Rettungsübung auf einer Hochbahntrasse


Nürnberg-Fürth (BF) – Eine nächtliche Alarmübung mit 20 Fahrgästen und 150 Einsatzkräften sorgte in der Nacht zu Samstag im Stadtteil Nürnberg-Doos für Aufsehen.

Um 01:05 Uhr wurden zahlreiche Einsatzkräfte zu einem U-Bahn-Unglück auf dem Streckenanschnitt der U 1 an der Fürther Straße in Höhe der Stadtgrenze Nürnberg/Fürth alarmiert. Dieses Szenario war gestellt und von langer Hand im Verborgenen vorbereitet.

20 Laienschauspieler mimten die verletzten und aufgebrachten Fahrgäste. Dafür wurden sie entsprechend sehr realitätsnah geschminkt (Schockzustände, Prellungen, offene Wunden, Herzinfarkt, offene Frakturen).

Ein Bus brachte die Darsteller zu verschiedenen U-Bahn-Stationen, wo sie in kleinen Gruppen zustiegen, um nicht vorab bei der VAG-Leitstelle Aufmerksamkeit zu erregen. Die 70 realen Fahrgäste durften ihre Fahrt mit dem Ersatzbus in Richtung Fürth fortsetzten.

Der U-Bahn-Zugfahrer wurde dann von VAG-Mitarbeitern informiert und hielt den Zug auf freier Strecke zwischen den U-Bahn-Stationen Muggenhof und Fürth/Stadtgrenze an. Simuliert wurde eine notwendige, abrupte Bremsung des U-Bahn-Zuges aufgrund eines plötzlichen Hindernisses.Der Fahrer und einige „Fahrgäste“ schilderten dann per Notruf ihre missliche Lage.

In diesem Streckenabschnitt verläuft die U-Bahn nicht in einem Tunnel, sondern auf einer Hochstrecke in acht Meter Höhe. Ein Problem war deshalb die Höhenüberwindung und der schonende Transport der Fahrgäste auf Straßenniveau. Dafür wurden von der Feuerwehr mehrere Leitern, zwei Drehleitern und der Feuerwehrkran  mit einem speziellen Personenrettungskorb eingesetzt.

Bereitstehende Kräfte des Rettungsdienstes sichteten die Verletzten und versorgten sie vor Ort. Alarmierte Mitarbeiter der VAG kümmerten sich um die Sicherung des Fahrbetriebes und der schnellen Stromabschaltung. Einheiten des Technischen Hilfswerkes beleuchteten großflächig die nächtliche Einsatzstelle.

Nach rund 70 Minuten waren die Rettungsarbeiten abgeschlossen. Sie dauerte länger als vorgesehen, da aufgrund der Übungskünstlichkeit nicht alle notwendigen Einsatzkräfte eingesetzt werden konnten. Für Realeinsätze mussten etliche Einsatzmittel zurückgehalten werden.

Ziel der Übung war die Überprüfung der Alarmierungswege zwischen den Leitstellen der VAG, Polizei, Rettungsdienst sowie der Feuerwehren Nürnberg und Fürth sowie die Koordinierung der vielen Einsatzkräfte vor Ort. Insgesamt wurden 156 Einsatzkräfte eingesetzt.

Ein erstes Fazit zur Übung viel sehr positiv aus. Die Zusammenarbeit der Feuerwehreinheiten aus Fürth und Nürnberg verlief reibungslos und mustergültig. Alle beteiligten Organisationen wie Rettungsdienst, THW und Polizei arbeiteten vorbildlich zusammen. Die Übung bewies auch die hohe Leistungsfähigkeit und Motivation der Einsatzkräfte.

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