Schneller in die richtige Klinik


Hannover (idw) – 32 Kliniken aus ganz Niedersachsen haben sich zum „Traumanetzwerk Hannover“ zusammen geschlossen. Ihr Ziel: Eine schnelle und zuverlässige Aufnahme schwerverletzter Patienten.

„Mit dem Traumanetzwerk Hannover wird die Versorgung schwerverletzter Patienten in Niedersachsen entscheidend verbessert“, sagte der Sprecher des Netzwerkes, Professor Dr. Christian Krettek, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), am Mittwoch während der Vorstellung des neuen Konzeptes in Hannover. „Unser Ziel ist Strukturen zu schaffen, die eine zuverlässige Aufnahme schwerverletzter Patienten in eine für die Traumaversorgung zertifizierte Klinik gewährleisten“, ergänzte Professor Dr. Helmut Lill, stellvertretender Sprecher des Traumanetzwerks und Direktor der Unfallchirurgischen Klinik des Diakonikrankenhauses Friederikenstift in Hannover.

Das Taumanetzwerk Hannover ist als einer der ersten Zusammenschlüsse auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie entstanden. Die Gesellschaft hat ein organisatorisches Konzept geschaffen, wie Netzwerke unfallchirurgischer Kliniken unterschiedlicher Versorgungsstufen geknüpft werden können. Auf diese Initiative hin entstehen derzeit bundesweit derartige Traumanetzwerke als eigenständige regionale Strukturen.

„Jeder Patient muss je nach Schweregrad der Verletzungen im Anschluss an die Erstversorung in die für ihn richtige Klinik überwiesen werden“, betonte Professor Krettek. Problematische Verzögerungen bei der Versorgung von Unfallpatienten sollen damit vermeiden werden. „Wir wollen sicherstellen, dass jederzeit nach der Erstversorgung bei Bedarf eine Weiterverlegung in ein hoch spezialisiertes Traumazentrum gewährleistet ist“, sagte Professor Lill.

Schwere Verletzungen nach Unfällen sind in Deutschland die häufigste Todesursache bei jungen Patienten unter 40 Jahren. In den oft hoch akuten Situationen direkt nach dem Unfallereignis hängt das Überleben der schwerverletzten Patienten von der prompten Einlieferung oder Verlegung in die richtig Klinik ab – entscheidend hierfür sind eine effiziente Kommunikation und schnelle, zuverlässige Aufnahme- und Verlegungsoptionen.

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