Rettungssanitäter unter Betrugsverdacht


Wien (rd.de) – Ein 28-jähriger Rettungsdienst-Mitarbeiter aus Österreich steht im Verdacht, jahrelang ohne entsprechende Qualifikation in der Notfallrettung tätig gewesen zu sein. Unter anderem wurde er im Zusammenhang mit Intensivverlegungen eingesetzt.

Der Mann gab sich offenbar jahrelang als britischer Paramedic aus und legte zum Nachweis seiner Ausbildung gefälschte Urkunden des London Ambulance Service sowie des National Health Service vor.

Unter anderem sollten diese Dokumente bestätigen, dass der Betroffene an einem so genannten „UK EMSP-Program“ inklusive ACLS-Inhalten erfolgreich teilgenommen hat. Das genannte Ausbildungsprogramm scheint frei erfunden zu sein, da es in Großbritannien unbekannt ist. Ferner sind die Unterschriften auf den englischen Urkunden nach den www.rettungsdienst.de vorliegenden Informationen gefälscht.

Der Name der 28-Jährigen taucht zudem nicht im UK State Paramedic Register auf, in dem alle zugelassenen Paramedics aus Großbritannien namentlich gelistet werden.

Die zuständigen Gesundheitsbehörden prüfen derzeit, wie sie in dem Fall vorgehen werden. Denkbar ist, dass die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wird und dem Beschuldigten ein Verfahren wegen Betrugs und Urkundenfälschung bevorsteht.

Das erforderliche Fachwissen eignete sich der Betroffene offenbar in seiner Zeit als Zivildiener (Zivildienstleistender) an. Damals wurde er in Österreich zum Rettungssanitäter ausgebildet. Seine damalige Ausbildung wird heute in Österreich aber nicht mehr anerkannt.

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