Schlaganfall verdoppelt Demenzrisiko


Berlin (dsg) – Schlaganfälle führen nicht nur zu Lähmungen und Sprachstörungen, sondern erhöhen zudem das Risiko, an einer Demenz zu erkranken.

Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft weist anlässlich einer aktuellen Studie darauf hin, dass Menschen nach einem Schlaganfall eine schwere, nicht umkehrbare Gedächtnisstörung entwickeln können.

„Die meisten Menschen bringen einen Schlaganfall nur mit der Halbseitenlähmung in Verbindung“, erklärt Professor Dr. med. Martin Grond, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Chefarzt am Kreisklinikum Siegen. Doch ein Schlaganfall kann vielfältige Folgen nach sich ziehen. So entwickelt sich auf dem Boden eines durchgemachten Schlaganfalls doppelt so häufig eine Demenz wie bei ansonsten vergleichbaren Menschen, die keinen Schlaganfall erlitten haben. Dies hat eine niederländische Studie nun belegt. „Neben Lähmungen sind Seh-, Sprach- und Schluckstörungen weit verbreitete Schlaganfallfolgen. Dass aber im weiteren Verlauf auch bei Patienten mit vor dem Schlaganfall noch völlig intakter geistiger Leistungsfähigkeit überproportional häufig die Denkfähigkeit nachlassen kann und Erinnerungen verschwinden, war in der Form nicht bekannt“, so Grond weiter.

Im Rahmen der Studie unterzogen sich zwischen 1990 und 2005 alle Einwohner eines Rotterdamer Vorortes, die älter als 55 Jahre waren, regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen. Bei der Datenauswertung wurden nur Personen berücksichtigt, die zu Studienbeginn weder eine Demenzerkrankung aufwiesen noch einen Schlaganfall erlitten hatten. Jeder zehnte Proband erlitt während des Untersuchungszeitraumes einen Schlaganfall. Bei diesen Studienteilnehmern traten später doppelt so viele Demenzerkrankungen auf wie in der Gruppe der Menschen ohne Schlaganfall.

Mehr Information: www.dsg-info.de

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