Stürmische Winde hielten Seenotretter auf Trab


Segelkutter nahm viel Wasser (Foto: DGzRS)Bremen (DGzRS) – Starke bis stürmische Westwinde und ziemlich grobe See haben den Seenotrettern der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Wochenende vor allem in den Ostseerevieren viel Arbeit gebracht.

Die freiwillige Besatzung der DGzRS-Station Ueckermünde rettete am Samstagnachmittag auf dem Stettiner Haff sechs Menschen aus Seenot. Die zwischen 30 und 50 Jahre alten Segler waren außenbords gefallen, nachdem ihr offener Segelkutter bei Windgeschwindigkeiten über 30 Knoten (über 50 km/h) und sehr kurzen, harten Seen gekentert war.

Die Seenotretter befanden sich mit ihrem schnellen Festrumpfschlauchboot Dora auf Kontrollfahrt und waren schnell zur Stelle. Sie retteten drei Mann der insgesamt siebenköpfigen Crew aus dem Wasser, ein im Revier fahrendes Sportboot nahm einen vierten auf. Die drei restlichen Segler versuchten zunächst, den Kutter wieder aufzurichten. Ihr Boot hatte jedoch reichlich Wasser übernommen und so kaum noch Freibord. Die Dora nahm es deshalb vorsichtig in Schlepp.

Das zweite Ueckermünder Seenotrettungsboot, die Gerhard Ten Doornkaat, übernahm die drei zunächst Geretteten, später auch die drei auf dem gekenterten Kutter verbliebenen Segler und versorgte alle im geschlossenen Deckshaus mit trockener Kleidung und wärmenden Decken. Mit der leistungsstarken Lenzpumpe gelang es den Seenotrettern, den Kutter schwimmfähig zu halten.

Katamaran in Not

Wenige Stunden darauf alarmierten Spaziergänger am Strand der Lübecker Bucht telefonisch die Seenotleitung Bremen der DGzRS. Zwei Segler kenterten immer wieder mit ihrem Katamaran. Sie kamen nicht mehr gegen den stark böigen Westwind an. Das Seenotrettungsboot Crempe (Station Neustadt) lief sofort aus. Nachdem ein zweiter Katamaran einen der Segler an Bord genommen hatte, brachten die Seenotretter den anderen und das Boot sicher an den Strand von Haffkrug.

Schleppverband lief fest

Bereits am späten Freitagabend kam das Seenotrettungsboot Hertha Jeep (Station Stralsund) einem Schleppzug im südlichen Hiddenseefahrwasser zu Hilfe. Der Schlepper „Paula“ war mit dem Motorboot „Jolly-Roger“ im Schlepp (je zwei Menschen an Bord) unterwegs von Hiddensee in eine Werft nach Barth. Bei westlichen Winden um sieben, in Böen neun Beaufort (bis 88 km/h Windgeschwindigkeit), hohem Seegang und schlechter Sicht wegen Starkregen kam der Verband nach Südosten in den Kubitzer Bodden ab und fuhr sich auf steinigem und sandigem Grund bei etwa einem Meter Wassertiefe fest.

Beim Versuch, den Schlepper zu befreien, zog er sich die Schleppleine in den eigenen Propeller. Er ging deshalb vor Anker, während sich die Seenotretter zunächst um die Yacht kümmerten. Bis auf etwa 200 Meter näherte sich die flachgehende Hertha Jeep ihr, weiter konnte auch sie nicht fahren. Ein Seenotretter stellte, im Überlebensanzug watend, zu Fuß die Schleppverbindung her.

Als die Hertha Jeep mit der Yacht im Schlepp Stralsund erreicht hatte, geriet der Schlepper „Paula“ in größere Not: Ihm brach die Ankerkette, der Reserveanker schlierte über Grund. Die Seenotretter liefen sofort wieder aus und erreichten die „Paula“ gerade noch rechtzeitig, bevor sie sich erneut festfuhr. Gegen 1.30 Uhr, nach sechsstündigem Einsatz, lief die Hertha Jeep zum zweiten Mal den Stralsunder Hafen an.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?