Schlaganfallstudie wurde ausgezeichnet


Heidelberg (idw) – „The Lancet“ kürt europäische Schlaganfall-Studie zur weltweit wichtigsten medizinischen Veröffentlichung des Jahres 2008.

Die Herausgeber der führenden internationalen medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ haben eine europäische Studie unter Federführung von Professor Dr. Werner Hacke, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg, zur wichtigsten medizinischen Veröffentlichung des Jahres 2008 gewählt. Dies ist in der aktuellen Ausgabe von „The Lancet“ bekannt gegeben worden.

Die ECASS3 (European Cooperative Acute Stroke Study) war am 25. September 2008 im „New England Journal of Medicine“ publiziert worden. Professor Hacke und seine Kollegen – vielen von ihnen aus Deutschland – konnten zeigen, dass die Therapie des akuten Schlaganfalls durch den Verschluss einer Gehirnarterie mit dem biotechnologisch hergestellten Enzym Alteplase auch noch 3 bis 4,5 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome wirksam und sicher ist. Bislang war dies nur für ein Zeitfenster von 3 Stunden gesichert, weshalb viele Patienten von der Therapie ausgeschlossen werden mussten, die zu spät in eine spezialisierte Klinik eingeliefert wurden.

Ausgezeichnet: Methodisch gute Studien, von denen die Bevölkerung profitiert

In seiner Bewertung der Ergebnisse betont einer der Herausgeber des „Lancet“, William Summerskill, dass die medizinische Gemeinschaft offenbar besonders solche Studien schätze, die methodisch einwandfrei durchgeführt werden und von deren Ergebnissen große Teile der Bevölkerung profitieren. Auch die Deutsche Gesellschaft für Neurologie hebt den besonderen Stellenwert von ECASS3 hervor und bezeichnet die Arbeit als größten Durchbruch in der Schlaganfall-Forschung der vergangenen zwölf Jahre.

Die beiden anderen Top-Veröffentlichungen im Lancet-Ranking befassen sich mit neuen Strategien zur Senkung der hohen Neugeborenen-Sterblichkeit in Bangladesh und dem wirksamen Einsatz des schleimlösenden Medikamentes Carbocystein zur Behandlung von Lungenerkrankungen in China.

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