Rettungshundeteams trainieren gemeinsam den Ernstfall


Waldkraiburg (BRK) – Rund 40 Teilnehmer trainierten ein Wochenende lang mit ihren Suchhunden den Ernstfall und tauschten Erfahrungen der letzten Einsätze aus.

Samstagnachmittag in einem Waldstück bei Waldkraiburg: „Heute Morgen gegen 07:30 Uhr, sind zwei Frauen aus Waldkraiburg in diesem Waldstück joggen gewesen. Eine von ihnen wollte einen anderen Weg nach Hause laufen, ist dort aber bis jetzt nicht angekommen. Bisherige Suchmaßnahmen waren ohne Erfolg“, erklärt Bezirksfachdienstführer Frank Singer die Ausgangslage für die Rettungshundestaffeln, in deren Reihen sofort reges Treiben ausbricht.

Der Gruppenführer streift sich seine blaue Kennzeichnungsweste über, die Rettungshundeteams schnappen sich Funkgeräte und Einsatzrücksäcke, den Hunden werden die Rot-Kreuz-Kenndecken angezogen und schon nach wenigen Minuten strömen die Suchteams aus.

Während sich diese Teams durch den Wald kämpfen um nach der vermissten Frau zu suchen, spielen sich in einem benachbarten Waldgebiet seltsame Szenen ab. Sechs Augen sind auf ein kleines Display gerichtet und die dazugehörigen Menschen laufen quer durch den Wald. Hier üben die Einsatzkräfte den Umgang mit Kompass und GPS um sich im Gelände besser orientieren zu können. Nach wenigen hundert Metern der erleichterte Ruf: „Wir sind im Ziel.“

In der Zwischenzeit suchen wenige Kilometer entfernt die Rettungshunde nach der vermissten Joggerin. Aus dem Funkgerät plärrt eine Stimme: „Der Hund hat eine Anzeige.“ Anspannung im Gesicht des Gruppenleiters der am Einsatzfahrzeug über Plänen und Landkarten brütet. Ist es die Gesuchte, die der Hund anzeigt? Tatsächlich – nach quälenden Sekunden der Stille am Funk, meldet sich die Stimme erneut: „Die Gesuchte ist gefunden, ansprechbar, vermutlich den Knöchel gebrochen, mehrere Schürfwunden, beginnen mit der Erstversorgung, benötigen einen RTW!“ Der Gruppenleister strahlt: „Gut gemacht!“ Auch Frank Singer nickt anerkennend.

Szenen aus dem diesjährigen Fachdienstlager der oberbayerischen Rettungshundestaffeln. Ein Wochenende lang trainierten sie für den Ernstfall und tauschten Erfahrungen der letzten Einsätze aus. Unglücke wie der Einsturz des Stadtarchivs in Köln zeigen: Die Helfer mit der kalten Schnauze sind unverzichtbar, wenn es darum geht, Vermisste und Verschüttete zu finden!

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