RTW bedrängt – das wird teuer


Barnim (pol) – Mitte letzter Woche waren Polizisten aus Barnim (Brandenburg) mit dem Videowagen unter anderem auf der Autobahn 11 unterwegs. Zischen den Anschlussstellen Chorin und Finowfurt fiel ihnen ein Pkw-Fahrer auf, der einen vorausfahrenden RTW bedrängte.

 

Der RTW ist mit Sondersignal in Richtung Berlin auf dem linken Fahrstreifen unterwegs. Seine Geschwindigkeit wird von der Polizei mit 145-150 km/h angegeben. Ihm folgt ein 65-jähriger Pkw-Fahrer in einem Nissan. Dieser überschreitet laut Polizeimeldung die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h und unterschreitet permanent den Mindestabstand zum Rettungswagen.

In diesen schon nicht ausreichenden Abstand fährt der 27-jährige Fahrer eines Kleintransporters, um zu überholen. Hierbei schert er so dicht vor dem Nissan ein, dass es zu einer Unterschreitung des 0,5-Sekunden-Abstandes kommt (der Weg den der bedrängte Zeuge innerhalb von 0,5 Sekunden unter Beibehaltung der zuvor gefahren Geschwindigkeit zurück legt). „In solchen Fällen geht die Rechtssprechung immer von einer Gefährdung aus, da es beiden Verkehrsteilnehmern objektiv nicht mehr möglich ist, auf ein negatives Ereignis in diesen Zusammenhang zu reagieren“, teilt die Polizei mit.

Im weiteren Verlauf unterschreiten sowohl der Nissan als auch der Kleintransporterfahrer zueinander und zum Rettungswagen die Sicherheitsabstände. Wobei der Nissan-Fahrer auch die auf Höhe der Raststätte Buckowsee vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h um mehr als 40 km/h überschreitet.

Nach dem Anhalten gab er dazu an, die zweimal und beidseitig aufgestellten Verkehrszeichen nicht gesehen zu haben. „Dies ist nicht weiter verwunderlich“, schreibt die Polizei, musste er sich doch auf den vor ihm fahrenden Rettungswagen konzentrieren, der ihm aufgrund seines dichten Auffahrens auch die Sicht nach Vorn einschränkte.

Für beide Fahrzeugführer wird ihr Verhalten mit einem Bußgeldbescheid enden. In beiden Fällen mit 3 Punkten, 200 Euro Geldbuße und einem Monat Fahrverbot.

2 Responses to “RTW bedrängt – das wird teuer”

  1. thomaswagner on April 25th, 2009 18:22

    Endlich wird mal gegen diese verantwortungslosen Zeitgenossen durchgegriffen! Nicht nur dass sie sich selbst gefährden, nein, schlimmer noch ist die Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer und erst recht für die sich eventuell im Patientenraum befindliche Besatzung samt Patient! Ich hoffe dass damit ein Zeichen gesetzt wird und sich andere Polizei-Streifen, wenn gerade vor Ort, auch endlich mal trauen bzw. sich aufraffen dagegen vorzugehen, auch bei den allseits bekannten Stau-Folgern, die gerne hinter Sondersignal-Fahrzeugen durch die Rettungsgasse, so es sie denn überhaupt gibt, hinterherfahren. Der Abstand ist dabei genauso gering wie in dem oben beschriebenen Fall…

  2. Rainer on April 29th, 2009 15:35

    Rainer Strempel
    Ich bin Angehöriger einer Freiwilligen Feuerwehr und kann nur mahnend appellieren, die Rettungsgassen frei zu halten und Rettungskräfte nicht zu behindern. Leider gibt es kaum noch Öffentlichkeitsarbeit (7. Sinn o.ä.,) die wie früher sich im Fernsehen mit solchen Themen auseinander setzén. Es ist teilweise schlimm, was da auf den Straßen geschieht. Hat man sich dann erfolgreich einen Weg gebahnt, kann man im Rückspiegel sehen, wie die Fahrzeuge wieder die gebildete Gasse schließen. Was treibt diese Menschen, frag ich mich dabei oft? Vergessen sie dabei, dass auch sie selbst mal dort vorn stehen könnten und auf uns warten, um Hilfe zu erfahren? Ein wenig mehr Verkehrsschulung im TV wäre wohl wünschenswert!

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