraus zu lesen;

    Es wird versucht Gelder die für den Katastrophenschutz bereitgestellt werden müssen durch rettungsdienstliche Tätigen querfinanzieren zu lassen!

    Warum wird der Rettungsdienst (nicht der Krankentransport) nicht endlich als das angesehen was er ist; – eine hoheitliche Aufgabe –
    vergleichbar mit der Polizei oder der Feuerwehr,
    denn jeder Mensch in unserem Land hat das Recht auf Hilfe
    in einer Notsituation.

    Es ist richtig wenn man sagt, das es egal ist, was für ein Name auf dem Rettungswagen steht, JEDER hat die gleiche Aufgabe!

    Aber KEINER sollte auch nur Versuchen sich daran zu bereichern, nicht falsch verstehen, profesionelle Hilfe kostet Geld, die Helfer im täglichen Rettungsdienst müssen davon bequem Leben können um sich auf Ihre(n) Beruf(ung) voll konzentrieren zukönnen.
    Dies ist momentan nicht gegeben und auch scheinbar nicht gewollt.

    Der Rettungsdienst gehört hoheitlich organisiert und durchgeführt, von der Ausbildung über das „Material“ bis zum Versuch das profesionelle Personal stehts auf dem neusten medizinischen Stand der Zeit zu halten.
    Das ist eine Aufgabe unseres Staats !

    Der Wettbewerb muss um „das Leben des Menschen“ gehen,
    schneller und besser zu sein als alle anderen auf der Welt um Schaden
    abzuwenden!

    Der momentane Zustand von unterschiedlichen „Hilfsfristen“, unterschiedlichen Ausbildungsständen des Personal auf den verschiedenen
    Rettungsmittel ist haltlos.
    Und rettungsdienstliche Tätigkeit europaweit auszuschreiben,
    als wäre es ein Cateringservice einer Bundesbehörde ist PERVERS !

    Dabei wäre es doch so einfach;
    die Rettung / Bergung / Hilfe / Feuer ist von den gut funktionierenden Feuerwehren unseres Landes abgedeckt; zusätzlich gibt es wunderbar arbeitende Helfer des THW die Sie „unterstützen“.
    Unsere all so geliebten Hilfsorganisation sollten sich auf Sanitätsdienst, Unterstützungseinheiten, usw konzentrieren.
    Ach wo ist eigentlich unser schön orangefarbener Katastrophenschutz geblieben?

    Ich träume von einem „Deutschen Rettungsdienst“
    – länderübergreifend, -> endlich keine „Todeszonen“ am Rand von
    Kreisen und Landesgrenzen.
    – mit der dann allseits von der Politik gewollten Möglichkeit Seinen Beruf
    an dem Ort aus zu üben, an den einen die Familie führt.
    – gleichen Standarts für alle unter nur einem Ziel
    -> Notleidenden schnelle und hochqualifizierte nicht ärztliche Hilfe zu leisten.
    Es kann nicht sein das der Rettungsdienst in Städten immer profesioneller wird
    und der ländliche Bereich austrocknet !

    Ob Hilfsorganisation, Privatanbieter oder Komunelle ,
    – eines muss uns allen klar sein, es ist eine weltweite Seuche Arbeiter mit immer weniger Geld arbeiten zu lassen um Kosten zu sparen.

    Jedoch bedeutet dies im Rettungsdienst,
    weniger Geld weniger Ausbildung
    weniger Ausbildung weniger Profesionell
    weniger Profesionell ->
    AM ENDE MEHR KOSTEN FÜR KRANKENKASSEN UND UNS ALLE; DA DIE PATIENTEN IN SCHLECHTEREM ZUSTAND IN DIE KLINIKEN KOMMEN UND SOMIT LÄNGER DORT BLEIBEN ODER HILSBEDÜRFTIGER ENTLASSEN WERDEN. Nicht zu vergessen, das mehr Menschen LEIDEN werden !

    Aber das bezahlt ja dann die Pflegeversicherung und die Familien und nicht der der Haushalt eines Kreises oder Landes.
    Also als wunderbar für die Politik ! Und auch die Krankenkassen !

    Es ist eben ein perverses System in einer perversen Welt in der Jeder glaubt
    – Mich bertifft es eh nicht, und machen kann man auch nichts dagegen –

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