Tele-Notarzt fährt in Aachen mit


Aachen (rd.de) – Ein Jahr lang wird ein Aachener RTW seinen Notarzt per Datenverbindung immer mit dabei haben. Nach positiven Ergebnissen der bisherigen Tests, soll der Aachener Versuch nun Überzeugungsarbeit leisten.

Das Telemedizinprojekt Med-on-@ix sieht vor, den Notarzt per Videoausrüstung einen Blick in den RTW werfen zu lassen und ihm Vitaldaten live zur Verfügung zu stellen. In Gebieten mit mangelhafter Notarztversorgung, soll das System die medizinische Versorgung im Rettungsdienst verbessern. Ein Rechtsgutachten stellte hierzu fest, das die Telekonsultation im Rettungsdienst rechtlich möglich ist und keine grundlegend neuen Rechtsfragen aufwirft.

Erst am 16. Oktober wurde in Aachen eine Telenotarzt-Zentrale in Betrieb genommen. Gestern fiel in Köln, im Rahmen eines Kongresses zu sicheren Anwendungen mobiler Informationstechnik, der offizielle Startschuss zur Evaluierungsphase. In Aachen werden Notarzt und Telenotarzt demnächst gemeinsam behandeln.

Med-on-@ix ist ein Projekt, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Neben der Universität Aachen beteiligen sich die Firma P3 Communications und die Philips Medizin Systeme GmbH an der Realisierung des Telenotarztdienstes.

Weitere Information:
Weniger Notärzte dank Telematik? (rettungsdienst.de)

Med-on-@ix-Homepage

2 Responses to “Tele-Notarzt fährt in Aachen mit”

  1. campesino on November 3rd, 2009 23:36

    Letztlich dient das ganze Projekt nur dazu, Notarztstandorte abbauen zu können.
    Dies und Kostenreduktion ist in unserem Gesundheitssystem allgemein, ist sicher nicht illegitim. Aber ist Telemedizin der richtige Weg? Sicher nicht. Sinnvoller wäre, sich Gedanken über eine Regelkompetenz des Rettungsfachpersonals zu machen und so unnötige Einsätze wie Nachforderungen zu Hypoglykämien u.ä. einzusparen und eine suffiziente Patientenversorgung auch bei längeren Eintreffzeiten des Notarztes sicherzustellen (Stichwort: Analgesie).

    Telemedizin ist, insbesondere berufspolitisch gesehen, der falsche Weg und sollte vom Personal, dem die Berufsentwicklung wichtig ist, nicht unterstützt werden.

  2. Rettass77 on November 4th, 2009 18:34

    Ich halte dieses System für sehr fragwürdig. Fragen die sich mir stellen, werden auf der Homepage nicht beantwortet. In den FAQ´s widersprechen sich die Antworten.
    Ich denke nicht dass dieses System eine Erweiterung der Not- oder Regelkompetenz erlaubt. Eine „Telearzt“ wird wohl kaum den RA´s anweisen, Analgetika oder Sedativa zu applizieren. Meines Erachtens werden hier die RA´s als unterqualifiziert dargestellt, als wenn sie keine Situation erfassen können und dem Patienten nur ein Arzt aus dem Fernseher helfen kann. Tut mir leid, aber wenn auf der Homepage des Anbieters zu lesen ist, dass ducrh dieses System eine „schnellere und qualitativ höherwertigere Versorgung“ stattfinden soll, dann hört sich das für mich an, als ob der bisherige Rettungsdienst nur minderwertige Arbeit geleistet hat. Nichts ist gegen einen Arzt in der Leitstelle einzuwenden, der den Disponenten in speziellen Fragen zur Verfügung steht ( gabs sogar schon im SMH System zu DDR Zeiten). Dies wäre aber auch der einzige Vorteil. Meine Meinung.

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