Stichschutzwesten für den Rettungsdienst


Nürnberg (rd.de) – Alkoholisierte Patienten, psychisch Kranke, Beziehungsstreitigkeiten: Einsätze mit gewaltbereiter Kundschaft gehören inzwischen zum Alltag im Rettungsdienst und nicht immer ist die Polizei bereits vor Ort. In Nürnberg streifen Retter des BRK sicherheitshalber eine Stichschutzweste über, wenn die Einsatzmeldung nach Ärger klingt.

Darüber, dass die Hemmschwelle Rettungsdienstmitarbeiter körperlich anzugehen in den letzten Jahren merklich gesunken ist, haben wir auf www.rettungsdienst.de bereits ausführlich berichtet. Wie aus der  Nürnberger Zeitung nun zu erfahren ist, hat sich das BRK Nürnberg Stadt nach langer Diskussion dazu entschlossen, zehn Stichschutzwesten zur Erhöhung der Sicherheit für die Einsatzkräfte zu beschaffen. Die Westen werden bei Bedarf angelegt, wenn die Einsatzmeldung dafür spricht, dass die Kundschaft Ärger bereiten könnte.

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10 Responses to “Stichschutzwesten für den Rettungsdienst”

  1. tom on August 9th, 2011 12:20

    was ein schwachsinn.
    was nützt die weste bitte allein…..
    es fehlt an schulung in einsatztaktik!
    und wenns zu gefährlich ist , geht man halt wieder.

    da würde ein pfefferspray mehr bringen.

  2. Olaf on August 9th, 2011 17:36

    Moin.
    Wenn es denn im Raum Nürnberg so Gefährlich ist, sind die Westen eigentlich nur als Teil eines Sicherheitspakets zu sehen.Deeskalation und Selbstverteidigung gehören dann auch dazu.Ansonsten wird durch die Dinger „falsche“ Sicherheit vermittelt.
    Der richtige Riecher und ggf. Rückzug haben bei mir bisher genügt.Hoffentlich bleibt das auch so….

  3. Tschecka on August 9th, 2011 18:41

    Pfefferspray ist ein noch größerer Quatsch! Führt zu Verletzungen des Personals selbst und unbeteiligter Dritter und ist kein sicheres Mittel, um einen Angreifer außer gefecht zu setzen. Im Gegenteil, es macht den Stier erst wild. Gegen einen unbemerkten Angriff aus dem Hinterhalt schützt mich das Pfefferspray gar nicht, die Weste schon eher.

    Richtig ist der Einwand, dass es vor allem an Ausbildung für entsprechende Situationen mangelt.

    Höchst fraglich ist für mich die Praktikabilität des Anlegens einer speziellen Weste in speziellen Situationen.

  4. ja ne is klar on August 9th, 2011 18:52

    Was bringt dir denn dein pfefferspray wenn du das messer schon inner brust hast?
    genau! garnichts.
    mit so einem pfefferspray kann man sich auch ganz schnell mal eben selbst oder mehr leute als gewollt aussergefecht setzen.

  5. charlie-zulu on August 9th, 2011 19:24

    Ahja, und wie erkennt man, dass es „zu gefährlich“ ist? Nicht mal die Polizei, wie man mal wieder sehen konnte, ich schnell genug an der Schusswaffe um einen Angriff mit einem Messer auf sich selbst zu vereiteln.

    Pfeffer bringt in so einer Situation genau gar nichts, denn ein Messerstich kommt schnell.

  6. Daniel on August 9th, 2011 20:16

    In meinen Augen eine gute Entscheidung! Jedenfalls schonmal ein Anfang…
    Allerdings sind nicht die Einsätze gefährlich in denen bereits auf der Anfahrt von Ärger auszugehen ist.
    Hier habe ich noch die Möglichkeit mein Vorgehen zu planen und auf Eigenschutz zu achten.
    Gefährlicher sind die Situationen in denen ich nicht vorbereitet bin… Siehe z.B. gestriger Vorfall in Gelsenkirchen…

  7. Sebastian on August 10th, 2011 00:18

    Ja ich denke auch, wenn die Kundschaft zu gewalt neigt, dann wartet man bis die Polizei auftaucht oder ruft notfalls diese als verstärkung und fährt notfalls mit dem RTW einmal um den Block und wartet in sicherem Abstand… Eigenschutz geht vor… oder?

    Pfefferspray als alternative? ab und zu bringt das ja auch nichts mehr, wenn der Angreife darauf gar nicht mehr reagiert, kannste auch gleich die Flucht antreten! oder was meint ihr?

    Daher lieber Lager vorsichtig aufklären und ggf. zurückziehen und auf Einsatzkräfte der Polizei warten… und sonst gibts ja noch genügend zeig was man dem Angreifer entgegen schmeißen kann… O² Flasche etc 😉 😛

  8. markus on August 10th, 2011 00:24

    Der Rettungsdienst soll sich bei gefährlichen Lagen einfach zurückziehen. Da wäre das Geld, das für die Westen ausgegeben wurde, woanders viel besser investiert. Ist die Lage gefährlich, setz ich mich doch in meinen RTW und sperr die Tür zu. Der Rettungsdienst darf nicht den Ruf einer Polizei bekommen…noch dazu nicht das Rote Kreuz, das IMMER neutral sein muss!!!

  9. Daniel on August 10th, 2011 15:20

    Manchmal kann ich mich nur wundern auf welchen „Dornröschenwachen“ meine Kollegen augenscheinlich arbeiten.
    Sicherlich ist Taktik und Ausbildung die beste Waffe gegen gefährliche Situationen.
    Leider sind diese Situationen trotz Erfahrung und Ausbildung nicht immer ersichtlich!!! Und diese Einsätze nehmen zu! Westen etc. sollen schützen wenn der „Point of no return“ bereits überschritten wurde.
    Warum erstickt mein Berufsstand hier mal wieder Entwicklungen die unserer Sicherheit dienen sollen?!

  10. BTM on November 30th, 2011 16:38

    Also nach langem überlegen habe ich mich jetzt entschlossen eine solche Schutzweste anzuschaffen.
    Von Pfefferspray im Rettungsdienst halte ich persönlich garnichts.
    Gewalt erzeugt immer Gegengewalt. Und da sehe ich mich immer noch als „Retter“ und nicht als derjenige der mit Gewalt antwortet.
    Diese Weste soll mir Sicherheit bieten in Situationen die ich (mit 10 jähriger RDErfahrung) falsch eingeschätzt habe – und mir die Chance eröffnen auch wirklich heil abhauen zu können.
    Ich habe schon auf mehreren großen Volksfesten gearbeitet, und insbesondere wenn Alkohol im Spiel ist kann es manchmal ganz schön schnell gehen – trotz aller Vorsicht.
    Ich habe einen Anbieter für eine zertifizierte Stichschutzweste in weiß gefunden, mit dem ich fair einen guten Preis aushandeln konnte (siehe ebay…).
    Wenn das „Ding“ da ist kann ich gerne mal über Einsatz, oder Trageberichte informieren.

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