Sichere Hubschrauberlandungen mit neuem Helm-Display


Braunschweig (DLR) – Hubschrauberflüge und -landungen unter eingeschränkten Sichtbedingungen stellen immer eine besondere Herausforderung für die Piloten dar. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat mit einer Testreihe im Flugsimulator ein neues Helm-Display in Betrieb genommen, das in Zukunft Hubschrauberpiloten bei Landungen in Ausnahmesituationen unterstützen kann.

„Eine große Gefahr bei Rettungsflügen der Bergwacht oder bei Einsätzen in Wüstengebieten stellt die Aufwirbelung von Staub oder Schnee bei der Landung auf unbefestigten Untergründen dar“, erklärt Dr. Helmut Többen vom DLR-Institut für Flugführung. „Dies kann die Sicht gerade auf den letzten 20 bis 30 Höhenmetern massiv einschränken.“

Abhilfe kann hier das so genannte Helmet Mounted Display (HMD) schaffen. Dabei handelt es sich um ein am Helm befestigtes Display, das die Piloten in Zukunft in schwierigen Situationen unterstützen soll. Während herkömmliche Anzeigeninstrumente vom Piloten einen ständigen Blickwechsel zwischen der Außensicht und der Anzeige erfordern, wird dies im Helm über das Display kompensiert. Wesentliche Flugführungsinformationen wie Höhe, Geschwindigkeit, Flugrichtung und Lage im Raum werden mit Hilfe des HMD ebenso in das Blickfeld des Piloten eingeblendet wie Informationen über mögliche Hindernisse, beispielsweise Strommasten. Zusätzlich entlastet es die  Augen, die sich so nicht mehr permanent an Anzeige und Außenwelt anpassen müssen; die Arbeitsbelastung wird verringert. Das wiederum erhöht die Sicherheit.

Helm im Praxistest

In einer Testreihe durchflogen Hubschrauberpiloten der Bundeswehr, der Bundespolizei und des ADAC verschiedene Testszenarien mit dem neuen Helm-Display im Cockpit-Simulator des DLR-Instituts für Flugführung und bewerteten diese im Anschluss. Die Ergebnisse werden nun weiter bearbeitet, so dass Mitte des Jahres reale Flugversuche mit den DLR-Forschungshubschraubern BO105 und EC135 stattfinden können.

Das Display konnte mit Unterstützung des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung angeschafft werden. Später einmal stellt es eine mögliche Lösung für Flüge unter schlechten Sichtbedingungen dar.  Dann könnten Luftrettung und Bergwacht auch nachts, bei Nebel, Staub oder Schnee zu ihren oft lebensrettenden Flügen aufbrechen.

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