Schnell-Einsatz-Gruppe im Silvester-Einsatz


Hildesheim (JUH) – Aufgrund mehrerer Unfall- und Krankheitsereignisse im Stadtgebiet Hildesheim wurde die Schnell-Einsatz-Gruppe der Johanniter-Unfall-Hilfe von der Rettungsleitstelle der Berufsfeuerwehr Hildesheim gegen 0:19 Uhr in der Silvester-Nacht alarmiert.

Bereits nach 15 Minuten konnten der Rettungsleitstelle drei ehrenamtlich besetzte Rettungsmittel zur Unterstützung angeboten werden. Zwei dieser Rettungswagen wurden von der Rettungsleitstelle bis ca. 3 Uhr am Neujahrsmorgen eingesetzt.

SEG-Leiter Sebastian Jahns koordinierte seine Einsatzkräfte von der Wache am Cheruskerring aus: „Wir waren sehr schnell einsatzbereit und konnten die Rettungswagen wie gefordert mit Rettungsassistenten und Rettungssanitätern besetzen. Es ist schon eine tolle Leistung der ehrenamtlichen Helfer mitten in der Nacht und dann noch Silvester von zu Hause oder einer Feier aufzubrechen und solche Einsätze zu übernehmen.

Eigentlich beabsichtigte die Stadt Hildesheim den Zuschlag für die Durchführung des Rettungsdienstes ab 1. Januar 2012 an die ASB gGmbH aus Hannover bzw. die DRK gGmbH Springe zu vergeben. Aufgrund laufender Gerichtsverfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Celle bzw. vor der Vergabekammer Lüneburg, wurde mit den aktuell beteiligten Hildesheimer Hilfsorganisationen eine Interimsbeauftragung bis 31. März 2012 geschlossen. Gekoppelt an diese Neuvergabe ist auch der erweiterte Rettungsdienst mit Komponenten der Schnell-Einsatz-Gruppe Rettung.

Die Johanniter weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei einer Neuvergabe diese Einsatzreserve künftig wohl nicht mehr zur Verfügung stünde.

(Foto: JUH, Jan Dommel)

5 Responses to “Schnell-Einsatz-Gruppe im Silvester-Einsatz”

  1. Janina on Januar 3rd, 2012 12:05

    Na so ein Zufall…..

    Wer hat denn die Gerichtsverfahren angezettelt?

  2. locco on Januar 3rd, 2012 14:49

    Dieser Artikel führt auch wieder zu der ewig leidigen Diskussion um Hios im geschäftsbetriebenen Rettungsdienst.

    Da stelle ich mir doch die Frage, wie haben sich die Johanniter in Hildesheim organisiert? Zapft man dort Geld aus dem Gewinn ab um Fahrzeuge für die ehrenamtliche SEG zu kaufen oder werden dort Ehrenamtler im Krankentransport und Rettungsdienst eingesetzt um Kosten zu minimieren?

    Ich bin auch Ehrenamtler. Wenn ich angerufen werde um bei einem Einsatz zu helfen, mache ich das gerne und kostenlos. Ich würde aber nie ehrenamtlich tätig werden, wenn feste Jobs rationalisiert werden.

    Und, eine SEG ist schließliche eine schnelle Einsatzgruppe und alle die sich bereit erklären daran mitzuwirken, sollten auch danach handeln. Es heißt ja auch nicht: „Ruf mal an und frag mal nach, ob ich eventuell heute zum Einsatz mitkommen möchte und ach ne ist mir zu spät!“ – Kurz „RMAUFMNOIEHZEMMUANIMZS“. Vielleicht sollte die JUH Hildesheim mal darüber nachdenken, ob sie das S für schnelle mit E wie eventuelle austauscht -> Eventuelle Einsatzgruppe EEG

  3. Peter on Januar 3rd, 2012 15:41

    Nun ja, dann wird der neue Anbieter eine Einsatzreserve aufbauen. Wo ist das Problem?

  4. Nordkamerun on Januar 5th, 2012 16:47

    Ich finde es nicht mehr zeitgemäß, das es als Argument zählt, wenn man das Ehrenamt gegen fehlerhafte Bedarfsplanung einsetzt. Ich bin selber ehrenamtlich tätig, aber im Bereich Manv und KatS, Bereiche, bei denen die Regelvorhaltung nie ausstreichend ist.

    Wo Ehrenamt hauptamtliche Mitarbeiter ersetzt, werden Arbeitsplätze eingespart.

  5. Benny on Januar 6th, 2012 09:00

    Leider werden – wie fast immer – einzelne Sachverhalte diskutiert und bewertet. Zudem lassen sich einige über die Folgen aus, verlieren aber kein Wort über die Ursachen.

    Fast alles greift irgendwie ineinander. Aber eine Ursache der ganzen Folgen/Probleme liegt sicher bei den Kostenträgern. Wer davon wirklich Ahnung hat, also solche Verhandlungen mal geführt hat, der wird wissen, was ich meine.

    Wenn die Kostenträger die Budgets kürzen und einfach mal weniger zahlen wollen oder aber alles „einfrieren“ und nicht einmal den Lohninflationsausgleich zahlen wollen, dann erkläre mir mal jemand, wie man das auf Dauer auffangen soll. Das ist doch schon systemisch ein Widerspruch. Je länger ein Mitarbeiter beschäftigt ist, umso mehr wird er verdienen, aber die Kassen drücken jedes Jahr die Budgets. Ist das so schwer zu verstehen?

    Und wenn der Träger kommunalisiert, wird es meistens teurer. Aber durch den gesetzlichen Auftrag hat man eine ganz andere Position zur Durchsetzung und kann anders mit den Kassen verhandeln. Kassen wehren sich stets gegen die Kommunalisierung. Warum wohl? Denen ist es lieber, wenn HiOrg´s und Private fahren. Die sind einfach billiger.

    Jede HiOrg würde ganz sicher höhere Löhne zahlen, wenn am Ende die Kassen diese Kosten tragen würden. Da man sich aber auf vielen gesetzlichen und politischen Ebenen zum Wettbewerb im RD entschieden hat, darf man sich doch nicht wundern und beklagen, dass das alles über den Preis und damit über die Löhne und Arbeitsbedingungen geht. Wer gut findet, dass es Ausschreibungen gibt, darf nicht beklagen, dass die Löhne und alles andere nicht angemessen sind.

    Es wäre sehr nützlich, wenn man sich über das gesamte System Gedanken machen würde, anstatt einzelne Sachverhalte zu kritisieren ohne jede Bezugnahme auf andere Zwänge.

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