Seenotretter ziehen Zwischenbilanz


790 Menschen haben die Besatzungen der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) in den ersten zehn Monaten des Jahres 2009 aus Seenot gerettet und aus Gefahrensituationen befreit. 

Von den 61 Seenotkreuzern und Seenotrettungsbooten in Nord- und Ostsee wurden 1966 Einsätze gefahren.

Nach Beobachtungen der Seenotretter hat sich in den vergangenen Jahren der Ab­lauf der Jahreszeiten um ein Quartal voraus verschoben. April, Mai und Juni ziehen längere, sommerliche Schönwetterperioden mit sich, während der Sommer bis in den September hinein mit eher herbstlichem Charakter wahrgenommen wird. Kräftige und kurze Starkwind- und Sturmperioden wurden häufiger registriert. Das führte in der Mehrzahl zu einem geringfügig erhöhten Einsatzaufkommen gerade für die Freizeit-Schifffahrt.

Insgesamt wurden 27 Einsätze mehr gefahren; die Zahl der aus Seenot geretteten und Gefahr befreiten Personen ging um 101 zurück. In zahlreichen Fällen konnten die Seenotretter frühzeitig eingreifen und Schäden im Vorfeld begrenzen. Auch wurde  beobachtet, dass in einigen Revieren weniger Wochenendtörns zugunsten einer längeren Urlaubsreise angetreten wurden.

Aus dem Einsatztagebuch

Der erste Seenot-Rettungseinsatz des Jahres 2009 galt einem Fischer im Schlei-Revier auf der Ostsee nahe Maasholm. Der 55-Jährige wurde am 24. Januar 2009 von der Besatzung des Seenotkreuzers Nis Randers aus der neun Grad kalten Ostsee geborgen. Sein acht Meter langer Kutter war leckgeschlagen und in kürzester Zeit gesunken. Der Seemann konnte noch Notfackeln entzünden. Die Seenotretter sichteten die Notsignale bei einer Übungsfahrt und leiteten sofort die Rettung ein.

Spektakulär ging es am 12. Juni bei einem mehrstündigen Feuerlösch-Einsatz zu. Der Seenotkreuzer Berlin/Station Laboe half den Feuerwehren, nachdem auf dem Gelände eines Tanklagers an der Kieler Förde ein Großfeuer ausgebrochen war. Die Feuerlöschpumpen des Seenotkreuzers förderten pro Minute 36.000 Liter Wasser über eine Entfernung von 120 Metern in die Brandherde.

In letzter Minute gelang die Rettung Schiffbrüchiger aus der neun Grad kalten Ostee am 16. Oktober. „Ein Glück, dass ihr da seid…“ waren die ersten Worte der zwei Schiffbrüchigen, die gegen 08.30 Uhr von der Besatzung des Seenotkreuzers Bremen vor Grömitz gerettet wurden. Sie waren von ihrer lichterloh brennenden Motoryacht in die neun Grad kalte Ostsee gesprungen und schwammen dort etwa 30 Minuten. Wegen schlechter Sicht war es für die Seenotretter sehr schwer, die Männer zu finden, weil die angegebene Position nicht eindeutig war. Nach eigenen Aussagen hätten sie nicht länger im Wasser treiben können: „Als wir die Seenotretter sahen, waren wir erleichtert.“

Spender zurückhaltend

Nach einem eher zögerlichen Verlauf bei den Sammlungserlösen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2009 blickt die DGzRS mit Sorge auf die Entwicklung bei den Spendeneinnahmen. Große Hoffnung wird in die letzten beiden Monate gelegt.

In den kommenden Wochen wird sich das Seenotrettungswerk wieder an die Öffentlich­keit wenden, über seine Arbeit informieren und die Menschen im ganzen Land um Unterstützung bitten.

Mehr Information: www.seenotretter.de

One Response to “Seenotretter ziehen Zwischenbilanz”

  1. OstseeAction on November 16th, 2009 19:45

    Ich finde die Seenotrettungskreuzer echt faszinierend und bewundernswert. Und das neue Video echt total super. Auf meinem Blog schreibe ich auch oft über den DGzRS. Die Videos sind gar nicht mal schlecht, aber die Seenotkreuzer in voller Aktion sind echt super.
    Grüße aus Kühlungsborn

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