ASB-Haustürwerber in der Kritik


Hamburg/Köln (rd.de) – Das ARD-Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ wird heute Abend über unseriöse Haustürwerber des ASB berichten. Mit der Angst vor Pflegelücken durch die Streichung des Zivildienstes wollen die Werber Kasse machen.

Es vergeht kein Jahr, ohne Fälle der unseriösen Haustürwerbung durch die Hilfsorganisationen. Diesmal wird eine bundesweite Werberaktion des Arbeiter-Samariter-Bundes kritisiert. „Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) arbeitet mit unseriösen Drückermethoden“, so der Vorwurf von Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI). Angebliche Mitarbeiter des ASB klingeln an der Haustür oder sprechen Passanten auf der Straße an. Doch es sind Drücker in ASB-Kleidung. Sie fahren in ASB-Fahrzeugen und werben mit falschen Versprechungen.

Aktuell wird potentiellen Spendern erzählt, dass der Staat 15.000 Zivildienst-Stellen gestrichen hätte, was schlimme Folgen für Rettungsdienst und Pflege habe. Würde der Umworbene dem ASB für ein Jahr Geld spenden, würde der Staat das fünf Jahre lang weiterzahlen. Eine solche Regelung aber gibt es gar nicht. Geködert werden damit vor allem ältere Menschen, die Angst vor einem Mangel an Zivildienstleistenden haben.

Viele der Spender glauben, sie hätten es mit haupt- bzw. ehrenamtlichen Mitarbeitern des ASB zu tun. „Allein das ist schon ein Verstoß gegen den eigenen Verhaltenskodex zur Mitgliedergewinnung“, kritisiert das DZI.

Der Arbeiter-Samariter-Bund sagt in einer Stellungnahme zu, den im Rahmen der Plusminus-Sendung erhoben Vorwürfen nachzugehen und sie lückenlos aufzuklären. Beim Einsatz von Werbegruppen achte der ASB darauf, dass das Qualitätsmanagement und der Verhaltenskodex, den verschiedene große Wohlfahrtsverbände für den Einsatz von Werbegruppen erstellt haben, eingehalten werden.

  • Sendetermin: Di 14.9.2010, 20.50 Uhr, ARD

33 Responses to “ASB-Haustürwerber in der Kritik”

  1. Johanniter-Ritter on Dezember 15th, 2011 12:10

    In den neunziger Jahren das DRK, im letzten Jahr der ASB, diesmal – kurz vor dem christlichen Weihnachtsfest – die JUH – und 2012 vielleicht der MHD:

    http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/310120_report-mainz/9026420_drueckerkolonnen-auf-mitgliederfang

    Die HiOrgs wechseln, die Methoden der dahinter stehenden Firmen bleiben dieselben. Das ist der eigentliche Skandal! Und daß die sogenannten Führungskräfte in den HiOrgs diesen Zusammenhang nicht verstehen, ist mehr als bedenklich! Schließlich hat man ja das Spendensiegel! Alles gut? Nichts ist gut!!

  2. der Münchner on Dezember 15th, 2011 12:47

    bei uns kommen jedes Jahr die österreichischen Studenten, die im Auftrag der JUH sammeln.

  3. Jörn on Dezember 15th, 2011 13:56

    JUH: „Aus Liebe zum Leben“ – DRK: „Aus Liebe zum Menschen“

    Dass das Ganze durchaus lukrativ ist – zumindest für die Auftragnehmer, manchmal wohl auch für die Auftraggeber, jedoch selten für die „Drücker“ selbst – macht folgende Annonce in der Wochenendausgabe der „Stuttgarter Zeitung“ vom 8. Oktober 2011 deutlich: Mit dem DRK-Logo (aber in schwarz!) und dessen Motto „Aus Liebe zum Menschen“ suchte ein in der Anzeige nicht genanntes „im Auftrag des Deutschen Roten Kreuzes“ arbeitendes Unternehmen „kontaktfreudige Mitarbeiter-/innen für die Öffentlichkeitsarbeit mit einer positiven Ausstrahlung“. Vorkenntnisse seien nicht erforderlich, es gebe aber „diverse Aufstiegsmöglichkeiten“. Interessenten könnten sich unter einer kostenfreien 0800er-Servicenummer informieren.

    Tagelang war seinerzeit nur der Anrufbeantworter geschaltet, den eine nette freundliche Dame, offensichtlich aus Österreich stammend, besprochen hatte.

    Wie aus internen Quellen zu erfahren war, hat sich das Team Recht des Berliner Generalsekretariats des DRK e. V. der Sache angenommen. Ergebnis der Prüfung? Nicht bekannt.

    Spätherbstliche Grüße aus dem Südwesten der Republik

  4. Johanniter-Ritter on Dezember 15th, 2011 14:53

    @Jörn: Deine Überschrift sagt doch schon Alles: die HiOrgs sind austauschbar geworden! Bereits 1984 (!) ist im Hamburger <>-Verlag ein Buch erschienen, das den Titel trug: „Konzern der Menschlichkeit. Die Geschäfte des Deutschen Roten Kreuzes“. Ich glaub‘, man kann das Paperback bei amazon.de noch käuflich erwerben. Eine Neuauflage des Enthüllungsbuchs wäre angesichts der Vorkommnisse der letzten Tage und Wochen mehr als wünschenswert! Ich hätte auch schon einen Vorschlag für den Titel: „Konzerne der Menschlichkeit. Die Geschäfte der Wohlfahrtsverbände.“ Wahrscheinlich müsste man bei den sicherlich noch vorhandenen Druckfahnen einfach nur die Wörter „DRK“, „Deutsches Rotes Kreuz“, „Bayerisches Rotes Kreuz“ und „Rotes Kreuz“ durch „Hilfsorganisationen“ und „Wohlfahrtsverbände“ ersetzen – inhaltlich könnte man es wohl unverändert in den Druck geben. Wenn ich micht recht entsinne, hat der Herausgeber und Hauptautor Gerhard Müller-Werthmann anschließend nie mehr für’s öffentlich-rechtliche Fernsehen gearbeitet, Mit-Autor Rupert Neudeck kümmerte sich anschließend vermehrt um seine Initiative „Cap Anamur – Deutsche Notärzte e. V.“ und Werner Wolfsfellner wurde Inhaber eines dem ADAC e. V. nahestehenden Verlages.

    Böse Zungen behaupten übrigens, daß die heutige Generation der Führungs- und Leitungskräfte das Buch zum Einstand geschenkt bekommen hätte – und diese nur den Titel gelesen hätten – und quasi als Auftrag verstanden! 🙂

  5. Sepp Daxberger on Dezember 15th, 2011 21:41

    @Johanniter-Ritter

    Die Idee mit dem Buch ist gut,müsste man nur um die Machenschaften nach 1984 ergänzen und fertig wäredie Neuauflage.
    Vielleicht könnte man den Autor dafür begeistern, er müsste bald mal in Rente gehen.
    Er arbeitet übrigens immer noch bei einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender.
    und wäre vielleicht bereit nochmal zur Feder zu greifen.
    Wer wissen will, wo kann sich über die Redaktion mit mir in Verbindung setzen, die Redaktion darf meine Mail rausgeben.

  6. Jörn on Dezember 16th, 2011 13:32

    @Johanniter-Ritter und @Sepp:

    Heute wäre es um ein Vielfaches einfacher, solch ein Buch zu machen – dem world wide web und den Suchfunktionen bei google & Co. sei Dank. Aber eines dürfen wir bei der Gelegenheit nicht vergessen: Die „Schuldigen in den oberen Etagen“ zieht man leider viel zu selten zur Rechenschaft, oft sind es die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sowie die voll- und teilzeitbeschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Ganze anschließend ‚auslöffeln‘ müssen – sei es, dass sie sich im Freundes- und Bekanntenkreis oder beim Sanitätsdienst, in der Kleiderkammer, in der Suppenküche… hämische Bemerkungen gefallen lassen müssen, sei es im Beruf, wo oftmals Gehaltskürzungen oder Stagnation (de facto auch eine Regression angesichts der Inflationsrate) die Folgen unseriöser Geschäftspraktiken sind.

    Abschließend noch ein Beleg, dass sich in den letzten zwanzig Jahren kaum etwas zum Guten verändert hat:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13497812.html vom 12.02.1990

    Meines Erachtens ist der Gesetzgeber gefordert, das Vereinsrecht und den Umgang damit genauer als bisher unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht sollten auch mal die Finanzbehörden ein Exempel statuieren und den e. V.’s und gGmbH’s mit häufigeren, unangemeldeten Betriebsprüfungen auf die Pelle rücken. Spontan würden mir die Praktiken der Blutspendedienste in Ost und West einfallen oder die explosionsartig wachsenden „wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe“ der als e. V. geführten Wohlfahrtsverbände. Auch das „richtige“ Verbuchen und Verwenden der eingeworbenen Spenden könnte für diese sicherlich ein spannendes und erkleckliches/ertragreiches Thema sein…

    Spätherbstliche Grüße aus dem Südwesten unserer Republik

  7. Nordsee-Retter on Dezember 16th, 2011 16:57

    Also bei uns hier im hohen Norden gibt’s zwar ab und an auch Drückerkolonnen, die alte Omis und Frührentner „überfallen“, aber eine pfiffige Lebensrettungsgesellschaft aus Heide hat sich was anderes Tolles ausgedacht, nähmlich Werbung für die vermeintlich gute Sache mittels Postkarte. Die liegen in vielen Geschäften aus – natürlich zur kostenlosen Mitnahme.

    Bild auf der Vorderseite: ein Modellauto im Schlick, Texte auf der Rückseite: (oben) „Der allgemeine Rettungsdienst soll an einer öffentlichen Strasse in gut 90 Prozent aller Fälle in etwa einer Viertelstunde eintreffen. Ein Verletzter kann sich im Watt mehrere Kilometer von einer Strasse entfernt auf unbefestigtem Boden befinden. Die GGLW schafft und fördert Einrichtungen, die der Rettung aus dem deutschen Watt dienen. Alle Infos unter http://www.gglw.de“ und (unten) „Senden Sie eine SMS mit dem Kennwort GGLW an die 81190. 5,00 Euro zzgl. SMS-Kosten. Davon erhält die GGLW 4,83 Euro.“

    Was glaubt ihr, wieviel Geld (natürlich abzüglich aller Unkosten inklusive Geschäftsführergehalt und -spesen!) bisher an solche Einrichtungen gegangen ist? Drückt Button „Einsatzgebiete“! Und trotzdem kann man anscheinend unbehelligt so eine Schw… machen!

  8. Sepp Daxberger on Dezember 17th, 2011 13:26

    @Jörn
    Ich stimme dir vollkommen zu, gerade was die „gemeinnützigen“ Geschäftsbetriebe insbesondere von DRK-BRK anbelangt, als Beispiel die Second-Handshops des BRK die in den letzten 5 Jahren aus dem Boden geschossen sind. Hier handelt es sich um gewinnorientierte Gewerbe, die entsprechend zu besteuern sind.
    Leider geschieht dies nicht, weil die Politik mit den Wohlfahrtsverbänden verqickt ist und die Behörden somit auf Weisung dieser Politiker nicht tätig werden darf.
    Für mich erfüllt dies den Tatbestand „Organisierter Kriminalität“.
    Gerade was die seit 40 Jahren von allen vier Verbänden vorgebrachten Lügen bei der Mitgliederwerbung betrifft, was allen bekannt ist und nichts passiert.
    Bin gespannt, wie lange das noch so geht.

  9. Jörn on Dezember 19th, 2011 14:55

    Hier mal wieder ein Comment zum ursprünglichen Thema „Haustürwerbung“:

    „In den unteren Schichten ist man großzügiger“, so der Titel eines am heutigen Montag in der „Stuttgarter Zeitung“ erschienen Beitrags, der bereits vor vier Wochen in der „Frankfurter Rundschau“ und im Schweizer „Tagesanzeiger“ erschien:

    http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Reiche-haben-weniger-Mitgefuehl/story/13074366 vom 22.11.2011

    Nach der Lektüre des Artikels wird auch dem letzten Zweifler klar sein, weshalb die Wohlfahrtsverbände nicht auf die Haustür-Werbung verzichten möchten. Gerade die sozial Schwächeren sind tagsüber zu Hause anzutreffen und lassen sich überreden, denn schließlich gibt es ja noch Ärmere als sie selbst, denen man doch auch helfen muss. Das wissen natürlich die Fundraiser in den Non-Profit-Organisationen – und erklären diese Art der Mitgliederwerbung bzw. -bindung als „alternativlos“. Für die Reichen muss es dann schon die „Charity“-Veranstaltung im Hilton (vgl. REPORT MAINZ-Beitrag vom 13.12.2011) oder die Benefizgala „Ein Herz für Kinder“ mit Live-Übertragung im ZDF sein…

    Vorweihnachtliche Grüße aus dem Südwesten

  10. Jörn on Dezember 21st, 2011 21:59

    Bei dem von REPORT MAINZ geschilderten Fall handelt es sich offensichtlich um keinen „bedauerlichen Einzelfall“, sondern um Methode, wie der jüngst beschriebene Vorgang in Lüdenscheid zeigt:

    http://www.derwesten.de/staedte/luedenscheid/druecker-mit-dubiosen-methoden-im-auftrag-der-johanniter-unterwegs-id6181588.html vom 21.12.2011

    Mich würde schon mal interessieren, was eigentlich der Johanniterorden und das Diakonische Werk zu den auffälligen Häufungen bei der Johanniter-Unfall-Hilfe, die im kommenden Jahr ihren 60sten Geburtstag feiern wird, sagen.

    Abendliche Grüße aus dem Südwesten der Republik

  11. Jörn on Dezember 22nd, 2011 16:51

    Erst jetzt wurden weitere Vorwürfe gegen die JUH(-Werber)-Tochter GIP (Dortmund) GmbH (www.gip.de) bekannt:

    http://www.swr.de/zur-sache-rheinland-pfalz/-/id=7446566/nid=7446566/did=8833188/12uqxea/index.html vom 15.12.2011

    Bin gespannt, wie der JUH-Bundesvorstand auf die heftigen Vorwürfe reagieren wird!

    Winterlich-verregnete Grüße aus dem Südwesten

  12. Thomas on Mai 19th, 2012 14:35

    @ Nordsee-Retter
    Dort wird nur ehrenamtlich gearbeitet. Aber Dummschwätzer gibts überall. Schade nur, dass viele das auch glauben. Wer macht sich schon die Mühe, das mal persönlich zu hinterfragen? Leider gibt es Charitywatch.de nicht mehr. Der Tipp dort: Nachfragen und erst bei keinen oder unbefriedigenden Antworten Böses vermuten.

  13. GGLW - Geschäftsführer on Mai 21st, 2012 11:05

    @ Nordsee-Retter
    Ich biete Ihnen Einsicht in die Unterlagen der GGLW an. Anschließend können Sie einen weiteren Kommentar mit Richtigstellung schreiben. Ich gehe aber davon aus, dass Sie sich weiter hinter Ihrem Pseudonym verstecken und auch an anderer Stelle weiterhin Lügen verbreiten.

  14. doggi on Mai 21st, 2012 15:29

    mhhh….. Mensch hier ist so viel Watt… aber GGLW ? Und warum ist der Geschäftsführer so aggressiv ?

  15. GGLW-Geschäftsführer on Mai 22nd, 2012 12:52

    @doggi
    Wieso ist das Angebot Transparenz zu schaffen aggressiv? Hinweis des Seitenbetreibers: „Der Umfang sollte bitte nicht länger als der Ursprungskommentar sein.“ Auf Emai-Anfrage sende ich Ihnen gern einige „Anekdoten“ von der Schaltung der Premium-SMS über Bearbeitungzeiten von Behörden bis hin zur Genehmigung für Testfahrten. Hätten Sie mit Spenden von nicht einmal 100 Euro mehr bewegen können? Ich bin für jeden Tipp dankbar.

  16. doggi on Mai 22nd, 2012 14:38

    kein weiterer Kommentar………..

  17. Jörn on Mai 30th, 2012 15:57

    Auch ich möchte mich nochmals zum Thema „Spenderwerbung/Spendensammlung“ äußern. Anlass ist das Posting von Thomas, der das Internet-Portal CharityWatch.de erwähnte. Thomas hat vollkommen recht, wenn er die potenziellen Spender dazu auffordert, Aussagen der Spenden einwerbenden Organisationen und deren kommerziellen Partner mal kritisch zu hinterfragen. Jeder Einzelne kann da ‚was bewegen! Denn bekanntlich ist die so genannte „Schwarmintelligenz“ – und dies nicht erst seit den fulminanten Wahlerfolgen der Piraten-Partei – durchaus ein geeignetes Instrumentarium, um dubiosen Spendensammlern einen Strich durch deren Rechnung(en) zu machen…

    Ich habe erst kürzlich das äußerst interessante Buch „Die Spendenmafia. Schmutzige Geschäfte mit unserem Mitleid“ des CharityWatch.de-Gründers Stefan Loipfinger gelesen (Knaur TB 78498). Wer die Kapitel zu den Themen „Altkleidersammlung“, „Fördermitgliedschaften“, „Bettelbriefen“, „Ehrenamtlichkeit“ und „Adresshandel“ aufmerksam liest, der wird künftig noch zurückhaltender als bisher einen Euro für die vermeintlich gute Sache locker machen. Aber ich glaube auch, dass es durch solche Aufklärungsarbeit gelingen kann, stärker als bisher die Spreu vom Weizen zu trennen. Letztendlich kommt dies dann nicht nur den transparent arbeitenden Organisationen, sondern insbesondere den Hilfebedürftigen zu. Und das ist ja wohl das eigentliche Ziel aller Spenderinnen und Spender! Leider ist das im November 2011 erschienene, 272 Seiten starke Paperback verlagsseitig bereits vergriffen, kann aber bei den bekannten online-Buchhändlern noch bestellt werden.

    Stürmische Grüße aus dem Südwesten, wo vom Norden her eine Gewitterfront sich auf uns zu bewegt

    PS: Im Nachgang zu meinem Posting vom 15.12.2011, 13:56 gibt es Positives zu vermelden: Wie mir eine Mitarbeiterin aus dem Team Recht im Berliner DRK-Generalsekretariat kürzlich fernmündlich mitteilte, wurde das inserierende Unternehmen – trotz einiger Schwierigkeiten – ausfindig gemacht und vom regional zuständigen DRK-Kreisverband abgemahnt. Bleibt zu hoffen, dass andere seriöse Hilfsorganisationen ähnlich konsequent vorgehen.

  18. Thomas on Juni 5th, 2012 10:01

    @ Jörn
    Ist das Berliner DRK-Generalsekretariat besser als der abgemahnte Kreisverband? Überall liest man „Das DRK trägt das DZI-Spendensiegel“. Welches DRK? Es gibt nur EIN DRK. In der Vorstellung der meisten Leute. Wer die Website aufruft, bekommt das Siegel sofort auf die Augen, weil der Seitenbetreiber das Generalsekretariat ist. Nur das Generalsekretariat trägt das Spendensiegel. Richtigerweise müsste man dies nur auf der weniger interessanten/besuchten Unterseite des Generalsekretariats platzieren. Wie denkt ihr? Es traut sich nur keiner, etwas dagegen zu sagen. Selbst das DZI mauert da. Frei nach Martin Rütter „Der macht nix, der will nur Gutes tun“ Ich empfehle vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln „Wohlfahrtsverbände in Deutschland“ aus 2004. Darin wird erklärt, warum viele große Organisationen heute unangreifbar sind. Wer weiter an die gute Sache glauben will, dem sei von der Lektüre abzuraten. – Ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung

  19. Jörn on Juni 5th, 2012 11:03

    @Thomas: Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor. Nicht der DRK-Kreisverband (gemeint war in diesem Fall der DRK-Kreisverband Stuttgart e. V.) wurde abgemahnt, sondern dieser hatte das dubiose Unternehmen abgemahnt.

    Offen bleibt jedoch, ob es einen wie immer gearteten Auftrag durch einen anderen DRK-Kreisverband an das Unternehmen zur Spender- und Mitgliederwerbung gegeben hat. Hier wäre sicherlich von Vorteil, wenn die Kreisverbände auf die DRK-eigenen Werber z. B. der DRK Service GmbH zurückgreifen würden. Damit würde man sich weniger angreifbar machen und könnte zudem DRK-intern härter durchgreifen, sollte es zu Verfehlungen kommen. Aber in der heutigen Zeit scheint es legitim zu sein, Verantwortung an Dritte zu delegieren. Das erinnert mich ein wenig an den Spruch „Gewinne privatisieren – Verluste sozialisieren.“

    Ich gebe Ihnen allerdings Recht, dass das Tragen des DZI-Spendensiegels seitens des DRK-Bundesverbandes für viele verwirrend ist. Aber das ist die Folge des im Roten Kreuz (noch) gelebten Föderalismus. Im Gegensatz zu Johannitern und Maltesern, die jeweils ein e. V. auf Bundesebene mit unselbstständigen Gliederungen sind, hat das Deutsche Rote Kreuz einen rechtlich selbstständigen Bundesverband, neunzehn rechtlich selbstständige Landesverbände und rund 500 rechtlich selbstständige Kreisverbände. Dazu kommen noch 4650 in der Regel unselbstständige Ortsvereine, von denen allerdings einige wenige ebenfalls (noch) als eigenständige e. V. organisiert sind. Aber das Generalsekretariat als Verein „Deutsches Rotes Kreuz e. V.“ kann nur für sich selbst mit dem DZI-Spendensiegel werben – und weist gegenüber dem DZI auch regelmäßig die ordnungsgemäße Verwendung der Mittel nach. Sicherlich wäre es wünschenswert, wenn dies auch die anderen DRK-Verbände tun würden, aber es steht halt in deren Ermessen, dies zu tun oder zu lassen. Und mir ist nicht bekannt, dass diese auf ihren Websites mit dem dem Bundesverband verliehehen DZI-Siegel werben (ich habe auf die schnelle mal auf die Seiten des hiesigen DRK-Landesverbandes und einiger DRK-Kreisverbände geschaut).

    Jeder (potenzielle) Spender muss für sich entscheiden, wem er spendet. Und hilfreich kann es durchaus sein, auf dem Überweisungsträger einen konkreten Verwendungszweck einzutragen.

    Mit sonnigen Grüßen aus dem Südwesten

    ein realistischer Optimist/ein optimistischer Realist 😉

    PS: Ja, ich glaube noch an das Gute im Menschen!

  20. doggi on Juni 5th, 2012 13:40

    @ Jörn: ich leider nicht mehr…. Ich wollte einer der größten deutschen Organisation für Katastrophenhilfe neue originalverpachte hochwertige Babykleidung und Nahrung im gesamtwert vom über € 1000.. zukommen lassen. Nachdem ich 2 Tage versucht habe jemenden Verantwortlichen ans Telefon zu bekommen, der mir sagen konnte wohin ich die Sachen schicken soll (das hätte ich auch noch bezahlt ) bekam ich eine läppische Mail, man habe kein Interesse aber ich könne ja gerne auf die Konto nummer XXXXXXXXX Geld überweisen.
    Ich hab die Sachen dann in meinem Umfeld verschenkt, was dankbar angenommen wurde und seit dem gibts nada.
    Diese Organisation führ natürlich auch das DZI Siegel

  21. Thomas on Juni 6th, 2012 10:41

    @Jörn
    Warum steht das Spendensiegel nicht ausschließlich auf der Unterseite (http://www.drk.de/adressen/generalsekretariat.html) des Generalsekretariats? Ich werd mal dort nachfragen. Mal sehen, was geantwortet wird.

    Hier noch ein Guter:
    Warum werden Lebensmittel mit Mercedes Sprintern gefahren? Auch wenn ich für den Preis von 7 Sprintern 10 Ford Transit bekomme, habe ich die gleiche Geldsumme dem Zweck zugeführt. Und nur das zählt beim DZI.
    Mit dem, was große Organisationen verschwenden, könnten die Kleinen wertvolle Arbeit leisten.

  22. Jörn on September 4th, 2012 22:31

    Es gibt Neues von der „Drücker-Front“ zu berichten: Dieses Mal handelt es sich um einen besonders dreisten Fall von „Kundengespräch“:

    vgl. http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/noch-einen-angenehmen-unfalltod-id7057827.html vom 04.09.2012

    Dabei hat es die betroffene Stiftung gerade jetzt nötig, verlorengegangenes Vertrauen bei den (potenziellen) Spendern und Förderern zurückzugewinnen, denn der von ihr bzw. ihren Spendern und Förderern (mit-)finanzierte Baby-Notarztwagen musste nach einer erneuten Panne wieder für einige Tage außer Dienst gestellt werden – und hat bis heute kein einziges Baby transportiert:

    vgl. http://www.dattelner-morgenpost.de/lokales/datteln/Neue-Panne-bei-Felix;art1008,828456 vom 03.09.2012

    Das macht mich (fast) sprachlos!

  23. Isaac on Januar 16th, 2013 13:26

    Der ASB arbeitet immer noch mit dieser Methode. Hatte gerade unangekündigten Besuch von einem jungen Mann in ASB Uniform vor meiner Wohnungstür stehen. Mit dreister Rhetorik hat er versucht, sich selbst einzuladen, was ich durch resolutes Auftreten verhindern konnte. Der ASB diskreditiert sich durch solche Methoden und ich frage mich, ob das wirklich nötig ist?

  24. Jupp Schmitz us Kölle on Januar 16th, 2013 16:06

    @ Isaac: Also wenn es nur der ASB machen würde, dann ginge es ja noch… Mit (meist) denselben Unternehmern /Werbern arbeiten auch die anderen Hiorg’s

    Grüße us Kölle

    Jupp Schmitz

  25. Hans on Februar 25th, 2013 16:38

    In Bonn genau das gleiche. Aggressives Auftreten, dreist nach Einlass fragen, wutentbrannt weggehen, wenn man sich Bedenkzeit einräumen möchte.

  26. henning on Mai 16th, 2013 14:11

    Hatte auch gerade Besuch…
    Er geht hier die Wohnblocks mit alten Leuten entlang…
    Antwortet nicht auf der Gegensprechanlage – hat aber überall geklingelt und ein paar Grannys drücken einfach den Türöffner dann ging er Wohnung für Wohung ab. Ich hab nicht geöffnet.

    Ich finds nicht gut!

  27. reni on Juni 3rd, 2013 12:56

    Heute Vormittag an unserer Haustür zur Anwerbung zahlender Mitglieder. Als Grund wurden die Überflutungen in unserer Region angegeben: wo doch Hilfe gerade jetzt so nötig ist. Hier im Kreis Greiz wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Der Grund ist mir schon einleuchtend, ist jedoch diese Aktion überhaupt legalisiert? Irgendwie kam mir das spanisch vor, zumal der „Mitarbeiter“ immer so nah heran kam, als wolle er ins Haus…

  28. Gwed Merkel on September 2nd, 2013 13:30

    Eben gerade kam genau so ein „nice guy“ in der passenden Uniform mit einem bauelnden „Ausweis“, der uns aber nicht vorgelegt wurde, in unsere Reihenhausstraße und wollte wortreich für Spenden „ab Oktober“ werben. Wir sollten uns in eine Liste eintragen lassen. In unserer Straße gibt es übrigens auch viele ältere Mitbürger. Die Frage, ob wir das auch im Internet ansehen könnten, wimmelte er ab; das sei eine örtliche Angelegenheit!?!
    Es war recht schwer, ihn loszuwerden. Das geht nur, wenn man deutlichen Mißmut zeigt…..

  29. Hanseretter on September 4th, 2013 14:08

    Zu Gwed Merkel,

    war der denn überhaupt echt? Sonst hätte man ja auch im Interesse des ASB „Blau-Silber“ Deutschland alarmieren können.

  30. Schmidt on Dezember 16th, 2013 17:38

    Genau so ein Lurch hatte ich heute an meiner Tür aber da hat er an der falschen Tür geklingelt! Meine Frau und ich sind Altenpfleger und mein Stiefsohn ist FSJ ler! Ich bin zusätzlich auch noch eine wbl die ein kl Grundwissen in dem Bereich hat! Nach dem ich ihn in allen Punkten die er mir nannte Kontra gegeben habe und er gemerkt hat, dass er nicht weiter kam ist er pampig geworden! Arme Kerle die Drücker aber andere Menschen ausnehmen mit so einer Geschichte geht garnicht!

  31. Ursula on April 25th, 2014 18:01

    Der ASB war auch heute bei mir, ebenfalls mit derselben Masche, dass der Zivildienst abgeschafft wurde und es dadurch zu Pflegeengpässen kommen könnte …

    Die bieten ja ambulante Pflege an, gegen Verrechnung mit der Krankenkasse, versteht sich. Genau wie die privatwirtschaftlich arbeitenden ambulanten Pflegeeinrichtungen. Geht das nicht schon in Richtung unlauterer Wettbewerb, wenn die neben dem Geld von der Krankenkasse noch Spenden kassieren?

  32. Achim on April 28th, 2014 14:27

    @Ursula

    Nö, das machen alle so. Die beiden großen Kirchen erbitten ja auch bei jedem Gottesdienst noch ein Opfer für soziale Projekte obwohl sie Kirchensteuer erhalten.
    Bei mir waren schon alle vier HiOrgs und die DRF. Alle in etwa mit den selben Argumenten. (Und oft mit dem ähnlichen „Akzent 😉 )Ich persönlich sehe das mittlerweile nicht mehr so eng solange die Werber (Drücker) sich manierlich benehmen. Irgendwie müssen die Verbände ja zu Mitglieder kommen.

  33. Otto on September 12th, 2014 12:50

    Drücker es sind einfach nur Drücker.
    Hatte just einen „ASBler“ an der Tür. Nicht schlecht geschult aber nur auf das eine aus, und so etwas nervt mich insbesondere mit vorgeschoben und unwahre Behauptungen. War bei mir an der richtigen Stelle hatte noch nicht einmal einen Ausweis parat, ging schimpfend unverrichteter Dinge von dannen. Habe Zweifel das der überhaupt echt war…..

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