Sanis huckepack: Angst vor nassen Füßen?


Sankt Augustin (rd.de) – Das Foto eines Feuerwehrmannes, der eine Rettungsfachkraft des Malteser Hilfsdienstes huckepack durchs Hochwasser trägt, schlägt in Sankt Augustin bei Bonn (NRW) Wellen.

„Feuerwehrleute müssen Malteser huckepack nehmen“, titelt am heutigen Dienstag der General-Anzeiger (Bonn). Hintergrund waren Bilder, die bis vor kurzem auf der Webseite der Feuerwehr Sankt Augustin zu sehen waren. Sie zeigten offenbar Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehr, wie sie Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes durch knöcheltiefes Wasser tragen. Von der Homepage der Feuerwehr sind die Bilder mittlerweile verschwunden. Der General-Anzeiger veröffentlichte aber eine der Aufnahmen.

Wie die Zeitung berichtet, entstanden die Fotos im Rahmen eines Einsatzes am 16. Januar 2011. Eine Frau war während des Hochwassers in die Sieg geraten und konnte bei Menden von der Feuerwehr gerettet werden. Sie wurde zu einer Uferstelle gebracht, die aber offenbar trockenen Fußes nicht zu erreichen war. Rettungsfachkräfte der Malteser ließen sich daher von den Kollegen der Feuerwehr zur Patientin tragen – ein Bild, das jetzt für Diskussionen sorgt.

Kai Vogelmann, Pressesprecher der Malteser in Köln, wird in der Zeitung mit dem Hinweis auf den erforderlichen Eigenschutz zitiert. Die Wassertemperatur habe nur 2,5 Grad Celsius betragen und der Fluss hätte eine hohe Fließgeschwindigkeit gehabt. Außerdem sei der Rettungsdienst für derartige Einsätze – anders als die Feuerwehr – technisch nicht vorbereitet, zitiert der General-Anzeiger Vogelmann.

Die Feuerwehr kündigte an, den Fall intern mit den Kollegen des Rettungsdienstes besprechen zu wollen.

14 Responses to “Sanis huckepack: Angst vor nassen Füßen?”

  1. Bö on Februar 8th, 2011 18:38

    Typisch Malteser halt. Mein Beileid an alle Auftraggeber, sei im RD oder bei San-Diensten die diese Truppe noch beauftragen.

  2. Daniel on Februar 8th, 2011 19:05

    „Das Foto eines Feuerwehrmannes, der eine Rettungsfachkraft des Malteser Hilfsdienstes huckepack durchs Hochwasser trägt, schlägt in Sankt Augustin bei Bonn (NRW) Wellen“

    Rettungsfachkraft?! Das mag ich bezweifeln! Mein Gott wie peinlich…

  3. ASBRettSan on Februar 8th, 2011 20:47

    Ich hätte ja dann mal die Pat. zu einem erreichbaren Ort gebracht. Damit.der Rettungsdienst nicht getragen werden muss.

  4. michaelk. on Februar 8th, 2011 22:52

    WoW,

    auf dem Bild sehe ich kein knöchelhohes fließendes Gewässer.

    Solche Leute gehören abgemahnt und beim nächsten Bock rausgeschmissen, einschl. der Pressesprecher die sowas noch rechtfertigen.

    Unglaublich

  5. Johannes on Februar 9th, 2011 09:16

    Klassischer Fall vom Kommuniationsdefizit zwischen EL und Abschnitt RD. Hier haben beide Seiten Fehler gemacht. Der Übergabepunkt was schlecht gewählt.

  6. Max on Februar 9th, 2011 13:20

    Solche Leute sind für den RD einfach nicht geeignet. Und das der Pressesprech das auch noch mit Eigenschutz verteidigt ist ein Armutszeugnis für den MHD.

    AFAIK sind für den RD S3 Schuhe erforderlich. Und die sind knöchelhoch. Diese Ausrede fällt damit weg.

    Außerdem ist es einfach ein Berufsrisiko, mal nasse Füße zu bekommen, oder dreckig zu werden. Das gehört einfach dazu. Wenn knöchelhohes Wasser den Eigenschutz gefährdet, was macht man dann bei einem VU? Straßenverkehr, steile Böschung, Auslaufende Betriebsstoffe…

    Beim Patienten steht bestimmt auch Wasser. Soll die FW eine Plane auslegen? Und der Patient ist bestimmt nass. Da sind doch zusätzlich Taucher-Handschuhe erforderlich!

  7. locco on Februar 9th, 2011 13:59

    Junge, Junge. Hauptsache die Hose wird nicht dreckig! Ich hab schon mal von Gummistifeln gehört, die sollen wohl auch bei extremen Wasserständen helfen…
    Äußerst Peinlich!!!

  8. Paul R. on Februar 9th, 2011 16:11

    @ Bö: Möchtest Du alle Malteser über einen Kamm scheren? Probleme liegen doch wohl kaum in der Zugehörigkeit zur Organisation, auf jeden Fall dann nicht, wenn ein Sanitäter „wasserscheu“ ist…

  9. Rob on Februar 9th, 2011 16:54

    Was die Presse da im Letzten Abschnitt schreibt ist LÄCHERLICH!!!

    Ich gebe den Rettern ABSOLUT recht, dass sie sich NICHT ins Wasser begeben haben, so etwas entbehrt JEGLICHEM Verständnis von Eigensicherung!!! Ich für meinen Teil lege es der Feuerwehr selbst zur Last, dass sie die Patientin nicht an eine trockene Stelle verbracht hat, denn abgesehen von der nassen Patientin und den Füßen der Retter hat in einer Pfütze auch das Equipment zu leiden, auch wenn diese nur einen Zentimeter tief ist!!!

    Von Unterlassener Hilfeleistung zu sprechen ist ein WITZ!!! Nur weil der Eine oder Andere Polizist in Uniform und mit Dienstpistole ins Wasser springt – und dabei womöglich selber absäuft – muss das das Rettungspersonal nicht auch machen, das sind ja schließlich keine Lemminge!!!

    Auch ehrenamtlichem Sanitäts- oder Rettungspersonal, sogar ERSTHELFERN beim Erste Hilfe-Kurs, wird beigebracht: EIGENSICHERUNG GEHT VOR!!! Niemandem ist geholfen, wenn sich Fachpersonal selbst in Gefahr bringt und gerettet werden muss, insofern gebe ich dem Pressesprecher der Malteser absolut recht!!! Auch ein Abmahnungsgrund ist hier an KEINER Stelle gegeben!!!

    Fakt ist: Für die technische Rettung der Patientin ist die Feuerwehr zuständig, die dafür speziell ausgebildet ist, das Rettungspersonal übernimmt „nur“ die medizinische Versorgung, für die es umfassend ausgebildet wurde!!! Jedem sein eigener Aufgabenbereich!!!

    An Stelle der Retter hätte ich ähnlich gehandelt!!!

  10. Chris on Februar 10th, 2011 09:24

    @Rob
    Erst denken…. dann schreiben……..
    Bei 5 cm Wasser von technischer Rettung zu schreiben ist ignorant und unfähig.
    Was triffst du eigentlich in der Badewanne für Vorkehrungen zum Eigenschutz??
    Wer diese Meinung vertritt hat im RD nichts zu suchen.

  11. Eberhard Roevenstrunk on Februar 10th, 2011 14:00

    Ich gehöre selbst zu den Maltesern – kenne auch die Sieg bei Menden. Weiß auch, wie die Presse auf so etwas reagiert. Ich dachte, dass Feuerwehr und Rettungsdienste, wenn es um Menschenrettung und Hilfe geht eng zusammengehören. Ist der Sachstand wirklich so? Will einer dem anderen etwa einen auswischen? Man kann leicht darüber reden oder schreiben, wenn man nicht selbst vor Ort und genau die Situation kennt. Handle nach dem Motto: Sehen – Urteilen – Handeln.
    Für mich ist es blamabel, statt sich gegenseitig zu unterstützen, den anderen bloßstellen. Wem hilft es?

  12. Max on Februar 10th, 2011 15:23

    @Rob: Da besteht lediglich die Gefahr nasser Füße! Und mit dem richtigen Schuhwerk ist das auch kein Problem (Z. B. Haix Airpower X1 – sind auch nicht höher als die FW-Stiefel).

    Das Eigenschutz Argument ist also ein Witz.

    Und selbst wenn die Füße nass/kalt werden ist dies keine Gefahr, wo der Eigenschutz höher wiegt als das Wohl des Patienten. 30 min später im Krankenhaus aufwärmen und gut ists.

    Das Equipment ist nach allen Möglichkeiten dafür ausgelegt. Falls es nicht abgelegt werden kann, ist es völlig gerechtfertigt die Kollegen von der FW dafür zur Hilfe zu nehmen. Dies sind aber komplett andere Umstände.

    Knöchelhohes Wasser… Denk nochmal drüber nach.

  13. charlie-zulu on Februar 10th, 2011 18:22

    uh, ja,.. Eigenschutz!

    Wäre es dort wirklich gefährlich könnte auch kein Feuerwehrmann zu Fuß (schon gar nicht mir einer weiteren Person auf dem Rücken) da durch,.. oder verleiht einem das Gewicht extra Stabilität und Gangsicherheit?!

    Nun, man lernt ja nie aus.
    :rolleyes:

  14. Dominik on Juli 9th, 2011 18:09

    So. Das sieht für euch zwar alle im ersten ( & vll auch beim 2.) Blick sehr komisch aus. aber wie der Sprecher schon gesagt hat, wir haben nicht so eine, für diese hochwassersituation gemachte Einsatzausrüstung. natürlich wir könnten auch nasse füße bekommen aber ich finde auch das die hygiene im vordergrund steht, die man mitsich bringen muss wenn man patienten versorgt… und ganz ehrlich mit brackwasserversiffte kleidung hilf da nicht weit.
    und ich ich bitte euch vielmals um eure menschlichkeit. bringt zu meinem kommentar bitte klare und kompetente aussagen und heult nicht gleich rum oder greift mich wohlmöglich noch persönlich an.
    Viele Grüße

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