Streit beim DRK: OV droht mit Auflösung


Karlsruhe (rd.de) – Weil der OV-Vorsitzende des DRK Rheinstetten-Mörsch einen Verein zur Verbesserung der rettungsdienstlichen Versorgung in Rheinstetten gegründet hat, droht im nun beim DRK ein Ausschlussverfahren. Der Ortsverband geht auf die Barrikaden.

Dr. Jürgen Schöchlin gilt als Experte in Fragen IT und Rettungswesen. Neben seiner Arbeit beim Karlsuher Forschungszentrum Informatik, engagiert er sich seit Jahren auch beim DRK in Mörsch. Die Gründung eines Vereins mit dem Namen „Rettungsdienst Rheinstetten“, der für die Verbesserung der notfallmedizinischen Versorgung in Rheinstetten eintritt und unter anderem zu Ziel hat, sich für eine Wiedereinrichtung einer Rettungswache in Rheinstetten einzusetzen, ging dem zuständigen DRK Kreisverband in Karlsruhe aber zu weit. Hier wurde offenbar befürchtet, der Rettungsverein baut eine Konkurrenzsituation zum DRK-Rettungsdienst auf. Dem Ortsvorsitzenden Schöchlin, der zugleich den Vorsitz beim Rettungsverein inne hat, droht nun der Ausschluss vom DRK.

Der DRK Ortsverband Mörsch ist entsetzt. Dort will man von einem Konflikt zwischen den Zielsetzungen des Vereins „Rettungsdienst Rheinstetten e.V.“ und DRK nichts wissen. Im Gegenteil: Die Wiedereinrichtung einer Rettungswache in Rheinstetten spiele dem DRK eher in die Hände, argumentiert Schöchlins Stellverterter Frank Ayasse beim DRK in Mörsch und kündigt an, wenn der Aktivposten Schöchlin tatsächlich den Hut nehmen muss, werde sich der OV auflösen.

15 Responses to “Streit beim DRK: OV droht mit Auflösung”

  1. Stefan Hager on Dezember 14th, 2010 11:59

    Ja, die Angst der DRK-Fürsten ist größer denn je.
    In einem anderen Rettungsdienstbereich wurde die durch die Kostenträger bereits bewilligte Installation eines zusätzlichen RTW deshalb verhindert, weil der Kreisgeschäftsführer Angst hatte, eine andere Organisation könnte den Zuschlag bekommen.
    So viel zum Thema „Aus Liebe zum Menschen“.

  2. charlie-zulu on Dezember 14th, 2010 13:41

    Das „Abenteuer Menschlichkeit“ zeigt sich wieder von seiner besten Seite.

  3. Martin on Dezember 15th, 2010 12:54

    Man muß schon die Hintergründe kennen. Dr. Schöchlin war von Dezember 2004 bis Januar 2006 beim DRK Kreisverband Karlsruhe als stellbvertretender Kreisgeschäftsfüher angestellt. Nach dem er sehr viel Unfrieden gestiftet hatte, mußte sich das DRK wieder von ihm trennen. Er mag vielleicht rettungsdienstliche Sachkompetenz haben, aber die Sozialkompetenz ist in keinster Weise vorhanden.
    Selbst der Betriebsrat leht eine weitere und ggf. ehrenmatliche Mitarbeit Schöchlins kategorisch ab. Und wie schreibt die BNN heute: „…dass der Ortsverein Mörsch auch innerhalb Rheinstettens ein zerüttetes Verhältnis sowohl zur Feuerwehr, als auch zu den DRK-Ortsverbänden Forchheim und Neuburgweier habe. Das wurde auf Nachfrage den BNN auch bestätigt, die Wehr arbeite nur noch mit dem DRK Rheinstetten-Forchheim zusammen…“

  4. Martin.H. on Dezember 15th, 2010 16:20

    Das hat gar nichts mit den DRK-Fürsten zu tun. Wenn Schöchlin zwar fachlich Punkten kann, so ist seine Sozialkompentenz – vorsichtig ausgedrückt – unterentwickelt. Nicht nur das DRK, z.B. auch die Feuerwehr der Stadt Rheinstetten möchte nicht mehr mit Schöchlin zusammenarbeiten. Die Liste liese sich beliebig erweitern. Seine persönliche Frustration durch seinen Rausschmiss im Januar 2006 als stellvertretender DRK-Kreisgeschäftsführer hat er bis heute nicht überwunden. Schade!

  5. hanky123 on Dezember 15th, 2010 20:52

    Nur der Vollständigkeit halber:

    Von 1975 bis 1990 betrieb der ASB Rheinstetten-Mörsch jetzt RV Rheinstetten/Rastatt in Mörsch eine Rettungswache die 1990 vom Bereichsauschuss aufgrund eines Gutachtens als nicht mehr „Bedarfsgemäß“, zu Gunsten einer benachbarten Rettungswache eines anderen Betreibers, gestrichen wurde….
    Quelle:
    http://www.asb-rheinstetten-rastatt.com/cms/cms/front_content.php?idcat=31

  6. SR on Dezember 15th, 2010 23:29

    Bevor man sich das Maul zerreisst : Erstmal die andere Seite der Geschichte anhören, dann weiter kaffekränzerln und hinterfragen, ob das, was hier berichtet wird, auch alles ist. Rheinstetten-Mörsch ist nicht so ein unbeschriebenes Blatt, als das der OV hier hingestellt wird.

    Und Schöchlin ist Ortsvorsitzender des DRK Rheinstetten-Mörsch, handelt also mit der wohl offensichtlich eigenwilligen Gründung eines eigenen „Rettungsdienstes“ gegen die Interessen des DRK, zumal ich denke, daß der gute Herr Schöchlin die Sache „Rettungsdienst Rheinstetten“ mit dem DRK nicht abgesprochenhat oder schlichtweg eigensinnig handelt.
    Und daß von Seiten des OV Rheinstetten-Mörsch mit den Medien gedroht wird, das ist peinlich, nicht das Vorgehen des DRK-Kreisverbandes.

    Es wird seine Gründe haben, daß in Rheinstetten keine Rettungswache mehr ist, nämlich daß sich das aufgrund des Faktor Nutzens sich schlichtweg nicht mehr gelohnt hat ? Würde ich mal sagen. Und daß die Gebietsabdeckung wohl gesichert sein wird. Auch ohne den „Rettungsdienst Rheinstetten“.

    Und in punkto Menschlichkeit : ich finde es schlichtweg abstoßend, daß auf der Internetpräsenz des OV Rheinstetten-Mörsch ein Fahrzeug des DRK mit der Werbung eines Küchenherstellers prangt, schlägt dem faß den Boden aus.

    Das DRK ist nicht dazu einerichtet worden, um als Werbeplattform für irgendwelches Gewerbe zu dienen !

    Was wird wohl auf den Fahrzeugen des „Rettungsdienst Rheinstetten“ stehen ? Werbung von „Affenthaler“ ? Meiner Meinung nach dient die Gründung des „Rettungsdienst Rheinstetten e.V.“ nicht der Menschlichkeit, sondern der Füllung der Kasse.

  7. Lucy on Dezember 16th, 2010 12:45

    Wenn man einen eigenen Rettungsdienstverein gründet und in dessen Satzung in keinster Weise die etablierten Hilfsorganisationen (ASB, DRK, MHD, JUH) genannt werden, wie soll man dann nicht auf die Idee kommen, dass man hier über alle Köpfe hinweg seine eigene Suppe kochen möchte.
    Dass es vor einigen Jahrzenten eine Rettungswache des ASB in Rheinstetten-Mörsch gab ist richtig, jedoch ist seit einigen Jahren auch die Rettungswache des benachbarten DRK Kreisverbandes Rastatt in Durmersheim, Ortsteil Würmersheim eingerichtet und nur 5km von Mörsch entfernt. Falls dieses Fahrzeug bereits im Einsatz ist, dann kommen die nächsten Fahrzeuge aus Ettlingen (10km) oder Karlsruhe, Wache Klinikum (12km).
    Warum bleiben die Mörscher Rotkreuzler nicht einfach bei ihrem bewährten First-Responder System – ohne Größenwahnsinnig zu werden?

  8. Buellist on Dezember 17th, 2010 22:55

    Niveau? Nachdenken? Ja, bei den ersten beiden Beiträgen!
    Über den Rest möge sich der bleierne Mantel des Schweigens legen.
    …oder wer Satzungen richtig lesen kann sofern er sie denn hat ist klar im Vorteil.
    Ende und Aus!!!

  9. Buellist on Dezember 19th, 2010 00:32

    Für die, die sich die Mühe machen wollen nachzudenken und nachzulesen hier eine Adresse:

    http://drk-moersch.de/index.php?id=58

    Die andere Meinung findet sich vermutlich unter „http://DRK-Karlsruhe.de“

    Ende und Aus!

  10. Kronzeuge on Dezember 23rd, 2010 11:46

    Alle Dinge in die Öffentlichkeit zu zerren und diese auch noch auf die Homepage des DRK Mörsch zu stellen ist schon sehr fraglich und auch vereinsschädigend. Schlechter Stil! Wieso liest man nichts auf der Seite des Kreisverbandes? Ach so, da hat man noch Anstand. Aber Herr S. versucht mit JEDEM Mittel seine Haut zu retten. Ein getroffener Hund bellt. Oder? Und da soll es einzelne Leute geben, die sich hinter Herrn S. stellen – aber was denkt die Mehrheit? Ich glaube ich weiß es.

  11. Buellist on Dezember 30th, 2012 16:59

    @Kronzeuge und anderen die hier Ihren „Privatkrieg“ gegen Herrn S. ausgetragen haben.

    Das Deutsche Rote Kreuz Ortsverein Rheinstetten-Mörsch e.V. hat sich zum 31.12.2012 endgültig aufgelöst.

    Unter anderem weil man keine Lust mehr hatte sich mit Funktionären und anderen Geistesgrößen, die auch vor persönlichen Diffamierungen, öffentlichem Mobbing und änlichem – siehe auch hier weiter oben – auseinanderzusetzten.

    Zur Sozialkompetenz noch ein Satz: Jeder Mitarbeiter sollte sich fragen was ein Betriebsrat wert ist der zulässt das Personalunterlagen von ehemaligen Mitarbeitern an die Presse gehen oder sonstwie veröffentlicht werden. So geschehen beim DRK Karlsruhe. Ich hätte Angst….

  12. Jörn on Februar 2nd, 2013 21:09

    @Buellist, @Kronzeuge:

    ZITAT: „Das Deutsche Rote Kreuz Ortsverein Rheinstetten-Mörsch e. V. hat sich zum 31.12.2012 endgültig aufgelöst.“

    Der Vollständigkeit halber sei ergänzt, dass der DRK-Kreisverband Karlsruhe e. V. auf dem Standpunkt steht, dass dieser Beschluss unwirksam sei. Nichtsdestotrotz haben Vereinsvertreter zwischenzeitlich beim zuständigen Vereinsregister die Löschung des Ortsvereins beantragt.

    Der ehemalige Ortsvereinsvorsitzende, Herr Dr. Jürgen Schöchlin, hat indes ein neues Tätigkeitsfeld gefunden: Er ist einer der beiden Geschäftsführer der am 03.12.2012 im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim eingetragenen Baden-Ambulanz 24 gGmbH (Aktenzeichen: HRB 715848). Das als gemeinnützig anerkannte Unternehmen hat seinen Sitz in Durmersheim (Kreis Rastatt). Nachdem es eine Betriebsgenehmigung für die Stadt Baden-Baden und den sie umgebenden Landkreis Rastatt bekommen hat, ist das Unternehmen im dortigen Krankentransport tätig – insbesondere zu Zeiten, wo das Rote Kreuz keine eigenen KTW einsetzt, Krankentransporte also von RTW gefahren werden (müssen). Herr Schöchlin sieht die Dienstleistung seines Unternehmens daher als ein durchaus geeignetes Mittel, um die Hilfsfristen im Rettungsdienstbereich weiter zu verkürzen…

    Weiteres pikantes Detail: Betriebsleiter des jungen Unternehmens ist der ehemalige Rettungsdienstleiter des DRK-Kreisverbandes Rastatt e. V. Von diesem habe man sich zum Jahreswechsel getrennt, wie der ehrenamtliche Vorsitzende des DRK-Kreisverband Raststatt, Herr Hans Jürgen Pütsch, im Hauptamt Oberbürgermeister (CDU) der Stadt Rastatt, gegenüber den „Badischen Neuesten Nachrichten“ (BNN) Ende Januar bestätigte.

    Auch interessant: Der Rastatter Rotkreuz-Verband wird zurzeit von einem Notvorstand geleitet, wie die BNN ebenfalls am 30.01.2013 berichteten. Und der Rastatter DRK-Rettungsdienst soll in eine Rettungsdienst-GmbH ausgegliedert werden – gemeinsam mit jenem des benachbarten DRK-Kreisverbandes Bühl-Achern e. V. Man führe diesbezüglich „konstruktive Gespräche“, so Pütsch im BNN-Interview.

    Abendliche Grüße aus dem Südwesten

  13. PT on April 6th, 2013 16:53

    @SR

    Also bevor ich solche Sachen in die Welt setze informiere ich mich zuvor ersteinmal! Die Werbung steht bzw stand deshalb auf dem Einsatzfahrzeug, da FRIWA ein Sponsor des Leasingfahrzeugs war.
    Ohne worte….

  14. PT on April 6th, 2013 16:57

    im ernst was spricht dagegen, durch Werbung die Anschaffung von modernem Material möglich zu machen?! Den Patienten kommt es nur darauf an bestmöglich versorgt zu werden, die werden sich einen DRECK scheren ob Affenthaler oder sonst was auf einem Rettungsfahrzeug steht!

  15. Jörn on April 8th, 2013 09:35

    @PT: Nun ja, es gibt beim 150-jährigen Roten Kreuz immerhin eine „Direktive“, die es den Gliederungen UNTERSAGT, Werbung an Einsatzfahrzeugen anzubringen. DAS sollte man auch wissen. 😉 Da ist auch der Hinweis auf FRIWA als Sponsor „nur“ des LEASINGfahrzeugs wenig hilfreich…

    BeDENKE: Wer eine Dienstleistung nur anbieten kann, indem er sich „prostituiert“ (i.S.v. von Dritten abhängig MACHT), sollte es sein lassen. Das gilt insbesondere für das DRK als auch für die kirchlichen Wohlfahrtsverbände.

    Eiskalte, aber immerhin sonnige Grüße (nun wieder) aus dem Südwesten

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