Steuerrecht: Rettungssanitäterkurs ist Berufsausbildung


München (rd.de) – Interessante Nachricht für Rettungssanitäter (RS): Aus Sicht des Einkommensteuerrechts kann eine RS-Ausbildung als Berufsausbildung betrachtet werden.

Im vorliegenden Fall klagte ein Ex-Zivildienstleistender, der während des Dienstes eine Ausbildung zum Rettungssanitäter durchlief. Nach seinem Zivildienst begann er eine teure Pilotenausbildung, die er aus eigener Tasche bezahlen musste. Obwohl er in dieser Zeit kein Einkommen erzielte, wollte er vorgezogene Werbungskosten steuerlich geltend machen. Das kann er aber nur dann, wenn der Rettungssanitäterkurs als erste Berufsausbildung anerkannt wird.

Nun ist der Rettungssanitäter kein Beruf im Sinne des Berufsbildungsgesetzes. Deshalb wurde der vorgezogene Abzug von Werbungskosten in erster Instanz vom Finanzgericht Münster abgelehnt. Ein Grund hierfür war, dass die Tätigkeit nur im Rahmen des Zivildienstes ausgeübt wurde. Der Bundesfinanzhof sah das anders: Das Einkommensteuerrecht setzt weder ein Berufsausbildungsverhältnis nach dem Berufsbildungsgesetz noch eine bestimmte Ausbildungsdauer voraus. Maßgeblich sei vielmehr, ob die Ausbildung zum Rettungssanitäter den Steuerpflichtigen dazu befähigt, aus der angestrebten Tätigkeit Einkünfte zu erzielen.

(Bundesfinanzhof, Urteil vom 27. Oktober 2011, Az.: VI R 52/10)

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