Seenotretter jetzt mit eigenem Stationsgebäude in Sassnitz


Foto: DGzRSSassnitz (DGzRS) – Im Hafen von Sassnitz auf Rügen hat die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiff­brüchiger (DGzRS) am Freitag ein Stationsgebäude für die Besatzung des Seenot­kreuzers „Wilhelm Kaisen“ eingeweiht.

Gerhard Harder, Vorsitzer des Rettungswerks, begrüßte die Gäste mit den Worten: „Seenotretter fühlen sich nun mal auf dem Wasser am wohlsten. Dennoch brauchen auch sie gelegentlich festen Boden unter den Füßen und ein schützendes Dach über dem Kopf. Dies ist hier mit unserem neuen Gebäude nunmehr gewährleistet. Zugleich können wir mit der Baumaßnahme eine Lücke im dichten Netz unserer Stationsgebäude an Nord- und Ostseeküste schließen.“ Der Dank Harders galt auch allen Verhandlungspartnern, insbesondere dem Architektur­büro Pieper aus Binz und der Rast Bau GmbH mit Sitz in Sellin.

Mit dem neuen Gebäude sind in Sassnitz auf 130 m² Grundfläche angemessene Räum­lichkeiten an Land geschaffen worden, z.B. für Besprechungen, Aus- und Weiterbil­dungsmaßnahmen und Zusammenkünfte der Seenotretter sowie für kleinere Wartungs- und Reparatur­arbeiten.

Außerdem finden die Lagerräume für die technische Ausrüstung der Station, eine Küche, Duschen sowie Sanitär- und Schlaf­räume genügend Platz. Darüber hinaus dient es der Besatzung der Nachbarstation Greifswalder Oie als Unterkunft, wenn aus betriebs- oder wetterbedingten Gründen der Seenotkreuzer „Eugen“ die Station verlassen muss und der angestammte Liegeplatz nicht zur Verfügung steht.

Im Verlauf seiner Rede verwies Gerhard Harder darauf, dass der Bau ausschließ­lich durch Spenden und freiwillige Zuwendungen finanziert worden sei – wie die gesamte Arbeit der DGzRS. Harder dankte insbesondere der Erna-Geffe-Stiftung, die dank großzügiger Zuwendung maßgeblich zur Finanzierung des Stationsgebäudes beige­tragen hat.

Sassnitz zählt zu den ältesten Stationen der DGzRS. Bereits 1866 – zunächst in NeuMukran, ab 1873 dann in Sassnitz – wurden hier Raketenapparate zur Herstellung von Leinenverbindungen zu havarierten Schiffen eingesetzt. 1912 kam das Motorret­tungsboot „Dr. Alfred von der Leyen“ zum Einsatz. Im 2. Weltkrieg ging die Station zunächst verloren. Ab 1953 wurden vom Seenotrettungsdienst der DDR die Seenot­kreuzer „Arkona I“ und später „Arkona II“ stationiert. 1990 wurde in Sassnitz im Zuge der Wende zunächst der 19-m- Seenotkreuzer  „G. Kuchenbecker“ der DGzRS stationiert. 1992 wurde der 27-m-Neubau „Arkona“ getauft und in Dienst gestellt und 2003 von der 44 Meter langen „Wilhelm Kaisen“ abgelöst.

Derzeit entsteht der Nachfolger: ein 36 Meter langer Seenotkreuzer, der 2012 getauft und in Sassnitz in Dienst gestellt werden soll.

Bildzeile: Das Stationsgebäude an der Westmole im Hafen von Sassnitz beherbergt neben Unterkünften auch Ausbildungsräume, eine Werkstatt und Lagermöglichkeiten für Ersatzteile. Foto: DGzRS

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