Rettungspanne: Notfallübung abgebrochen


Schönefeld (rd.de) – Die Bahn spricht von einer erfolgreichen Rettungsübung im Zubringertunnel für den neuen Flughafen in Berlin-Schönefeld. Feuerwehr und Landratsamt sind entsetzt: Die Übung musste als kaum durchführbar abgebrochen werden, nachdem Verletztendarsteller kollabierten.

Bei einer Notfallübung im Tunnel der Deutschen Bahn AG unter dem neuen Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld probten am 3. September Einsatzkräfte von Feuerwehren, Rettungsdiensten, Katastrophenschutzeinheiten, der DB Netz AG sowie der Bundes- und Landespolizei das Zusammenspiel.

Nach dem simulierten Brand eines Regionalexpresszuges wurden die erforderlichen Handlungen zur Rettung und Bergung von Verletzten trainiert. Insgesamt waren rund 300 Statisten und mehr als 100 Rettungskräfte und Beobachter an dieser Übung beteiligt.

In der Pressemitteilung der Bahn heißt es, die Übung konnte nach gut drei Stunden erfolgreich abgeschlossen werden. In einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung widersprechen anonyme Feuerwehrleute dieser Darstellung vehement. Der Rettungstunnel war für die Einsatzfahrzeuge zu eng, die Kapazität der Wasserreservoire sei viel zu gering. Die Rettungsarbeiten verzögerten sich.

Der stellvertretende Landrat des Kreises Dahme-Spreewald, Wolfgang Schmidt, bestätigte gegenüber der Zeitung die Darstellung der Wehrkräfte. Erst nach einer Stunde konnten Rettungskräfte zu den Verletzten gelangen. Die Verletztendarsteller harrten in Sommerkleidung im 15 Grad kühlen Tunnel aus. Nachdem vier Darsteller mit realen Kreislaufproblemen aufgeben mussten, wurde die Übung sicherheitshalber abgebrochen.

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