Seenotretter fanden Schwimmerin rechtzeitig


Erfolgreicher Einsatz für die "Walter Merz" auf der Schlei. (Foto: DGzRS) Bremen (DGzRS) – Der ausgeprägten Revierkenntnis und der schnellen wie professionellen Suche und Rettung durch die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) verdankt eine 52 Jahre alte Frau ihr Leben.

Die Besatzung des Seenotrettungsbootes „Walter Merz“ (Station Schleswig) rettete die entkräftete und apathische Berlinerin am Dienstagmittag aus der Schlei zwischen Ulsnis und Gunneby.

Die Frau war am Morgen gegen 7.30 Uhr in der Bucht Gunnebyer Noor, gelegen etwa auf halber Strecke zwischen Schleswig und der Schleimündung bei Maasholm, schwimmen gegangen. Sie wollte offensichtlich die Bucht und den breiten Unterlauf der Schlei selbst in südlicher Richtung queren. Als sie gegen 10 Uhr noch immer nicht zurück war, wandte sich die am nördlichen Schleiufer zurückgebliebene Freundin der Frau an die Polizei und meldete die 52-Jährige überfällig. Die Wasserschutzpolizei alarmierte daraufhin die Seenotleitung Bremen der DGzRS.

Die Seenotrettungsboote „Walter Merz“ und „Franz Stapelfeldt“ (Station Maasholm) sowie das Tochterboot „Onkel Willi“ des ebenfalls in Maasholm stationierten Seenotkreuzers „Nis Randers“ der DGzRS nahmen sofort Kurs auf das Suchgebiet. Die Wasserschutzpolizei Kappeln entsandte ein Schlauchboot. Die Seenotleitung Bremen der DGzRS koordinierte die Suche. Systematisch durchkämmten die Boote unter Führung der „Franz Stapelfeldt“ die Gunnebyer Noor und die angrenzende, an dieser Stelle etwa eine halbe Seemeile (ca. einen Kilometer) breite Schlei.

Lages des Einsatzgebietes (Foto: Wikipedia, CC 2.5)Gegen 12 Uhr kam für alle Beteiligten die erlösende Nachricht: Vormann Paul Cugier sichtete von Bord der „Walter Merz“ aus die mittlerweile fast bewegungslose Frau im Wasser. „Wir haben sie kurz vor dem südlichen Ufer völlig apathisch gefunden. Das war wirklich knapp“, berichtet er. Mit beherzten Handgriffen zogen die Seenotretter die stark unterkühlte Schwimmerin ins Boot. Dankbar ließ sie sich in wärmende Decken hüllen. Die Wassertemperatur der Schlei beträgt derzeit etwa 17 Grad Celsius.

Die „Walter Merz“ übergab die Frau am nördlichen Schleiufer in die Obhut ihrer Freundin, die sie erleichtert in Empfang nahm. Der Erfolg der Suche ist der genauen Revierkenntnis der Seenotretter zu verdanken. Sie kennen die Strömungsverhältnisse zwischen den DGzRS-Stationen Schleswig und Maasholm genau und wissen um die Gefahren des vermeintlich ruhigen, aber breiten Unterlaufes der Schlei.

In einem weiteren Notfall waren die Seenotretter bereits am Vorabend ebenfalls schnell zur Stelle: Etwa drei Seemeilen vor dem Nothafen Darßer Ort (Mecklenburg-Vorpommern) hatte eine neun Meter lange Segelyacht Ruderausfall gemeldet und trieb manövrierunfähig auf der Ostsee. Das Tochterboot „Ströper“ des Seenotkreuzers „Theo Fischer“ (Station Darßer Ort) schleppte die Yacht mit zwei Menschen an Bord sicher in den Nothafen.

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