Stuttgart: Asylbewerberunterkunft brannte – neun Verletzte


Stuttgart (fw) – Eine Vielzahl von Anrufern meldete am Samstagmorgen um 05.53 Uhr der Integrierten Leitstelle (ILS) in Stuttgart über den Notruf 112 einen Brand in einer Asylbewerberunterkunft. Aufgrund der Notrufmeldungen alarmierte die ILS umgehend zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr Abteilung Heumaden und den Medizinischen Rettungsdienst.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte ein Gebäude über mehrere Stockwerke. Daher wurde umgehend ein weiterer Löschzug alarmiert. Ein Teil der Bewohner hatte das Gebäude über den Treppenraum verlassen.

Einigen Bewohnern des ersten und zweiten Obergeschosses war der Fluchtweg abgeschnitten. Sie retteten sich durch einen Sprung aus dem Fenster des ersten Obergeschosses oder seilten sich mit zusammengeknoteten Bettlaken aus dem zweiten Obergeschoss ab.

Die Feuerwehr leitete einen umfassenden Löschangriff ein. Dadurch konnte das Übergreifen auf das unmittelbar angebaute Nebengebäude verhindert werden. Zahlreiche Trupps wurden unter Atemschutz eingesetzt. Um 06.43 Uhr war das Feuer unter Kontrolle.

Bei der Durchsuchung des Gebäudes wurden keine weiteren Personen gefunden. Die Suche wurde durch Trümmerteile des Daches und der Geschoßdecken extrem erschwert. Einige Bereiche des Gebäudes konnten nicht betreten werden.

Die verletzten Personen wurden vom Rettungsdienst erstversorgt und anschließend in Krankenhäuser transportiert. Für die unverletzten Bewohner wurde zunächst ein Bus der SSB zur Verfügung gestellt. Das Sozialamt brachte die obdachlos gewordenen Personen in anderen Unterkünften in Stuttgart unter. Die Feuerwehr unterstützte im Rahmen des städtischen Krisenmanagements.

Im Verlauf des Samstags trugen die Einsatzkräfte mit Unterstützung eines Baggers des THW die einsturzgefährdeten Gebäudeteile ab. Dabei konnten die letzten Glutnester abgelöscht werden. Bei den Nachlöscharbeiten verletzte sich ein Feuerwehrangehöriger leicht am Fuß.

Ersten polizeilichen Ermittlungen zufolge ist das Feuer in einem Raum im ersten Obergeschoss ausgebrochen. Anhaltspunkte auf eine Fremdeinwirkung von außen liegen bislang nicht vor.

Der Rettungsdienst war mit einer Vielzahl von Fahrzeugen und Personal am Einsatzort: ein Organisatorischer Leiter Rettungsdienst, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge, acht Rettungswagen, ein Krankentransportwagen, der Schnelleinsatzgruppe Giebel und ein Kriseninterventionsteam.

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